Alle Artikel in: Politik und Verwaltung

Kultursenator Lederer besucht uns am letzten Gärtnertag 2018

‚Normal‘ ist dieser Gärtnertag nur insofern, als dass – wie immer im November – Unmengen an Laub zusammengefegt werden müssen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass der Senator für Kultur und Europa und stellvertretende Bürgermeister höchstselbst sich auf die Niederungen der Graswurzel-Arbeit begibt, mit guter Laune und ausreichend Zeit für Gespräche. Aber es passt auch zu diesem Klaus Lederer, der trotz Amt und Würden die Bodenhaftung nicht verloren hat! Und es passt ebenfalls inhaltlich, und zwar in doppelter Hinsicht: der Arnswalder Platz ist ein Gartendenkmal, und Denkmalpflege ist Teil seines Zuständigkeitsbereichs. Und die Anlage und Pflege städtischer Parks und Gärten sind kein Provinzthema: sie sind Teil der europäischen Kultur, wie wir selber oft betont haben, z.B. auf der Veranstaltung ‚Sharing als Chance‘. Diese Kultur ist in Berlin in den Zeiten des Spardiktats unter die Räder gekommen. Und dies wörtlich: Bei den Straßen- und Grünflächenämtern hatte die Autofahrerlobby stets die Oberhand bei der Vergabe der Mittel. Dr. Lederer hörte uns aufmerksam zu, als wir über das jahrelange Engagement so vieler auf dem Arnswalder Platz berichteten. Da wir – …

Kleines Fest – schöner Erfolg: 5. Sommerfest ‚Stierisch gut‘

Am 1. September 2018 wurde auf dem Arnswalder Platz das 5. Sommerfest gefeiert. Organisiert wurde es von der ‚AG Sommerfest‘, eine der Arbeitsgemeinschaften von Pro Kiez Bötzowviertel e.V. (die GärtnerInitiative Arnswalder Platz ist ebenfalls eine AG des Vereins). Das Fest war kleiner als in Vorjahren, eher besinnlich bei guter Stimmung, mit einem durchgehenden Programm statt mehrerer gleichzeitiger, konkurrierender Acts, die sich zum Teil akustisch störten oder an Remmidemmi erinnerten. Uns urbanen Gärtnern gefiel’s, vielen Dank an die vorbereitenden Ehrenamtlichen! Eröffnung durch den Bürgermeister Eröffnet wurde das Fest vom Pankower Bürgermeister, Sören Benn (Linke). Er kam gerade, noch bewegt, von einer Veranstaltung an der Friedensglocke im Volkspark Friedrichhain und erinnerte uns an diesem Weltfriedenstag zunächst daran, wie glücklich wir uns schätzen können, seit Jahrzehnten in einem friedlichen Land zu leben. Er würdigte nachdrücklich die Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement in einer lebendigen Demokratie als Ergänzung zum Handeln von Politik und Verwaltung. Aus gegebenem Anlass standen natürlich die Anerkennung der sozialen Verdienste von Pro Kiez im Vordergrund. Der Alt-Vorstandsvorsitzende – vom Moderator Steffen Siegmund als ‚Urgestein‘ angekündigt, stellte …

Hoher Besuch im Juli ’18

Am 21. Juli 2018 besuchte uns der Pankower Bezirks-Bürgermeister Sören Benn (Linke), gut gelaunt, aufmerksam zuhörend. Dem Grünflächenamt war natürlich bekannt, dass er kommen würde, und – welch ein Zufall! – die Mülltonnen waren geleert worden und zeigten sich aufgeräumt und ansehnlich wie Erich Honeckers aufpolierte Protokollstrecke nach Wandlitz. Als kleines Korrektiv überreichten wir Herrn Benn eine Collage mit den überquellenden Behältern an einem stinknormalen Sommer-Samstag dieses Jahr, hier zu bewundern. Der Bürgermeister war im Bilde und hatte auch unseren Müll-Flyer gelesen. So ging es schnell zur Sache: Mehr Abfallbehälter aufstellen –sah er ebenso als notwendig an, insbesondere im Gartenbereich hin zur Pasteurstraße (gegenwärtig zwei Tönnchen für zehn Bänke). Und: formschönere Behälter – auch Sören Benn zeigte kein Verständnis für diese Eimer mit den herausquellenden Müllbeuteln (nebenbei: diese Plaste-Müllbeutel sind zusätzlicher Plastikmüll). Und last but not least: höhere Leerungsfrequenzen sind notwendig – die Frage ist ‚nur‘: wie das zu organisieren ist. Alternativen: Modell 1: Das Grünflächenamt leert häufiger. Illusorisch beim gegenwärtigen Personalbestand; für Wochenenden, wenn die Leerungen besonders zwingend erforderlich wären, gibt es zusätzlich tarifvertragliche …

