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Was plant die Bauverwaltung mit der Werneuchener Wiese?

Am Dienstag, den 20. 11. 2018, fand endlich eine Gesprächsrunde in Amtsräumen des Pankower Baustadtrats Kuhn statt – elf Monate (!) nach dem letzten persönlichen Kontakt mit den Bürgern in großer Runde –, um mit ihnen gemeinsam den BVV-Beschluss vom November 2017 umzusetzen!
Themen waren die Vorstellung eines Altlastengutachtens für die Werneuchener Wiese und ein Austausch über die Entwicklungsvorstellungen der verschiedenen Interessengruppen.

Anwesend waren neben dem Baustadtrat u.a. der Fachbereichsleiter Stadterneuerung des Pankower Stadtentwicklungsamtes, Vertreter des Grünflächenamtes sowie die mit der Planung des Gesamtgeländes beauftragte Planergemeinschaft. Herr Philipp Sattler (DGGL) kam als Vertreter seines Verbandes und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA), und natürlich waren die hier engagierten Bürger*innen vertreten: der Verein ‚Kunst & Gemüse‘ als Initiator des Urban Gardening-Anteils im Gesamtkonzept Werneuchener Bürgerwiese sowie wir von der GärtnerInitiative / Pro Kiez Bötzowviertel als Engagierte für das Ehrenmal und die Anlage von Wegen. Es waren auch Beachvolleyballer von ‚City Beach Berlin‘ eingeladen, die in das Konzept künftig einbezogen werden sollen. Die Vorbereitung eines entsprechend ergänzenden neuen BVV-Beschlusses ist in Vorbereitung.

Die Planergemeinschaft stellte ein Nutzungskonzept und das Ergebnis von Bodenuntersuchungen vor, die deutlich machen, dass – mit Ausnahme eines Bereichs, in dem noch zu DDR-Zeiten der Bau eines Jugendfreizeitzentrums vorbereitet worden war –, sich unter einem Großteil der Werneuchener Wiese noch die Keller der Vorkriegs-Bebauung befinden. In fast allen anderen Bereichen müssen Tiefen-Enttrümmerungen durchgeführt werden, ob auch im Bereich des Gärtner-Ehrenmals, ist noch ungeklärt, da hier nur ein geringes Gewicht aufgebracht wird. Das benachbarte unterkellerete Gelände konnte sogar den Rewe-Markt tragen.

Geplant sind u.a. ein temporärer Ausweich-Schulstandort unmittelbar neben dem Gärtner-Gedenkareal und – auf unbestimmte Zeit – eine Feuerwache an der Danziger Straße. Ein Geländeteil ist für das von Kunst & Gemüse gemeinsam mit Anwohnern zu entwickelnde Urban Gardening-Projekt vorgesehen. Das Ehrenmal-Areal an der Virchowstraße soll als Gedenkort für Lenné und G. Meyer auf jeden Fall erhalten bleiben.

A) Lenné-/G.Meyer-Ehrenmal-Areal
B) Potentieller Schulstandort
C) Grün- und Freifläche, vorbehalten für Gemeinschaftsgärten
D) Standort geplante Feuerwache
E) Vorhandene Tankstelle

Das ursprüngliche Konzept ‚Werneuchener Bürgerwiese‘, mit dem Kunst & Gemüse e.V. und die GärtnerInitiative mit dem Ehrenmal-Vorhaben einen benachbarten Standort nutzen wollten, ist nun passé: durch die Entscheidung des Bezirks, einen temporären Schulstandort einzurichten. Im Gespräch ist ein Zeitraum von zehn Jahren. (Man weiß, wie langlebig solche ‚Provisorien‘ in Berlin sein können…) Die Schule wird wie ein Riegel zwischen dem Ehrenmal-Areal an der Virchowstraße und der grünen Bedarfsfläche liegen und verhindert so das geplante Nebeneinander von Gartenkultur und sozialem Gärtnern. Da sich nun ein neues Nebeneinander von ‚Urban Gardening‘ und Beachvolleyball anbietet, werden Kunst & Gemüse und City Beach Berlin ein gemeinsames Konzept erstellen.

Die Beach Volleyballer mit ihrem sportlichen Engagement geraten in Bedrängnis. Können sie bleiben, solange noch keine Enttrümmerung begonnen hat? Und was ist dann? Die Pacht auf der zunächst nicht betroffenen Fläche neben der Tankstelle jedenfalls ist zu hoch.

