Autor: CM

Vandalen – die nervende Minderheit

Angesichts eines warmen Vorfrühlings begannen wir die Gärtnersaison vorzeitig am 23. Februar 2019 bei bestem Wetter. Am 16. März ließen wir uns auch von Regen die Petersilie nicht allzusehr verhageln! Verhagelt wurde sie von destruktiven Kindern einer übersatten Gesellschaft, in der Respekt vor einem Grundkonsens und Wertschätzung für von anderen Geschaffenes bei so manchen verlorengeht. Deren Beitrag zum Arnswalder Platz: Schmierereien, Beschädigungen. So mussten wir das Grünflächenamt in diesem Frühjahr wiederholt auf neue Graffiti am Stierbrunnen aufmerksam machen. Wir danken Frau Benjamin, dass sie die Beseitigung prompt veranlasst hat! Wir selber kümmerten uns bei unserem Einsatz am 27. April um die Entfernung von sehr hartnäckigen Aufklebern in luftiger Höhe an den Leuchten – Frank Schubert und Pastor Pflug waren die Mutigen auf der hohen Leiter. Den für die Fontänen-Regulierung notwendigen Windmesser hatten die Vandalen gleich mitgehen lassen. Der Autor dieser Zeilen entfernte – so gut wie ihm mit Lösungsmitteln möglich – üble Schmierereien an der Informationstafel des Denkmalamtes an der Bötzowstraße. Vandalismus hat gerade wieder ‚Konjunktur‘. Für das kommende Schuljahr wollen wir gemeinsam mit einer …

Kultursenator Lederer besucht uns am letzten Gärtnertag 2018

‚Normal‘ ist dieser Gärtnertag nur insofern, als dass – wie immer im November – Unmengen an Laub zusammengefegt werden müssen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass der Senator für Kultur und Europa und stellvertretende Bürgermeister höchstselbst sich auf die Niederungen der Graswurzel-Arbeit begibt, mit guter Laune und ausreichend Zeit für Gespräche. Aber es passt auch zu diesem Klaus Lederer, der trotz Amt und Würden die Bodenhaftung nicht verloren hat! Und es passt ebenfalls inhaltlich, und zwar in doppelter Hinsicht: der Arnswalder Platz ist ein Gartendenkmal, und Denkmalpflege ist Teil seines Zuständigkeitsbereichs. Und die Anlage und Pflege städtischer Parks und Gärten sind kein Provinzthema: sie sind Teil der europäischen Kultur, wie wir selber oft betont haben, z.B. auf der Veranstaltung ‚Sharing als Chance‘. Diese Kultur ist in Berlin in den Zeiten des Spardiktats unter die Räder gekommen. Und dies wörtlich: Bei den Straßen- und Grünflächenämtern hatte die Autofahrerlobby stets die Oberhand bei der Vergabe der Mittel. Dr. Lederer hörte uns aufmerksam zu, als wir über das jahrelange Engagement so vieler auf dem Arnswalder Platz berichteten. Da wir – …

Kleines Fest – schöner Erfolg: 5. Sommerfest ‚Stierisch gut‘

Am 1. September 2018 wurde auf dem Arnswalder Platz das 5. Sommerfest gefeiert. Organisiert wurde es von der ‚AG Sommerfest‘, eine der Arbeitsgemeinschaften von Pro Kiez Bötzowviertel e.V. (die GärtnerInitiative Arnswalder Platz ist ebenfalls eine AG des Vereins). Das Fest war kleiner als in Vorjahren, eher besinnlich bei guter Stimmung, mit einem durchgehenden Programm statt mehrerer gleichzeitiger, konkurrierender Acts, die sich zum Teil akustisch störten oder an Remmidemmi erinnerten. Uns urbanen Gärtnern gefiel’s, vielen Dank an die vorbereitenden Ehrenamtlichen! Eröffnung durch den Bürgermeister Eröffnet wurde das Fest vom Pankower Bürgermeister, Sören Benn (Linke). Er kam gerade, noch bewegt, von einer Veranstaltung an der Friedensglocke im Volkspark Friedrichhain und erinnerte uns an diesem Weltfriedenstag zunächst daran, wie glücklich wir uns schätzen können, seit Jahrzehnten in einem friedlichen Land zu leben. Er würdigte nachdrücklich die Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement in einer lebendigen Demokratie als Ergänzung zum Handeln von Politik und Verwaltung. Aus gegebenem Anlass standen natürlich die Anerkennung der sozialen Verdienste von Pro Kiez im Vordergrund. Der Alt-Vorstandsvorsitzende – vom Moderator Steffen Siegmund als ‚Urgestein‘ angekündigt, stellte …

Freude, Sorge, Hoffnung im August

Schlaglicht auf den dritten Samstag im August 2018: Ein Tag, an dem die Freude der versammelten ehrenamtlichen ‚Gärtnergemeinde‘ deutlich überwog. Da war zum einen die gute Laune bei den Gesprächen in der Kaffeepause, oft auch bei der Gartenarbeit selber. Gefreut haben wir uns außerdem darüber, dass sich auf dem Platz endlich ‚etwas getan‘ hat. Die Sanierung des nördlichen Platzteils freut uns sowieso – wir berichteten. Hinzu kommt jetzt, dass nach Gesprächen mit Bezirksbürgermeister Sören Benn und Vertretern des BSR – jeweils vor Ort – der ‚Arnsi‘ sauberer geworden ist: das Grünflächenamt ist erkennbar aktiver geworden was die Leerung der Mülltonnen und die Reinigung des Platzes anbetrifft. Und wie von Zauberhand wurde der Plattenweg nahe der Pasteurstraße gereinigt, dessen ungepflegter Zustand uns ein Dorn im Auge war. Vielen Dank den mittelbar und vor Ort Beteiligten! Erfreulich auch, dass zwei freundliche Schilder für die Internationale der Sprüher und Tagger einen Monat, nachdem wir sie aufgehängt haben, noch dort baumeln – und dass es keine Tags und Graffitis gibt, sogar an der bevorzugten Sprühwand zur Danziger Straße hin. …