Einweihung des erweitert sanierten Arnswalder Platzes

Am Freitag, den 6. Juli 2018, fand anlässlich der Eröffnung des ergänzend sanierten Platzes eine kleine Feier statt. Es sprachen der Pankower Bau-Stadtrat, Herr Kuhn, Frau Lindstädt von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Herr Lingenauber vom Landesdenkmalamt und Herr Meyer von der GärtnerInitiative Arnswalder Platz. Hier ein paar Bild-Impressionen von diesem Tag.        Alle Redner zeigten sich erwartungsgemäß mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bedankten sich gegenseitig: Für das Erscheinen und die feierlich-freundlichen Worte des Stadtrats, für die kommunikative und kompetente Bürgerbeteiligung von Frau Benjamin, für die gute Arbeit der ausführenden Gärtner und Maurer, für das ehrenamtliche Engagement unserer Initiative. Es gab da auch ein paar dunkle Wolken am Himmel: die Erinnerung an die großflächigen Graffitis, die kurz vor Eröffnung noch entfernt worden waren, und unsere Klage über die bedrückende Verpackungsmüll-Situation auf dem Platz. Diese wird uns noch beschäftigen – voraussichtlich verstärkt wegen der geringen Müllbehälter-Kapazitäten im erneuerten Gartensegment. Dieses, unser aktuelles Schwerpunkt-Thema, wird uns auch bei unserem nächsten gemeinsamen Gärtnertermin am 21. Juli ab 13 Uhr beschäftigen: wenn uns unser Bezirksbürgermeister, Herr Sören Benn …

Die Kinderflohmarkt-Posse

Lesen Sie nachfolgend die Realsatire um die Genehmigung der traditionellen Kinderflohmärkte auf dem Arnswalder Platz im Jahr 2018.. Sehr bedauerlich war, dass leitende Beamte beim Straßen- und Grünflächenamt auf unsere konstruktiven Vorschläge zur Vereinfachung und bürgerfreundlicheren Organisation der Verwaltungsvorgänge – bis hin zur Entwicklung eines Antragsformulars für die Nutzung des öffentlichen Raums – keine Stellung bezogen hatten. Auch nicht betreffs unserer Nachfrage, ob bestimmte Verwaltungsvorschläge nicht schlanker gestaltet werden könnten, z.B. wenn es um die Genehmigung von harmlosen Kinderflohmärkten geht: Acht behördliche Stellen müssen dazu Gutachten schreiben… Genehmigung von  Kinderflohmärkten am Arnswalder Platz – eine Schildbürger-Posse der Verwaltung Der traditionelle Kinderflohmarkt in der Bötzowstraße am Arnswalder Platz wurde für das Jahr 2018 nicht genehmigt. Dann aber doch. Der Weg zur Genehmigung wirft ein Schlaglicht auf Berliner Entscheidungsprozesse – und warum es mit dem neuen Flughafen nicht klappt. Stichwort: Verantwortungs-Diffusion. Liebe Leserin, lieber Leser, strapazieren Sie für einen Moment Ihr inneres Auge. Was sehen Sie bei dem Begriff ‚Kinderflohmarkt‘ vor sich? Kommerzielles Treiben, Lautsprecherboxen, aus denen wummernde Bässe dröhnen, Grillrauchschwaden, Konsum von Speisen und Getränken, Müllhaufen …