Wie die Beachvolleyballer, fühlten auch wir Denkmal-engagierte Anwohner*innen uns verprellt von dem Treffen: Stadtrat Vollrad Kuhn stellte klar, dass – auch wenn Haushaltsmittel in erheblicher Menge flössen –, man kein Personal habe, um die Planung seitens des Straßen- und Grünflächenamtes zu begleiten.

Das Argument des Personalnotstands ist natürlich nachvollziehbar. Aufgrund der rigiden Sparpolitik nach der Jahrhundertwende ist der Personalbestand des Stadtentwicklungsamtes Pankow radikal zusammengestrichen worden, und er kann auch nicht von heute auf morgen aufgestockt werden. Gleichzeitig sind mit den jetzt nachzuholenden Spielplatz- und Schulsanierungen und wegen der wachsenden Stadt mit einer gesteigerten Bautätigkeit neue Aufgaben auf die Baubehörde zugekommen.Das Problem: Wir konnten bei Herrn Kuhn keine Überlegungen erkennen, wie man den BVV-Beschluss für eine Werneuchener Bürgerwiese in einer Kooperation zwischen Bürger*innen und Verwaltung dennoch ernsthaft in Angriff nehmen kann, z.B. indem gleichzeitg für eine Entlastung der Verwaltung gesorgt wird.

Der Ansatz der politischen Leitung des Amtes war erkennbar nicht der, gemeinsam mit der engagierten Bürgergesellschaft zielgerichtet zu beraten, was im Sinne des BVV-Beschlusses vom November 2017 gelingen kann und wie. Wir Bürger*innen wurden auch in diesen zwölf Monaten kein einziges Mal von der beauftragten, hinter den Kulissen amtlicher Undurchschaubarkeit arbeitenden Planergemeinschaft kontaktet, um entsprechende Ideen gemeinsam zu entwickeln, was ja Geist und Text des BVV-Beschlusses entsprochen hätte!

Es bei ging der Sitzung am 20.11.2018 stattdessen im wesentlichen um das Aufzeigen von Grenzen und Unmöglichkeiten. Wie stünde es aber zum Beispiel mit der Einbeziehung Dritter, also mit der bei anderen öffentlichen Aufgaben erfolgreiche Delegierung von amtlichen Aufgaben, um die Personalnot des Amtes auszugleichen? Es war keine diesbezügliche Fantasie oder Unterstützungsbereitschaft erkennbar.

In Gegensatz zu dem, was ausgewiesene Fachleute fordern, was Bürger*innen vor Ort wollen und wofür sie sich engagieren, zeichnet sich ab: Stagnation, Beibehaltung eines unwürdigen Zustands.

Ihre weiterführenden Gedanken und Ideen werden wir an dieser Stelle gerne sammeln und veröffentlichen. arnswalderplatz@hotmail.de

 

Kooperation mit der Beuth-Hochschule

Wir bemühen uns, die einschlägigen Grünverbände und mit Grünplanung und -pflege befassten Bildungsinstitutionen in die Sanierung des Ehrenmals einzubeziehen bzw. ihre Unterstützung einzuwerben.

Auf Vermittlung von Herrn Philipp Sattler (DGGL) haben wir uns daher an Herrn Prof. Joerg-Ulrich Forner gewandt, der gegenwärtig an der Beuth-Hochschule für den Bereich ‚Gartendenkmalpflege‘ zuständig ist. Er zeigte sich interessiert, sich mit seinen Studierenden im Master-Studiengang ‚Urbanes Pflanzen- und Freiraum-Management‘ intensiver mit dem Ehrenmal-Areal zu befassen.

Professor Forner (vierter von rechts): „Lenné und Meyer sind die ‚Urväter‘ unseres Studiengangs Landschaftsarchitektur, so daß hier naturgemäß ein Eigeninteresse an dieser Thematik besteht.“ Am 7. Mai 2019 fand eine erste Ortsbesichtgung durch die Studierenden unter seiner Leitung statt .

Die Student*innen haben unter Anleitung von Professor Forner mittlerweile Bodenproben entnommen, die Schichtung der Bodenschichten dokumentiert und die örtlichen Gasbestandteile des Bodens ermittelt. Des Weiteren werden Blattproben genommen und die vorhandene Vegetation vor Ort bewertet. All dies sind Voraussetzungen für die künftige Pflanzen- und Standortwahl.