Hoher Besuch im Juli ’18

Am 21. Juli 2018 besuchte uns der Pankower Bezirks-Bürgermeister Sören Benn (Linke), gut gelaunt, aufmerksam zuhörend. Dem Grünflächenamt war natürlich bekannt, dass er kommen würde, und – welch ein Zufall! – die Mülltonnen waren geleert worden und zeigten sich aufgeräumt und ansehnlich wie Erich Honeckers aufpolierte Protokollstrecke nach Wandlitz. Als kleines Korrektiv überreichten wir Herrn Benn eine Collage mit den überquellenden Behältern an einem stinknormalen Sommer-Samstag dieses Jahr, hier zu bewundern. Der Bürgermeister war im Bilde und hatte auch unseren Müll-Flyer gelesen. So ging es schnell zur Sache: Mehr Abfallbehälter aufstellen –sah er ebenso als notwendig an, insbesondere im Gartenbereich hin zur Pasteurstraße (gegenwärtig zwei Tönnchen für zehn Bänke). Und: formschönere Behälter – auch Sören Benn zeigte kein Verständnis für diese Eimer mit den herausquellenden Müllbeuteln (nebenbei: diese Plaste-Müllbeutel sind zusätzlicher Plastikmüll). Und last but not least: höhere Leerungsfrequenzen sind notwendig – die Frage ist ‚nur‘: wie das zu organisieren ist. Alternativen: Modell 1: Das Grünflächenamt leert häufiger. Illusorisch beim gegenwärtigen Personalbestand; für Wochenenden, wenn die Leerungen besonders zwingend erforderlich wären, gibt es zusätzlich tarifvertragliche …

Einweihung des erweitert sanierten Arnswalder Platzes

Am Freitag, den 6. Juli 2018, fand anlässlich der Eröffnung des ergänzend sanierten Platzes eine kleine Feier statt. Es sprachen der Pankower Bau-Stadtrat, Herr Kuhn, Frau Lindstädt von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Herr Lingenauber vom Landesdenkmalamt und Herr Meyer von der GärtnerInitiative Arnswalder Platz. Hier ein paar Bild-Impressionen von diesem Tag.        Alle Redner zeigten sich erwartungsgemäß mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bedankten sich gegenseitig: Für das Erscheinen und die feierlich-freundlichen Worte des Stadtrats, für die kommunikative und kompetente Bürgerbeteiligung von Frau Benjamin, für die gute Arbeit der ausführenden Gärtner und Maurer, für das ehrenamtliche Engagement unserer Initiative. Es gab da auch ein paar dunkle Wolken am Himmel: die Erinnerung an die großflächigen Graffitis, die kurz vor Eröffnung noch entfernt worden waren, und unsere Klage über die bedrückende Verpackungsmüll-Situation auf dem Platz. Diese wird uns noch beschäftigen – voraussichtlich verstärkt wegen der geringen Müllbehälter-Kapazitäten im erneuerten Gartensegment. Dieses, unser aktuelles Schwerpunkt-Thema, wird uns auch bei unserem nächsten gemeinsamen Gärtnertermin am 21. Juli ab 13 Uhr beschäftigen: wenn uns unser Bezirksbürgermeister, Herr Sören Benn …

Die Kinderflohmarkt-Posse

Lesen Sie nachfolgend die Realsatire um die Genehmigung der traditionellen Kinderflohmärkte auf dem Arnswalder Platz im Jahr 2018.. Sehr bedauerlich war, dass leitende Beamte beim Straßen- und Grünflächenamt auf unsere konstruktiven Vorschläge zur Vereinfachung und bürgerfreundlicheren Organisation der Verwaltungsvorgänge – bis hin zur Entwicklung eines Antragsformulars für die Nutzung des öffentlichen Raums – keine Stellung bezogen hatten. Auch nicht betreffs unserer Nachfrage, ob bestimmte Verwaltungsvorschläge nicht schlanker gestaltet werden könnten, z.B. wenn es um die Genehmigung von harmlosen Kinderflohmärkten geht: Acht behördliche Stellen müssen dazu Gutachten schreiben… Genehmigung von  Kinderflohmärkten am Arnswalder Platz – eine Schildbürger-Posse der Verwaltung Der traditionelle Kinderflohmarkt in der Bötzowstraße am Arnswalder Platz wurde für das Jahr 2018 nicht genehmigt. Dann aber doch. Der Weg zur Genehmigung wirft ein Schlaglicht auf Berliner Entscheidungsprozesse – und warum es mit dem neuen Flughafen nicht klappt. Stichwort: Verantwortungs-Diffusion. Liebe Leserin, lieber Leser, strapazieren Sie für einen Moment Ihr inneres Auge. Was sehen Sie bei dem Begriff ‚Kinderflohmarkt‘ vor sich? Kommerzielles Treiben, Lautsprecherboxen, aus denen wummernde Bässe dröhnen, Grillrauchschwaden, Konsum von Speisen und Getränken, Müllhaufen …

Impressionen vor der Einweihung des frisch sanierten Platzdrittels

Der zur Danziger Straße hin 2017/18 ergänzend sanierte Platzteil war noch nicht eingeweiht und umzäunt und mit den Hinweisschild ‚Betreten der Baustelle untersagt‘ versehen, da machte sich Ende Juni 2018 bereits seine asoziale Aneignung breit. Die Polizei war nicht präsent, und Videoüberwachung ist in Berlin ein höchst heikles Thema.   Andererseits bot die Platz-Ergänzung bereits einige schöne Impressionen:    

Europäisches Kulturgut – verwahrlosen lassen?

Am 19. und 20. Juni fand im Nicolaihaus in Mitte eine internationale Tagung statt. Unter dem Titel ‚Sharing als Chance‘ ging es um bürgerschaftliches Engagement bei der Erhaltung des europäischen kulturellen Erbes. Den Rahmen bildete das europäische Kulturerbejahre 2018, Veranstalter war die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Ergänzend zu Vorträgen und Foren stellten Initiativen engagierter Bürger an Infoständen ihre Arbeit vor – auch die GärtnerInitiative Arnswalder Platz. Statt einer braven Selbstdarstellung hauen wir ein wenig auf die Pauke und zeigen den internationalen Besuchern ein dreckiges Berlin. Genauer: vermüllte Plätze und Grünanlagen, eine verbreitete Un-Kultur in der deutschen Hauptstadt, durch staatliche Nachlässigkeit geduldet. Wir alle wissen: diese Bilder sind keine Ausnahmen, sondern an warmen Sommertagen – verstärkt am Wochenende – die Regel. Mit einem aus Anlass der Konferenz entwickelten Flyer, den wir in einer englischen und in einer deutschen Variante verteilten, stellten wir nicht nur das Problem dar und forderten mehr Engagement von Politik und Verwaltung, sondern machten auch Lösungsvorschläge für ein konzertiertes Maßnahmenbündel: Zuweisung zweckgebundener Grünpflege-Mittel an die Bezirke Bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Grünflächenämter Größere und …