Abfall in Parks und Gärten

Impressionen vom Müllproblem am Arnswalder Platz. Stand: Mai 2017.   Müllbehälter: zu klein, zu wenige, viel zu selten geleert; Pizza-Assietten passen nicht hinein.    Wie selbstverständlich landen Kippen (im Bild: schon zusammengekehrt) und Kronkorken auf dem Boden. Sie verfangen sich in dem Gestrüpp, das unter den Bänken in den Fugen des kaum pflegbaren Kleinpflasters wächst. Ein lesenswerter Artikel der Journalistin Anna Kröning in Welt Online / N24 setzt sich auf breiterer Basis mit dem Vermüllungsproblem in hiesigen Parks und Gärten auseinander und nimmt den Arnswalder Platz aufs Korn: „So verdreckt ist die Müllhauptstadt Berlin“ – hier als Links zu einer Pdf-Datei sowie (zeitlich befristet) als Online-Fassung mit einigen wütenden Kommentaren… Ein weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema fand sich im Mai im Tagesspiegel. Autor ist der engagierte SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD): „Sagen wir dem Schmutz endlich den Kampf an!“ Hier unsere Forderungen: City Tax verwenden: Nutzung eines Betrags, der einem Teil der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) entspricht, für die Reinhaltung insbesondere von öffentlichen Parks, Plätzen und Gärten, Begründung: Touristen brauchen diese Orte zum …

Kommunikation mit Senat und BVV – Rückblick 2014

Seit dem Start der GärtnerInitiative Arnswalder Platz im September 2012 hatten wir mehrere Anläufe unternommen, den Bezirk Pankow und den Berliner Senat – namentlich den damaligen Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit – in die Pflicht für Berliner Plätze, Parks und Gärten zu nehmen: zum einen als Bringschuld für die Bürger/innen Berlins, die kieznahe Oasen für die Naherholung brauchen. Und zweitens, weil es für Berlin aus Gründen des Tourismus ein Anliegen sein muss, Parks und Gärten in einem akzeptablen Zustand zu halten. Der Bezirk Pankow kooperiert inzwischen gut mit uns (bis 2016 auf politischer Ebene: Baustadtrat Jens-Holger Kirchner, auf der Verwaltungsebene: Leitung und MitarbeiterInnen des Tiefbau- und Landschaftsplanungsamtes). So wurden manche zuvor vernachlässigte Reparaturen und gärtnerische Arbeiten ausgeführt. Das gleiche kann für den Senat nicht gesagt werden. Die Aktivitäten von Klaus Wowereit und der Senatskanzlei beschränkten sich stets auf freundliche Grußworte und Vertröstungen in die Zukunft. Einen Aufschluss darüber gibt unser Briefwechsel mit dem Senat. Einen Rückblick finden Sie nachfolgend.   Rückblick auf unsere Kommunikation mit Politik und Verwaltung Abgesehen davon, dass Bürger-Engagement dem Zeitgeist entspricht und …

Der Politik zeigen, was ’ne Harke ist!

Wir hören’s immer wieder: unser ‚Public Gardening‘ im Bötzow-Kiez macht Spaß. Man hat sich ausgepowert (mehr oder weniger, wie’s gefällt), hat Stadtnatur hautnah erfahren, sich bei Kaffee und Kuchen  gelabt und beim Klönschnack über’n Gartenzaun Neues aus dem Bötzowviertel erfahren. Anschließend fühlt man sich wieder richtig ‚geerdet‘. Andererseits wollen wir mit unserer freiwilligen Bürgerarbeit nicht Ausputzer für Versäumnisse der Politik sein. Sie vernachlässigt in weiten Teilen Berlins traditionelle Regelaufgaben der Park- und Gartenpflege, für die wir schließlich Steuern zahlen. Berlin ist gerade bei einer emnid-Umfrage unter 20 deutschen Städten bei der Frage, wie zufrieden Bürger/innen mit dem Pflegezustand von Parks und Grünanlagen sind, mit Abstand auf dem letzten Platz gelandet. (Siehe z.B. einen Bericht in der Berliner Zeitung.) Darum beschränken wir uns nicht auf unsere Freiwilligenarbeit. Sondern wir nehmen auch die Politik in die Pflicht. Die Verantwortung sehen wir nicht zuletzt beim Senat, der selbstverständlich die Gesamtstadt im Auge haben muss und nicht bequem auf die ausschließliche Zuständigkeit der Bezirke verweisen kann.  Hier ein Beispiel: Der Bezirk Pankow gibt jährlich nach Aussage des Baustadtrats Jens-Holger …