Ein Pflanztag mit freundlichem Besuch

  Fotos (2): Bernd Wähner Unsere letzte größere Pflanzaktion lag schon drei Jahre zurück. Im Mai 2014 bepflanzten wir das Beet Pasteurstraße links (von der Straße aus gesehen) mit Stauden nach eigenem, mit dem Bezirk abgestimmtem Pflanzplan. Am 15. Juni 2013 hatten wir bereits mit einer privaten Spende das durch behördlichen Pflegemangel eingegangene Rosenbeet an der Brunnenstube neu bepflanzt. Eine solche Aktion, die einen ‚Ausbruch‘ aus der normalen Pflege- und Säuberungsroutine bedeutet, erfordert natürlich eine entsprechende finanzielle Ausstattung. Damals kam sie aus einem Topf, der aus Grün-Ausgleichsmitteln gespeist war, die die Firma REWE für die temporäre Nutzung der Werneuchener Wiese zu entrichten hatte. Diesmal, zum 21.04.18, konnten wir aus einer Zuwendung in Höhe von 2.400 € schöpfen, die wir vom Verein der Freunde der Stiftung Denkmalschutz Berlin erhielten. Ziel von Verein und Stiftung ist es, zur Förderung der Denkmalpflege und der entsprechenden Bildung in Berlin beizutragen. Denn, so heißt es auf der Website des Vereins: „Die Pflege und Bewahrung dieses historischen Erbes ist ein wesentlicher Beitrag auch zur Identitätsstiftung mit Berlin.“ Warme Worte wechseln die …

Sanierung und Zerstörung 2017 – Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen

Die nachfolgenden Bilder sind Momentaufnahmen vom 18. November 2017. Das erste Bild zeigt eine originale, reparierte und neu verfugte Klinkerwand auf dem in Sanierung befindlichen Platz-Abschnitt nahe der Danziger Straße, das zweite – kaum zu unterscheiden – eine neu gemauerte Wand mit dem gleichen teuren Wittmunder Torfbrandklinker, wie er hier in den 30er Jahren zum Einsatz kam. Die freundlichen Maurer, die hier arbeiten, von altem Schrot und Korn, verrichten ihr Werk mit traditionellem Handwerkerstolz. Den ‚Respekt‘ eines Teils der heutigen Jugend vor einem Denkmal und vor dem Schaffen von Handwerkern dokumentieren die darauf folgenden Bilder. Die Bilder vom Brunnen und die vandalisierte Bank runden das Bild ab.     Viele Anwohner meiden einen solchen Ort, weil er nicht Freude, sondern traurig macht. Es wird nicht lange dauern, bis das Brunnenplateau ganz den Gangs überlassen wird, wenn nicht… ja wenn nicht, möglichst schnell, unter Einsatz von öffentlichen Geldern und aggressiver Reinigungschemie… Bis die nächsten Jugendlichen mit der Spraydose ihr Revier markieren. Wird das auch in Zukunft so bleiben? …müssen??!   Nachtrag 1. November 2018 Dass unsere …

September 2017: Fünf Jahre GärtnerInitiative!

Im September 2012 gab es – im übertragenen Sinne –  unseren ersten Spatenstich: mit dem berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag, zu dem der Tagesspiegel gemeinsam mit Aktionspartnern aufrief. Rückblende: Nachdem der Arnswalder Platz im Mai 2010 nach mehrjähriger (teilweiser) Sanierung feierlich den Anrainern ‚übergeben‘ wurde, verfiel er aufs Schlimmste innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege durch das zuständige Pankower Grünflächenamt. Die Fotos im Archiv dieser Website sprechen Bände! Fassungslos und wütend über diese Vernachlässigung, folgten wir 2012 einem Aufruf des Tagesspiegel, sich auf einer eigens eingerichteten interaktiven Website für den ersten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag einzutragen. Er fand am 15. September 2012 statt. Dies war der Beginn nicht nur unserer politischen Kampagne für eine bessere Pflege von Berliner Parks und Gärten, insbesondere natürlich unseres großen Kiez-Gartendenkmals, sondern auch der Startschuss für das eigene beherzte öffentliche Gärtnern gemeinsam mit Anwohner*innen des Bötzowkiezes. Gleichzeitig engagierten wir uns hartnäckig für die ergänzende denkmalgerechte Herstellung des noch unsanierten Platzdrittels. Sie hat diesen Sommer endlich begonnen und wird leider wegen nicht absehbarer (!) Probleme erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Ein Grund war die Betonschicht …

Ergänzende denkmalgerechte Sanierung

Die Bilder zeigen die Planung und den Zustand im September 2017.   Die Reparatur bzw. Ergänzung defekter Stellen an der Klinkermauer wird mit dem gleichen Material durchgeführt wie ursprünglich verwendet: Wittmunder Torfbrandklinker. Die noch mit Klinker zu verblendenden Betonstufen zeigen, wie auch das Foto von dem von uns angelegten Rosenbeet, um wie viel das Niveau abgesenkt wurde. Die Pflege der Rosen erübrigte sich zu diesem Zeitpunkt: das Beet war unzugänglich und sollte im Herbst ohnehin aufgehoben werden. Die Rosen fanden dann an anderen Stellen auf dem Gartendenkmal einen neuen Platz, und im darauffolgenden Frühjahr sollten an der selben Stelle wieder die gleichen Westerland-Rosen neu gepflanzt werden.    Die damalige Absperrung war so weiträumig, weil auch die Zuwege von der Hans-Otto-Straße und von der Bötzowstraße (nachfolgend im Bild) wie auch die ‚Boulevard‘ genannten umlaufenden Wege erneuert wurden. Alle erhielten eine wassergebundene, verdichtete Sandoberfläche wie schon die anderen Boulevards.

Ein toller Gärtnertag inmitten der Sommerferien

Bei unserem Gärtnertermin am 19. August 2017 kamen unerwartet viele Leute: über zwanzig Erwachsene und zahlreiche Kinder. Die Stimmung war wie das Wetter – früher hätte man gesagt: bombig, doch das Wort hat heute einen fahlen Beigeschmack. Sagen wir: klasse, prima, ausgezeichnet. Wir haben viel geschafft, sind aber bei einigen Aufgaben in STREIK getreten. Auch dazu mehr Informationen in einer aktualisierten Ausgabe dieser Website bis Ende  August.    Das erste – und sicher nicht das letzte Mal – schloss sich an das übliche gemeinsame Kaffetrinken ein Boule-Spiel an. Schöööön 🙂 !

Juni 2017 begann die Sanierung des restlichen Platzes

Mitte Juni 2017 wurde es ernst mit den seit 2013 schmorenden Umbau-Absichten für das noch unsanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin. Das Gelände mit der Rasenfläche wurde um ca. 30 cm tiefer gelegt, sodass die alten Klinker-Einfassungen wieder zur Geltung kommen, die Betonwege wurden durch denkmalgerechte Wege ersetzt. Der Plan: nach historischem Vorbild Hecken pflanzen und Beete anlegen. Neue Bänke und Müllbehälter sollten das Bild abrunden und für Aufenthaltsqualität sorgen.       

Abfall in Parks und Gärten

Impressionen vom Müllproblem am Arnswalder Platz. Stand: Mai 2017.   Müllbehälter: zu klein, zu wenige, viel zu selten geleert; Pizza-Assietten passen nicht hinein.    Wie selbstverständlich landen Kippen (im Bild: schon zusammengekehrt) und Kronkorken auf dem Boden. Sie verfangen sich in dem Gestrüpp, das unter den Bänken in den Fugen des kaum pflegbaren Kleinpflasters wächst. Ein lesenswerter Artikel der Journalistin Anna Kröning in Welt Online / N24 setzt sich auf breiterer Basis mit dem Vermüllungsproblem in hiesigen Parks und Gärten auseinander und nimmt den Arnswalder Platz aufs Korn: „So verdreckt ist die Müllhauptstadt Berlin“ – hier als Links zu einer Pdf-Datei sowie (zeitlich befristet) als Online-Fassung mit einigen wütenden Kommentaren… Ein weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema fand sich im Mai im Tagesspiegel. Autor ist der engagierte SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD): „Sagen wir dem Schmutz endlich den Kampf an!“ Hier unsere Forderungen: City Tax verwenden: Nutzung eines Betrags, der einem Teil der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) entspricht, für die Reinhaltung insbesondere von öffentlichen Parks, Plätzen und Gärten, Begründung: Touristen brauchen diese Orte zum …

GärtnerInitiative erhielt Denkmalschutz-Medaille

Am 1. Dezember 2016 wurde uns – auf Empfehlung des Berliner Landeskonservators – im Roten Rathaus die Ferdinand-von-Quast-Medaille überreicht, eine Auszeichnung für Bürger-Engagement im Bereich der Denkmalpflege. Wir nahmen sie stellvertretend für alle entgegen, die sich seit September 2012 vor allem gärtnernd, aber auch Kuchen backend und sonstwie engagiert haben. Die Medaille ist nach dem ersten preußischen Staatskonservator benannt.  Gemeinsam mit uns erhielten diese Auszeichnung im Jahr 2016 zwei weitere Gärtner-Initiativen, nämlich die ‚Bürger für den Lietzensee e.V.‘ und der ‚Arbeitskreis Steppengarten‘. Außerdem wurden Medaillen für je zwei Personen vergeben, die sich forschend bzw. ein Wohnhaus der Moderne sanierend um den baulichen Denkmalschutz verdient gemacht haben (Dr. Sibylle Badstübner-Gröger / Prof. Dr. Ernst Badstübner und Dr. Ute Linz / Dr. Peter K. Bachmann).   Wir haben uns sehr über die anerkennenden Worte von Landeskonservator, Prof. Dr. Jörg Haspel (Foto), sowie über die fundierte und launige Laudatio des Gartendenkmalpflegers Klaus Lingenauber gefreut und uns im Namen aller ehrenamtlichen Helfer bedankt. Die Urkunde mit Begründung der Medaillen-Vergabe finden Sie hier. Wir als GärtnerInitiative haben uns in unserer …

September 2016, Grund zum Feiern: 4 Jahre GärtnerInitiative!

Als der Tagesspiegel Mitte September 2012 erstmalig zur berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion aufrief, meldete Carsten Meyer ein Projekt zur Reinigung und Verschönerung des Arnswalder Platzes an. Angeregt von der Öffentlichkeitsarbeit des Tagesspiegels und von im Bötzow-Viertel ausgehängten Plakaten kamen rund 60 Leute und fegten, harkten, schnitten, jäteten, was das Zeug hielt. Verbunden war die Aktion mit einem Protestschreiben mit Forderungen an Senat und Bezirk, das spontan 58 Leute unterzeichneten: nach aufwändiger Sanierung und feierlicher Einweihung im Mai 2010 war dieses Gartendenkmal (!) binnen zwei Jahren mangels jeder Pflege durch den Bezirk zu einem verwahrlosten Un-Ort geworden, den die AnwohnerInnen mieden. Mit regelmäßigem Engagement auf dem Platz hat die Initiaitive in vier Jahren viel erreicht: Tonnen Grünschnitt und Unkraut entfernt und ebensolche Mengen Müll gesammelt, aber auch drei neue Beete angelegt und dem Platz seine Aufenthaltsqualität für die Anrainer wiedergegeben. Das haben einige Engagierte am 10. September 2016 bei Sekt und Käseplatte gefeiert – nach getaner Arbeit… Wobei deutlich wurde: das Grünflächenamt muss viel mehr gegen die überbordende Vermüllung des Platzes tun und Dinge zuverlässig erledigen, die …

Beet an der Bötzowstraße angelegt

Wir, die GärtnerInitiative Arnswalder Platz, konnten im November 2015 ein völlig heruntergekommenes Beet an der Bötzowstraße erneuern lassen. Es befindet sich am mittigen Zugang zum Arnswalder Platz hinter der Info-Tafel. Ermöglicht wurde das durch eine Zahlung für Ausgleichsmaßnahmen der Firma REWE an den Bezirk Pankow für die Bodenversiegelung der Werneuchener Wiese – dort war ein provisorischer REWE-Markt während der Bauzeit des neuen Supermarktes an der Pasteurstraße errichtet worden. Von diesen Naturausgleichsmitteln, die für die versiegelte Fläche zunächst für den Zeitraum von einem Jahr 100.000,- € betragen, wurde der GärtnerInitiative auf unseren Antrag hin ein Betrag bewilligt, der u.a. für dieses Beet zweckgebunden eingesetzt werden konnte. Wir selber haben dann die Planung übernommen, die vom Grünflächenamt übrigens vollständig akzeptiert wurde. Während wir das Beet an der Pasteurstraße (am Eingang links) selber bepflanzt und die Pflanzen selber beschafft hatten, haben wir die Ausführung diesmal komplett an einen Gartenbaubetrieb vergeben. Der Boden war einfach zu problematisch (z.B. da stark verdichtet und mit vielen Baumwurzeln durchsetzt) und die Fläche zu groß, als dass wir dies im Rahmen unserer samstäglichen …

Viel mehr als ein Namensschild…

Dass der Arnswalder Platz „Arnswalder Platz“ heißt, konnte man jahrzehntelang ausschließlich an dem Namen der Tram-Haltestelle ablesen. Seit dem 24. März 2015 findet man den Namen endlich auch auf dem Platz selber. Nicht schwarz auf weiß wie bei einem Straßennamenschild, sondern weiß auf preußisch-blau: auf einer Infotafel, gestaltet entsprechend dem Retro-Design des Landesdenkmalamts, Abteilung Gartendenkmalpflege. Es finanzierte auch diese Infotafel, gemeinsam mit dem Bezirk Pankow. Herr Lingenauber vom Gartendenkmalamt lüpfte am 24. März das vorgehängte weiße Tuch und hielt eine kleine Ansprache, bevor wir gemeinsam mit ‚Anwohnern auf die Tafel anstoßen konnten. Auf ihr ist einiges mehr zu erfahren ist als nur der Platz-Name… Am besten vorbeikommen und vor Ort lesen! Oder den bequemen Weg wählen: einen Mausklick.       