Resümee 2013: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Nachdem der Platz bis Mai 2010 zu zwei Dritteln saniert und der Bevölkerung feierlich übergeben worden war, wurde er vom Bezirk nicht mehr gepflegt, sondern sich selber überlassen. Und verkam in kurzer Zeit zur hässlichen Karikatur eines Gartendenkmals. Doch seit unserer ‚Saubere Sache‘-Aktion vom 15. September 2012 unterstützte das Tiefbauamt des Bezirks Pankow unser Engagement. Innerhalb eines Jahres wurden deutliche Fortschritte erzielt: die Hecken wurden geschnitten, der Stierbrunnen und der kleine Froschbrunnen repariert, Vandalismusschäden beseitigt, Rosen neu gepflanzt und anschließend sogar gepflegt. Unsere Gärtner-Initiative ist seit ihrem Start am 15. September 2012 ein Erfolg, der  auf dem Engagement der beteiligten Bürgerinnen und Bürger des Bötzowviertels beruht. Die Aktionen am Platz machen Spaß, lassen uns Nachbarschaft neu erleben und stärken unsere Identifikation mit dem Kiez. Und das Bürgerengagement hat auch zu mehr Aktivitäten seitens des Bezirks beigetragen. Am Ball bleiben: Bürger und Bezirk! (Textstand: 2013) Ohne Bürgerengagement wird sich auch in Zukunft die Qualität des Arnswalder Platzes nicht weiter verbessern. Einige Areale sind immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Deshalb wird es auch weiterhin darauf ankommen, …

Verwahrlosung: wie saniert, so ruiniert

Was bis 2010 über mehrere Jahre für 650.000 € saniert worden war, verfiel innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege. Hier ein visueller Eindruck aus dem September 2012 – unmittelbar vor unserem ersten Gärtner-Einsatz: von Unkraut überwucherte Beete und Wegkanten, verkrautete Treppen, verschmutzte Pflasterung etc.       Infolge ausbleibender Fürsorge durch den Bezirk sank das Ansehen des Platzes rapide. Der entstandene Mangel an Respekt fand bei manchen Jugendlichen in Form von Vandalismus seinen Ausdruck. Das Grünflächenamt reagierte nicht adäquat: Auf eine nach ihrer Sanierung zerstörte Leuchte reagierte es, indem es einen Müllbeutel darüber stülpte. Nach zwei Jahren waren nur noch Fetzen davon übrig.       

Vorspiel: Einweihung des sanierten Gartendenkmals

Der Arnswalder Platz war für 1,3 Millionen Euro in mehreren Jahresetappen bis 2010 zu zwei Dritteln gartendenkmalpflegerisch korrekt wiederhergestellt worden. Die Hälfte davon floss in die Sanierung des monumentalen ‚Stierbrunnens‘, die andere Hälfte in die Sanierung bzw. Wiederherstellung der baulichen Anlagen (Klinkermauern, Leuchten, Pflasterungen, Wege, umfängliche Pflanzungen von Rosen, Sträuchern, Bodendeckern etc.)   Am 12. Mai 2010 gab es eine feierliche Einweihung des Platzes, und der Brunnen wurde wieder in Betrieb genommen. Es sprachen Bezirksbürgermeister Matthias Köhne, der das Objekt betreuende Gartendenkmalpfleger Klaus Lingenauber und andere Honoratioren. Ein Bläserensemble spielte auf. Die Stimmung war frohgemut, die Kinder eroberten sofort freudig den Brunnen! Wohl niemand ahnte das Grauen der Verwahrlosung, das nun folgen sollte.

Gewürdigt! – Entwürdigt! – Rehabilitiert? Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer in Pankow

Autor: Carsten Meyer GärtnerInitiative Arnswalder Platz Pro Kiez Bötzowviertel e.V. Lesen Sie hier, wie das Ansehen von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer, zwei herausragenden preußischen Landschaftsgärtnern, im Bezirk Pankow malträtiert wird. Erfahren Sie, wie damit auch das Image führender deutscher Gartenbauverbände und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten beschädigt wird. Entdecken Sie einen Unort mit Potential für hohe Aufenthaltsqualität am Rande des Volksparks Friedrichshain: die ‚Werneuchener Wiese‚. Erlangen Sie Einblick in den Zusammenhang des Bürgerengagements für die Aufwertung eines Lenné-Meyer-Ehrenmals mit der zukünftigen Nutzung der Werneuchener Wiese und erfahren Sie etwas über die mangelnde Einbindung der Bürger durch die Bezirksämter trotz entsprechendem BVV-Beschluss. Lassen wir uns alle ermutigen durch die ideelle Unterstützung von Kulursenator Klaus Lederer und das Engagement des Wahlkreisabgeordneten Tino Schopf für eine Aufwertung. Und lassen Sie sich schließlich inspirieren von der Idee eines würdigen Gedenkorts für Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer. Für Peter Joseph Lenné gibt es in Berlin noch kein einziges Denkmal! Grund genug, sich dafür zu engagieren. Lesen Sie weiter: Wer soll hier eigentlich geehrt werden?

Wer soll hier eigentlich geehrt werden?

Peter Joseph Lenné, 1789-1866, der Altmeister der preußischen Gartenkunst, Zeitgenosse Schinkels, ist sicher vielen bekannt. So vielen grünen Orten in Berlin verlieh er seine Handschrift. Dazu zählen unter anderem der Landschaftsgarten Glienicke, die Pfaueninsel, der Landschaftspark-Anteil des Schlossparks Charlottenburg, der Zoologische Garten, der Tiergarten, die Gartenanlage des Schlosses Friedrichsfelde, der Lustgarten, die ursprüngliche Gartenanlage des Leipziger Platzes, die Umgestaltung des Schönhauser Schlossparks zum Landschaftspark, die Umgestaltung des Luisenstädtischen Kanals zu einem Grünzug. Von Lenné stammt auch die Idee zur Schaffung des Volksparks Friedrichshain als östliches Gegenstück zum Tiergarten, der als erster kommunaler Park Berlins nicht für Königshaus und Adel, sondern ausschließlich für die Bevölkerung geschaffen werden sollte. Aber kennen Sie Gustav Meyer? „Meyer? Der Name kommt mir irjendwie bekannt vor. Aber Justaf? Justav Meyer? Kenn ick nich.“ So geht es sicher vielen Berlinern und insbesondere Neubürgern wie dem Autoren, der von den Leistungen seines Namensvetters zuvor nichts wusste. Nun: Gustav Meyer, 1816-1877, ist ein Schüler Lennés und arbeitete später auch in dessen Büro. Als 1870 das Berliner Gartenbauamt gegründet wurde, übernahm Meyer dessen Leitung als …

Wo ist das Ehrenmal ‚versteckt‘?

Das Ehrenmal für Lenné und Gustav Meyer befindet sich kaum wahrnehmbar an der Virchowstraße in Prenzlauer Berg in unmittelbarer Nähe zum Volkspark Friedrichshain. Gegenüber befindet sich das ‚Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten‘. Das Gelände des Ehrenmals wird begrenzt von je einer lückenhaften, halbrunden und meist ungeschnittenen Buchenhecke an der Kniprodestraße und an der Margarete-Sommer-Straße; auf der verkrauteten, nur sehr selten gemähten Wiese befinden sich zwei Eichen, davor große Würfel mit Graffiti bzw. Tags.   Man könnte sie für Betonwürfel halten – bis man näher tritt und Verblüffendes entdeckt: Sie sind aus Granit, auf ihnen befindet sich je eine flächendeckende Bronze-Tafel. Hier erfahren wir: Die beiden Eichen wurden zu Ehren von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer gepflanzt – unter der Schirmherrschaft führender deutscher Institutionen im Bereich der Landschafts-, Park- und Gartenkultur. Die beiden Tafeln weist aus: die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, den Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, den Landesverband Gartenbau und Landwirtschaft, den Fachverband Garten- Landschafts- und Sportplatzbau, die traditionsreiche Deutsche Gartenbaugesellschaft 1822, die Technische Fachhochshule (TFH, heute Beuth-Hochschule) sowie die grünen Fachbereiche …