Kommunikation mit Senat und BVV – Rückblick 2014

Seit dem Start der GärtnerInitiative Arnswalder Platz im September 2012 hatten wir mehrere Anläufe unternommen, den Bezirk Pankow und den Berliner Senat – namentlich den damaligen Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit – in die Pflicht für Berliner Plätze, Parks und Gärten zu nehmen: zum einen als Bringschuld für die Bürger/innen Berlins, die kieznahe Oasen für die Naherholung brauchen. Und zweitens, weil es für Berlin aus Gründen des Tourismus ein Anliegen sein muss, Parks und Gärten in einem akzeptablen Zustand zu halten. Der Bezirk Pankow kooperiert inzwischen gut mit uns (bis 2016 auf politischer Ebene: Baustadtrat Jens-Holger Kirchner, auf der Verwaltungsebene: Leitung und MitarbeiterInnen des Tiefbau- und Landschaftsplanungsamtes). So wurden manche zuvor vernachlässigte Reparaturen und gärtnerische Arbeiten ausgeführt. Das gleiche kann für den Senat nicht gesagt werden. Die Aktivitäten von Klaus Wowereit und der Senatskanzlei beschränkten sich stets auf freundliche Grußworte und Vertröstungen in die Zukunft. Einen Aufschluss darüber gibt unser Briefwechsel mit dem Senat. Einen Rückblick finden Sie nachfolgend.   Rückblick auf unsere Kommunikation mit Politik und Verwaltung Abgesehen davon, dass Bürger-Engagement dem Zeitgeist entspricht und …

Der Politik zeigen, was ’ne Harke ist!

Wir hören’s immer wieder: unser ‚Public Gardening‘ im Bötzow-Kiez macht Spaß. Man hat sich ausgepowert (mehr oder weniger, wie’s gefällt), hat Stadtnatur hautnah erfahren, sich bei Kaffee und Kuchen  gelabt und beim Klönschnack über’n Gartenzaun Neues aus dem Bötzowviertel erfahren. Anschließend fühlt man sich wieder richtig ‚geerdet‘. Andererseits wollen wir mit unserer freiwilligen Bürgerarbeit nicht Ausputzer für Versäumnisse der Politik sein. Sie vernachlässigt in weiten Teilen Berlins traditionelle Regelaufgaben der Park- und Gartenpflege, für die wir schließlich Steuern zahlen. Berlin ist gerade bei einer emnid-Umfrage unter 20 deutschen Städten bei der Frage, wie zufrieden Bürger/innen mit dem Pflegezustand von Parks und Grünanlagen sind, mit Abstand auf dem letzten Platz gelandet. (Siehe z.B. einen Bericht in der Berliner Zeitung.) Darum beschränken wir uns nicht auf unsere Freiwilligenarbeit. Sondern wir nehmen auch die Politik in die Pflicht. Die Verantwortung sehen wir nicht zuletzt beim Senat, der selbstverständlich die Gesamtstadt im Auge haben muss und nicht bequem auf die ausschließliche Zuständigkeit der Bezirke verweisen kann.  Hier ein Beispiel: Der Bezirk Pankow gibt jährlich nach Aussage des Baustadtrats Jens-Holger …

Mai 2014: die kreative Seite des Gärtnerns!

Bei unzähligen Garteneinsätzen seit September 2012 hatte die GärtnerInitiative nur einmal die Gelegenheit gehabt, zu pflanzen, nämlich Mitte Juni 2013: Rosen im Beet unterhalb des Brunnenstube. Am 17. Mai  2014 konnten wir erstmals wieder eine große Pflanzaktion durchführen. Ungefähr 440 Büsche, Stauden, Bodendecker und Ranker haben wir auf zwei Beeten an der Pasteurstraße und ergänzend im Rosenbeet unterhalb des Brunnens (zur Danziger Straße hin) eingepflanzt.  Es kamen ca. 30 Anwohnerinnen und Anwohner – die gutgelaunten und fleißigen Kinder nicht mitgerechnet! Außerdem entfernten wir Wildkräuter im Rosenbeet an der Brunnenstube befreiten wir ein vom Bezirk Pankow im letzten Sommer an der Hans-Otto-Straße angelegtes Rosenbeet vom Unkraut und schnitten viel Totholz aus den Hundsrosen am Beet heraus bereinigten unermüdliche Kinder und Jugendliche Wegekanten von Spontanvegetation fegten und harkten Helfer/innen auf befestigten Wegen Laub und Dreck weg. Nicht zuletzt hat die Aktion – bei bestem Wetter – viel Spaß gemacht, weil man sich ein wenig in städtischer Natur auspowern konnte und sich viele Gespräche mit Nachbarn aus dem Kiez ergaben. Wir danken in diesem Zusammenhang Café Ballon, Bäckerei …

Resümee 2013: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Nachdem der Platz bis Mai 2010 zu zwei Dritteln saniert und der Bevölkerung feierlich übergeben worden war, wurde er vom Bezirk nicht mehr gepflegt, sondern sich selber überlassen. Und verkam in kurzer Zeit zur hässlichen Karikatur eines Gartendenkmals. Doch seit unserer ‚Saubere Sache‘-Aktion vom 15. September 2012 unterstützte das Tiefbauamt des Bezirks Pankow unser Engagement. Innerhalb eines Jahres wurden deutliche Fortschritte erzielt: die Hecken wurden geschnitten, der Stierbrunnen und der kleine Froschbrunnen repariert, Vandalismusschäden beseitigt, Rosen neu gepflanzt und anschließend sogar gepflegt. Unsere Gärtner-Initiative ist seit ihrem Start am 15. September 2012 ein Erfolg, der  auf dem Engagement der beteiligten Bürgerinnen und Bürger des Bötzowviertels beruht. Die Aktionen am Platz machen Spaß, lassen uns Nachbarschaft neu erleben und stärken unsere Identifikation mit dem Kiez. Und das Bürgerengagement hat auch zu mehr Aktivitäten seitens des Bezirks beigetragen. Am Ball bleiben: Bürger und Bezirk! (Textstand: 2013) Ohne Bürgerengagement wird sich auch in Zukunft die Qualität des Arnswalder Platzes nicht weiter verbessern. Einige Areale sind immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Deshalb wird es auch weiterhin darauf ankommen, …