Warum ein Ehrenmal? Warum an diesem Ort? Warum in dieser Form?!

Das Ehrenmal wurde in zwei Abschnitten in den Jahren 1995 und 1997 errichtet. Anlass waren zwei Jubiläen. 1995 wurde die Gustav Meyer-Eiche gepflanzt: 125 Jahre zuvor, also 1870, war eine ‚Deputation für städtische Park- und Gartenanlagen‘ (später: Berliner Gartenbauamt) gebildet worden, deren Leitung am 1. Juli Meyer als ‚Städtischer Gartendirector‘ übernahm. Die Ehrung für Peter Joseph Lenné mit der zweiten Eiche und einem weiteren Gedenkstein erfolgte zwei Jahre später. Damit wurde die Gründung der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822, also 175 Jahre früher, als ‚Verein zur Beförderung des Gartenbaues im preußischen Staate‘ gewürdigt, deren Mitbegründer Lenné war. Die Wahl für den Ort fiel zum einen aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Volkspark Friedrichshain, der beide Männer – als Ideengeber und Planer – miteinander verbindet. Dass das Areal andererseits unmittelbar an ein eng bebautes Wohnviertel anschließt – das Bötzowviertel in Prenzlauer Berg – reflektiert zum anderen die Volksnähe der beiden Grünplaner. Der planerische Gedanke hinter diesem heute desolaten, ungestaltet wirkenden Gelände erschließt sich erst auf den zweiten Blick: beim Blick auf den Plan Meyers für den Volkspark sowie dem …

Wer engagiert sich, wer (noch) nicht?

Im Dezember 2017 nahm ich Kontakt mit den auf den Bronzetafeln aufgeführten Verbänden auf, die ihr vom Bezirk Pankow so stiefmütterlich behandeltes Ehrenmal schlichtweg nicht mehr ‚auf dem Schirm’ hatten. Besonders aufgeschlossen und engagiert zeigte sich auf Anhieb Philipp Sattler, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL). Er managt auch das vom Umweltministerium geförderte Netzwerk Garten und Mensch, dessen Ziel u.a. ist: „Wahrnehmung und Bewusstsein für gestaltetes Grün als Kulturfaktor erhöhen; interessierte Bürger*innen einbinden und ihre Motivation und Eigeninitiative wachhalten“. Und um nichts anderes soll es ja bei diesem Projekt gehen, das nicht nur die zwei großen Gärtner würdigen, sondern auch Bewusstsein für deren Wirken schaffen soll sowie generell für den Wert von gepflegten öffentlichen Grünanlagen. Herr Sattler lud die Vertreter der auf den Bronzetafeln aufgeführten Gartenbauverbände zum 31. August 2018 zu einem Gedankenaustausch ein, darüber hinaus auch Herrn Erhard Mahler (ehemaliger Leiter der Berliner Grünverwaltung), Herrn Hans-Georg Büchner (Direktor des Stadtgartenamtes Ost-Berlin), Herrn Wolfgang Krause (ehemaliger Gartenamtsleiter Prenzlauer Berg), Herrn Tino Schopf MdA (SPD), Frau Antje Solmsdorf (Lenné-Akademie) und natürlich Vertreter von …

Wie kann das Ehrenmal aufgewertet werden?

Um mit der Aufwertung des Areals voranzukommen und eine Diskussionsgrundlage zu bieten, habe ich eine grafisch laienhafte Entwurfsskizze angefertigt. Leitziele waren dabei, die Würdigung der beiden Gartenkoryphäen wiederherzustellen, einen Ort mit höherer Aufenthaltsqualität zu schaffen und die Sichtbarkeit zu verbessern. Folgende Vorschläge für Gestaltungselemente sind in den Entwurf eingeflossen: Ergänzung der halbrunden Heckenpflanzungen, jedoch mittige Öffnung zu den angrenzenden Straßen (ein geschlossenes Halbrund wirkt wie eine Barriere) Wegebezüge, die der Idee des gestreckten Ovals folgen, sowie Aufwertung der Trampelpfad-Verbindung an der Virchowstraße (wassergebundene Oberfläche) Kreissegment-Bänke, die die Rundung der Hecken aufnehmen, um Aufenthaltsqualität zu schaffen Diagonalstellung der Granitwürfel: eleganterer Eindruck, bessere Lesbarkeit der Tafeln, Regenwasser läuft ab, die entwürdigende Nutzung der Tafeln als Picknick- und Frisiertisch für Hunde wird unterbunden Wiederherstellung des tiefergelegten Ovals zwecks Raumbildung Schaffung eines runden (oder ovalen) Mittelpunkts in Form eines Beetes, eines Monuments oder eines Brunnens als Blickfang und zur Gliederung des sehr langgestreckten Areals Schaffung einer optischen Begrenzung zum Nachbargrundstück z.B. in Form einer Hecke oder niedrigen Böschung, etwa mit trockenresistentem Bewuchs (z.B. Schmuck-Gräser) Aufstellung von Informationstafeln: zumindest zum Wirken …

Die Werneuchener Wiese

Die Werneuchener Wiese ist das Geviert zwischen Danziger Straße, Kniprodestraße, Virchowstraße und Margarete-Sommer-Straße; sie umfasst eine Fläche von knapp 3 Hektar. Auf ca. 2.500 Quadratmetern an der Virchowstraße befindet sich das Ehrenmal für Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer, auf dem Luftbild unten links innerhalb der gestrichelten Linie zu erkennen.  Das gesamte Gelände war vor dem Krieg mit Wohnhäusern bebaut. Um vom Flakbunker freies Schussfeld gegen die einrückende Rote Armee zu haben, wurden die letzten Häuser geschleift, die den Bombenkrieg überstanden hatten. Mehr erfahren Sie in einem sehr informativen Artikel von Albrecht Molle aus dem Jahr 2000. Das Gelände im Zuständigkeitsbereich des Straßen- und Grünflächenamtes Pankow ist eine Grünfläche ohne Aufenthaltsqualität und ohne Gestaltungskonzept. Ein Schild ‚Geschützte Grünanlage‘ wirkt wie Hohn, die große Fehlstelle im Zentrum spiegelt deren Zustand wider. Diese Fläche am Rand des Bezirks Pankow wirkt wie ein vergessenes Niemandsland: Hier eine Tankstelle mit Bestandsschutz, dort derzeit noch mehrere Beachvolleyballfelder, teils unter Straßenniveau; eine doppelte Baumreihe zeugt von der Absicht, eine Fußgängerallee zu schaffen. Doch es gibt auf dem ganzen Areal keinen einzigen angelegten …