Aktion ein Jahr nach erstem ‚Saubere Sache‘-Engagement

Am 15. September 2012 fand unsere erste Aktion ‚Saubere Sache‘ auf dem Arnswalder Platz statt, bei der wir mit Besen und allerlei Gartengerät dem verwahrlosten und verkrauteten Gartendenkmal zu neuem Glanz verhalfen. Seitdem haben wir mehrfach mit größerer oder kleinerer Beteiligung die Platzanlage gepflegt und schließlich auch neu gepflanzt, wo Unkraut zwischenzeitlich Stauden erstickt hatte. Am 14. September 2013 rückten Anwohner des Bötzow-Kiezes im Rahmen der erneuten berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion auf dem ‚Arnsi‘ wieder dem unbändig wuchernden Grün zu Leibe. Der Tagesspiegel hatte diese Aktion wieder federführend organisiert, publizistisch begleitet und unsere GärtnerInitiative in einem  Artikel vorgestellt. Um es deutlich zu machen: der Arnswalder Platz ist kein Urwald – auch wenn es zwischenzeitlich so aussah. Sondern ein Gartendenkmal, das auf der Idee von verantwortungsvollen Grünplanern beruht, das steinerne, baulich verdichtete Berlin durch gestaltete Grünplätze aufzuwerten. Zur Erholung und seelischen Erbauung der Bürger. Grünplätze zum Sich-Wohlfühlen. Orte der öffentlichen Kommunikation, der Entspannung und des Spiels.  

Wie wir begannen

Der Startschuss der GärtnerInitiative Arnswalder Platz war die erste ‚Saubere Sache‘-Aktion des Tagesspiegels an diesem 15. September 2012. Der Tagesspiegel hatte eine Internetplattform erstellt, wo sich berlinweit BürgerInnen für eine Stadtreinigungs- bzw. Verschönerungsaktion anmelden konnten. Ich, Carsten Meyer, meldete eine Aktion für den Arnswalder Platz an. Grund dafür war mein Ärger, dass der Platz nach seiner aufwändigen Sanierung in den Jahren bis 2010 dann innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege völlig heruntergekommen war und nur noch in alkoholisiertem Zustand ertragen werden konnte – was verbreitet geschah. Mit gravierenden Vandalismusschäden. An diesem Tag kamen ca. 60 erwachsene AnwohnerInnen und viele Kinder, die Massen von Unkraut entfernten, die ausufernden Hecken schnitten, überwucherte Wegekanten wiederherstellten, verdreckte Treppen und Wege fegten, Laub und Zweige harkten und Müll entfernten. Kooperationspartner war die Berliner Stadtreinigung (BSR). Sie stellte Besen, Greifzangen und Handschuhe. Frau Benjamin, die Neubauplanerin des Pankower Grünflächenamtes, packte mit an. Angesichts des herabgewirtschafteten Gartendenkmals sah ich dringenden politischen Handlungsbedarf wandte ich mich an den Senat und die Pankower Bezirksverwaltung. Die Forderungen an Senat und BVV unterschrieben in einer von …

Verwahrlosung: wie saniert, so ruiniert

Was bis 2010 über mehrere Jahre für 650.000 € saniert worden war, verfiel innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege. Hier ein visueller Eindruck aus dem September 2012 – unmittelbar vor unserem ersten Gärtner-Einsatz: von Unkraut überwucherte Beete und Wegkanten, verkrautete Treppen, verschmutzte Pflasterung etc.       Infolge ausbleibender Fürsorge durch den Bezirk sank das Ansehen des Platzes rapide. Der entstandene Mangel an Respekt fand bei manchen Jugendlichen in Form von Vandalismus seinen Ausdruck. Das Grünflächenamt reagierte nicht adäquat: Auf eine nach ihrer Sanierung zerstörte Leuchte reagierte es, indem es einen Müllbeutel darüber stülpte. Nach zwei Jahren waren nur noch Fetzen davon übrig.       

Vorspiel: Einweihung des sanierten Gartendenkmals

Der Arnswalder Platz war für 1,3 Millionen Euro in mehreren Jahresetappen bis 2010 zu zwei Dritteln gartendenkmalpflegerisch korrekt wiederhergestellt worden. Die Hälfte davon floss in die Sanierung des monumentalen ‚Stierbrunnens‘, die andere Hälfte in die Sanierung bzw. Wiederherstellung der baulichen Anlagen (Klinkermauern, Leuchten, Pflasterungen, Wege, umfängliche Pflanzungen von Rosen, Sträuchern, Bodendeckern etc.)   Am 12. Mai 2010 gab es eine feierliche Einweihung des Platzes, und der Brunnen wurde wieder in Betrieb genommen. Es sprachen Bezirksbürgermeister Matthias Köhne, der das Objekt betreuende Gartendenkmalpfleger Klaus Lingenauber und andere Honoratioren. Ein Bläserensemble spielte auf. Die Stimmung war frohgemut, die Kinder eroberten sofort freudig den Brunnen! Wohl niemand ahnte das Grauen der Verwahrlosung, das nun folgen sollte.

Gewürdigt! – Entwürdigt! – Rehabilitiert? Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer in Pankow

Autor: Carsten Meyer GärtnerInitiative Arnswalder Platz Pro Kiez Bötzowviertel e.V. Lesen Sie hier, wie das Ansehen von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer, zwei herausragenden preußischen Landschaftsgärtnern, im Bezirk Pankow malträtiert wird. Erfahren Sie, wie damit auch das Image führender deutscher Gartenbauverbände und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten beschädigt wird. Entdecken Sie einen Unort mit Potential für hohe Aufenthaltsqualität am Rande des Volksparks Friedrichshain: die ‚Werneuchener Wiese‚. Erlangen Sie Einblick in den Zusammenhang des Bürgerengagements für die Aufwertung eines Lenné-Meyer-Ehrenmals mit der zukünftigen Nutzung der Werneuchener Wiese und erfahren Sie etwas über die mangelnde Einbindung der Bürger durch die Bezirksämter trotz entsprechendem BVV-Beschluss. Lassen wir uns alle ermutigen durch die ideelle Unterstützung von Kulursenator Klaus Lederer und das Engagement des Wahlkreisabgeordneten Tino Schopf für eine Aufwertung. Und lassen Sie sich schließlich inspirieren von der Idee eines würdigen Gedenkorts für Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer. Für Peter Joseph Lenné gibt es in Berlin noch kein einziges Denkmal! Grund genug, sich dafür zu engagieren. Lesen Sie weiter: Wer soll hier eigentlich geehrt werden?

Wer soll hier eigentlich geehrt werden?

Peter Joseph Lenné, 1789-1866, der Altmeister der preußischen Gartenkunst, Zeitgenosse Schinkels, ist sicher vielen bekannt. So vielen grünen Orten in Berlin verlieh er seine Handschrift. Dazu zählen unter anderem der Landschaftsgarten Glienicke, die Pfaueninsel, der Landschaftspark-Anteil des Schlossparks Charlottenburg, der Zoologische Garten, der Tiergarten, die Gartenanlage des Schlosses Friedrichsfelde, der Lustgarten, die ursprüngliche Gartenanlage des Leipziger Platzes, die Umgestaltung des Schönhauser Schlossparks zum Landschaftspark, die Umgestaltung des Luisenstädtischen Kanals zu einem Grünzug. Von Lenné stammt auch die Idee zur Schaffung des Volksparks Friedrichshain als östliches Gegenstück zum Tiergarten, der als erster kommunaler Park Berlins nicht für Königshaus und Adel, sondern ausschließlich für die Bevölkerung geschaffen werden sollte. Aber kennen Sie Gustav Meyer? „Meyer? Der Name kommt mir irjendwie bekannt vor. Aber Justaf? Justav Meyer? Kenn ick nich.“ So geht es sicher vielen Berlinern und insbesondere Neubürgern wie dem Autoren, der von den Leistungen seines Namensvetters zuvor nichts wusste. Nun: Gustav Meyer, 1816-1877, ist ein Schüler Lennés und arbeitete später auch in dessen Büro. Als 1870 das Berliner Gartenbauamt gegründet wurde, übernahm Meyer dessen Leitung als …

Wo ist das Ehrenmal ‚versteckt‘?

Das Ehrenmal für Lenné und Gustav Meyer befindet sich kaum wahrnehmbar an der Virchowstraße in Prenzlauer Berg in unmittelbarer Nähe zum Volkspark Friedrichshain. Gegenüber befindet sich das ‚Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten‘. Das Gelände des Ehrenmals wird begrenzt von je einer lückenhaften, halbrunden und meist ungeschnittenen Buchenhecke an der Kniprodestraße und an der Margarete-Sommer-Straße; auf der verkrauteten, nur sehr selten gemähten Wiese befinden sich zwei Eichen, davor große Würfel mit Graffiti bzw. Tags.   Man könnte sie für Betonwürfel halten – bis man näher tritt und Verblüffendes entdeckt: Sie sind aus Granit, auf ihnen befindet sich je eine flächendeckende Bronze-Tafel. Hier erfahren wir: Die beiden Eichen wurden zu Ehren von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer gepflanzt – unter der Schirmherrschaft führender deutscher Institutionen im Bereich der Landschafts-, Park- und Gartenkultur. Die beiden Tafeln weist aus: die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, den Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, den Landesverband Gartenbau und Landwirtschaft, den Fachverband Garten- Landschafts- und Sportplatzbau, die traditionsreiche Deutsche Gartenbaugesellschaft 1822, die Technische Fachhochshule (TFH, heute Beuth-Hochschule) sowie die grünen Fachbereiche …

Warum ein Ehrenmal? Warum an diesem Ort? Warum in dieser Form?!

Das Ehrenmal wurde in zwei Abschnitten in den Jahren 1995 und 1997 errichtet. Anlass waren zwei Jubiläen. 1995 wurde die Gustav Meyer-Eiche gepflanzt: 125 Jahre zuvor, also 1870, war eine ‚Deputation für städtische Park- und Gartenanlagen‘ (später: Berliner Gartenbauamt) gebildet worden, deren Leitung am 1. Juli Meyer als ‚Städtischer Gartendirector‘ übernahm. Die Ehrung für Peter Joseph Lenné mit der zweiten Eiche und einem weiteren Gedenkstein erfolgte zwei Jahre später. Damit wurde die Gründung der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822, also 175 Jahre früher, als ‚Verein zur Beförderung des Gartenbaues im preußischen Staate‘ gewürdigt, deren Mitbegründer Lenné war. Die Wahl für den Ort fiel zum einen aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Volkspark Friedrichshain, der beide Männer – als Ideengeber und Planer – miteinander verbindet. Dass das Areal andererseits unmittelbar an ein eng bebautes Wohnviertel anschließt – das Bötzowviertel in Prenzlauer Berg – reflektiert zum anderen die Volksnähe der beiden Grünplaner. Der planerische Gedanke hinter diesem heute desolaten, ungestaltet wirkenden Gelände erschließt sich erst auf den zweiten Blick: beim Blick auf den Plan Meyers für den Volkspark sowie dem …

Wer engagiert sich, wer (noch) nicht?

Im Dezember 2017 nahm ich Kontakt mit den auf den Bronzetafeln aufgeführten Verbänden auf, die ihr vom Bezirk Pankow so stiefmütterlich behandeltes Ehrenmal schlichtweg nicht mehr ‚auf dem Schirm’ hatten. Besonders aufgeschlossen und engagiert zeigte sich auf Anhieb Philipp Sattler, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL). Er managt auch das vom Umweltministerium geförderte Netzwerk Garten und Mensch, dessen Ziel u.a. ist: „Wahrnehmung und Bewusstsein für gestaltetes Grün als Kulturfaktor erhöhen; interessierte Bürger*innen einbinden und ihre Motivation und Eigeninitiative wachhalten“. Und um nichts anderes soll es ja bei diesem Projekt gehen, das nicht nur die zwei großen Gärtner würdigen, sondern auch Bewusstsein für deren Wirken schaffen soll sowie generell für den Wert von gepflegten öffentlichen Grünanlagen. Herr Sattler lud die Vertreter der auf den Bronzetafeln aufgeführten Gartenbauverbände zum 31. August 2018 zu einem Gedankenaustausch ein, darüber hinaus auch Herrn Erhard Mahler (ehemaliger Leiter der Berliner Grünverwaltung), Herrn Hans-Georg Büchner (Direktor des Stadtgartenamtes Ost-Berlin), Herrn Wolfgang Krause (ehemaliger Gartenamtsleiter Prenzlauer Berg), Herrn Tino Schopf MdA (SPD), Frau Antje Solmsdorf (Lenné-Akademie) und natürlich Vertreter von …

Wie kann das Ehrenmal aufgewertet werden?