Von der Werneuchener Wiese zur ‚Werneuchener Bürgerwiese‘

Die mangelhaften Wege und der Zustand des Lenné-/Meyer-Areals mit seinen Granitwürfeln waren für mich der Anstoß, mich an Politik und Verwaltung zu wenden. Tino Schopf MdA (SPD), über ein Direktmandat im Berliner Abgeordnetenhaus, führte dieses Anliegen mit der Initiativgruppe ‚Kunst und Gemüse’ zusammen, die für die Werneuchener Wiese ein Konzept für ein sozial orientiertes ‚Urban Gardening‘ Projekt für die ortsansässige Bevölkerung entworfen hatte. Aus dem Zusammenschluss heraus entwickelte sich ein Gesamtkonzept für ein Projekt Werneuchener Bürgerwiese‘, das im November 2017 von der BVV Pankow einstimmig beschlossen wurde. Es erging damit der Auftrag der BVV an die Verwaltung, es in Kooperation mit ortsansässigen Bürgerinitiativen und Interessierten zu verwirklichen. Wir engagierten Bürger nahmen bislang an einem einzigen gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der zuständigen Ämter teil – im Dezember letzten Jahres. Die nächste Einladung an die Verfasser dieses Konzeptes erging für den 20. November 2018 – ein Jahr nach dem BVV-Beschluss! Dort sollten die Ergebnisse eines Bodengutachtens zur Werneuchener Wiese vorgestellt werden und mit den Bürgern, dem BVV-Beschluss gemäß, über das weitere Vorgehen zur Realisierung der ‚Werneuchener Bürgerwiese‘ …

Kultursenator Lederer besucht das ‚Ehrenmal‘ – was kommt nun von Grünverbänden und Bezirk?

Wir haben uns sehr über den Besuch von Kultursenator Dr. Klaus Lederer am Ehrenmal am 17. November 2018 gefreut. Er zeigte sich bei der Ansicht dieses zu einer Karikatur verkommenen ‚Ehrenmals‘ erschüttert und sagte uns Unterstützung bei unserem Kampf für dessen Aufwertung zu. Er meinte, bei den erheblichen Investitionen für den in Aussicht stehenden benachbarten Schulbau müsste auch der Betrag vorhanden sein, um das Ehrenmal grundlegend zu erneuern und eine den beiden Landschaftsgärtnern und den auf den Bronzetafeln ‚verewigten’Grünverbänden würdige Anlage zu schaffen – mit Aufenthaltsqualität für die Besucher*innen des Ortes! Offenbar fand Senator Lederer auch die Idee sympathisch, diesen besonderen Schulstandort – an drei Seiten von Grün umgeben! – für das Konzept eines ‚grünen Klassenzimmers‘ zu nutzen: im Norden Urban Gardening mit der Möglichkeit, dort einen Schulgarten einzubinden, im Osten der Volkspark und im Süden das Ehrenmal, über das Wertschätzung für diesen Park und für die Kultur öffentlicher Grünanlagen vermittelt wird. Hier ein Link zu einem lesenswerten Artikel von Bernd Wähner in der Berliner Woche (Ausgabe Prenzlauer Berg) vom 05.12.2018, in dem er über …

Was plant die Bauverwaltung mit der Werneuchener Wiese?

Am Dienstag, den 20. 11. 2018, fand endlich eine Gesprächsrunde in Amtsräumen des Pankower Baustadtrats Kuhn statt – elf Monate (!) nach dem letzten persönlichen Kontakt mit den Bürgern in großer Runde –, um mit ihnen gemeinsam den BVV-Beschluss vom November 2017 umzusetzen! Themen waren die Vorstellung eines Altlastengutachtens für die Werneuchener Wiese und ein Austausch über die Entwicklungsvorstellungen der verschiedenen Interessengruppen. Anwesend waren neben dem Baustadtrat u.a. der Fachbereichsleiter Stadterneuerung des Pankower Stadtentwicklungsamtes, Vertreter des Grünflächenamtes sowie die mit der Planung des Gesamtgeländes beauftragte Planergemeinschaft. Herr Philipp Sattler (DGGL) kam als Vertreter seines Verbandes und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA), und natürlich waren die hier engagierten Bürger*innen vertreten: der Verein ‚Kunst & Gemüse‘ als Initiator des Urban Gardening-Anteils im Gesamtkonzept Werneuchener Bürgerwiese sowie wir von der GärtnerInitiative / Pro Kiez Bötzowviertel als Engagierte für das Ehrenmal und die Anlage von Wegen. Es waren auch Beachvolleyballer von ‚City Beach Berlin‘ eingeladen, die in das Konzept künftig einbezogen werden sollen. Die Vorbereitung eines entsprechend ergänzenden neuen BVV-Beschlusses ist in Vorbereitung. Die Planergemeinschaft stellte ein Nutzungskonzept und …