Um mit der Aufwertung des Areals voranzukommen und eine Diskussionsgrundlage zu bieten, habe ich eine grafisch laienhafte Entwurfsskizze angefertigt. Leitziele waren dabei, die Würdigung der beiden Gartenkoryphäen wiederherzustellen, einen Ort mit höherer Aufenthaltsqualität zu schaffen und die Sichtbarkeit zu verbessern. Folgende Vorschläge für Gestaltungselemente sind in den Entwurf eingeflossen: Ergänzung der halbrunden Heckenpflanzungen, jedoch mittige Öffnung zu den angrenzenden Straßen (ein geschlossenes Halbrund wirkt wie eine Barriere) Wegebezüge, die der Idee des gestreckten Ovals folgen, sowie Aufwertung der Trampelpfad-Verbindung an der Virchowstraße (wassergebundene Oberfläche) Kreissegment-Bänke, die die Rundung der Hecken aufnehmen, um Aufenthaltsqualität zu schaffen Diagonalstellung der Granitwürfel: eleganterer Eindruck, bessere Lesbarkeit der Tafeln, Regenwasser läuft ab, die entwürdigende Nutzung der Tafeln als Picknick- und Frisiertisch für Hunde wird unterbunden Wiederherstellung des tiefergelegten Ovals zwecks Raumbildung Schaffung eines runden (oder ovalen) Mittelpunkts in Form eines Beetes, eines Monuments oder eines Brunnens als Blickfang und zur Gliederung des sehr langgestreckten Areals Schaffung einer optischen Begrenzung zum Nachbargrundstück z.B. in Form einer Hecke oder niedrigen Böschung, etwa mit trockenresistentem Bewuchs (z.B. Schmuck-Gräser) Aufstellung von Informationstafeln: zumindest zum Wirken …

Die Werneuchener Wiese

Die Werneuchener Wiese ist das Geviert zwischen Danziger Straße, Kniprodestraße, Virchowstraße und Margarete-Sommer-Straße; sie umfasst eine Fläche von knapp 3 Hektar. Auf ca. 2.500 Quadratmetern an der Virchowstraße befindet sich das Ehrenmal für Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer, auf dem Luftbild unten links innerhalb der gestrichelten Linie zu erkennen.  Das gesamte Gelände war vor dem Krieg mit Wohnhäusern bebaut. Um vom Flakbunker freies Schussfeld gegen die einrückende Rote Armee zu haben, wurden die letzten Häuser geschleift, die den Bombenkrieg überstanden hatten. Mehr erfahren Sie in einem sehr informativen Artikel von Albrecht Molle aus dem Jahr 2000. Das Gelände im Zuständigkeitsbereich des Straßen- und Grünflächenamtes Pankow ist eine Grünfläche ohne Aufenthaltsqualität und ohne Gestaltungskonzept. Ein Schild ‚Geschützte Grünanlage‘ wirkt wie Hohn, die große Fehlstelle im Zentrum spiegelt deren Zustand wider. Diese Fläche am Rand des Bezirks Pankow wirkt wie ein vergessenes Niemandsland: Hier eine Tankstelle mit Bestandsschutz, dort derzeit noch mehrere Beachvolleyballfelder, teils unter Straßenniveau; eine doppelte Baumreihe zeugt von der Absicht, eine Fußgängerallee zu schaffen. Doch es gibt auf dem ganzen Areal keinen einzigen angelegten …

Von der Werneuchener Wiese zur ‚Werneuchener Bürgerwiese‘

Die mangelhaften Wege und der Zustand des Lenné-/Meyer-Areals mit seinen Granitwürfeln waren für mich der Anstoß, mich an Politik und Verwaltung zu wenden. Tino Schopf MdA (SPD), über ein Direktmandat im Berliner Abgeordnetenhaus, führte dieses Anliegen mit der Initiativgruppe ‚Kunst und Gemüse’ zusammen, die für die Werneuchener Wiese ein Konzept für ein sozial orientiertes ‚Urban Gardening‘ Projekt für die ortsansässige Bevölkerung entworfen hatte. Aus dem Zusammenschluss heraus entwickelte sich ein Gesamtkonzept für ein Projekt Werneuchener Bürgerwiese‘, das im November 2017 von der BVV Pankow einstimmig beschlossen wurde. Es erging damit der Auftrag der BVV an die Verwaltung, es in Kooperation mit ortsansässigen Bürgerinitiativen und Interessierten zu verwirklichen. Wir engagierten Bürger nahmen bislang an einem einzigen gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der zuständigen Ämter teil – im Dezember letzten Jahres. Die nächste Einladung an die Verfasser dieses Konzeptes erging für den 20. November 2018 – ein Jahr nach dem BVV-Beschluss! Dort sollten die Ergebnisse eines Bodengutachtens zur Werneuchener Wiese vorgestellt werden und mit den Bürgern, dem BVV-Beschluss gemäß, über das weitere Vorgehen zur Realisierung der ‚Werneuchener Bürgerwiese‘ …

Kultursenator Lederer besucht das ‚Ehrenmal‘ – was kommt nun von Grünverbänden und Bezirk?

Wir haben uns sehr über den Besuch von Kultursenator Dr. Klaus Lederer am Ehrenmal am 17. November 2018 gefreut. Er zeigte sich bei der Ansicht dieses zu einer Karikatur verkommenen ‚Ehrenmals‘ erschüttert und sagte uns Unterstützung bei unserem Kampf für dessen Aufwertung zu. Er meinte, bei den erheblichen Investitionen für den in Aussicht stehenden benachbarten Schulbau müsste auch der Betrag vorhanden sein, um das Ehrenmal grundlegend zu erneuern und eine den beiden Landschaftsgärtnern und den auf den Bronzetafeln ‚verewigten’Grünverbänden würdige Anlage zu schaffen – mit Aufenthaltsqualität für die Besucher*innen des Ortes! Offenbar fand Senator Lederer auch die Idee sympathisch, diesen besonderen Schulstandort – an drei Seiten von Grün umgeben! – für das Konzept eines ‚grünen Klassenzimmers‘ zu nutzen: im Norden Urban Gardening mit der Möglichkeit, dort einen Schulgarten einzubinden, im Osten der Volkspark und im Süden das Ehrenmal, über das Wertschätzung für diesen Park und für die Kultur öffentlicher Grünanlagen vermittelt wird. Hier ein Link zu einem lesenswerten Artikel von Bernd Wähner in der Berliner Woche (Ausgabe Prenzlauer Berg) vom 05.12.2018, in dem er über …