 

 

 

 

 

 

Wir haben die Aufmerksamkeit der Studierenden auch auf die stadträumlichen Aspekte gelenkt. Wie kann man das benachbarte Bötzowviertel und die künftig benachbarte Schule mit einem sinnvollen Wegekonzept einbinden? Wie verhält sich die umgebende Verkehrssituation zum Ehrenmal-Areal? Wie sieht es mit der Wahrnehmbarkeit des Ehrenmals, seiner Granitwürfel und der Bronzetafeln aus? Wie könnte man erstmals Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung schaffen?

Diese Ergebnisse und weitere Informationen zum Lenné-Meyer-Ehrenmal sollen im Rahmen einer Ausstellung zur Werneuchener Wiese präsentiert werden, die für den Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 in Vorbereitung ist.

Der Voruntersuchung soll sich dann die Entwurfsphase für eine überarbeitete Grünanlage anschließen. Dazu mehr im nächsten Beitrag: Neue Dynamik – vom ‚Ehrenmal‘ zum ‚Lern- und Gedenkort‘

Neue Dynamik – vom ‚Ehrenmal‘ zum ‚Lern- und Gedenkort‘

Öffentliche Parks und Plätze als rücksichtslos zu ‚konsumierender‘ Raum? Nein danke! Der Umstand, dass direkt benachbart eine Schule entsteht, hat diese Intention noch verstärkt. Die Grundidee: Respekt zu schaffen durch Bewusstsein über künstlerische Gestaltungsprinzipien und den Wert von Anlagen, wie sie Lenné und Gustav Meyer für Berlin in herausragender Weise geschaffen haben.

Das überarbeitete Projektkonzept wurde von der SPD als Antrag in die zuständigen Ausschüsse und in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Es wurde am 15. Mai 2019 – über alle Parteigrenzen hinweg – von der BVV einstimmig beschlossen!! Der Text ist hier nachzulesen.

Das Konzept mündete außerdem in eine Beschlussvorlage der SPD für den Haushaltausschuss des Senats, die bei den im Herbst anstehenden Beratungen über den Doppelhaushalt diskutiert werden soll.

Den Weg der Finanzierung über die Berliner Landesregierung statt über den Bezirk zu suchen, liegt aus zwei Gründen nahe: der Beschluss zur Anlage des Ehrenmals wurde ursprünglich Anfang der 1990er Jahre bei der Berliner Grünverwaltung gefällt, die damals noch zentral beim Senat angesiedelt war. Und zweitens sind Joseph Peter Lenné und Gustav Meyer keine Pankower ‚Lokalgrößen‘, sondern die bedeutendsten preußischen – und damit auch Berliner – Gestalter von öffentlichen Parks und Gärten. Dass die Wahl des Standortes für das Ehrenmal auf die Werneuchener Wiese fiel, ist nachvollziehbar: einerseits die unmittelbare Nachbarschaft des Volksparks Friedrichshain, dessen Spiritus Rector Lenné und dessen Gestalter sein Schüler Gustav Meyer war. Und andererseits bürgernah und damit erfahrbar direkt neben einem Wohnviertel gelegen.

Um diese Nähe zu betonen, wird künftig noch die Anbindung sowohl an das Bötzowviertel als auch an den Volkspark verbessert werden müssen: durch Rücknahme des unmittelbar angrenzenden, in der Virchowstraße und Margarete Sommer-Straße parkenden und durchfahrenden Verkehrs sowie durch Verbesserung der Wege-Anbindung an Kniprodestraße und Hufelandstraße.

Anstelle eines Überwegs vom Lenné-Meyer-Ehrenmal zum Volkspark: Parkplätze. Selbst hier hat das Auto Vorrang.

Virchowstraße, zwischen dem polnischen Ehrenmal und der Lenné-Meyer-Grünanlage: eine öde Verkehrsfläche als Barriere

Dieser Fußgänger-Überweg quert die Kniprodestraße und soll den Zugang zum Ehrenmal-Gelände schaffen. Doch am Ende trifft man auf eine geschlossene Hecke – Zugang versperrt!

Doch wie können wir die Bevölkerung bewegen und in unsere Überlegungen einbeziehen? Dazu entwickelten wir gemeinsam mit dem Museum Pankow die Idee, eine Ausstellung und ein Fachgespräch vor Ort zu veranstalten: am Tag des offenen Denkmals 2019!

Ausstellung und Fachgespräch am Tag des offenen Denkmals 2019

…wie soll das peinliche, unehrenhafte Ehrenmal für die beiden wichtigsten preußischen Gestalter öffentlicher Parks und Gärten aufgewertet werden?

Um diesen Fragen nachzugehen, die Situation des Ortes breiteren Kreisen bekannt zu machen und Schwung in die Entwicklung zu bringen, beschlossen wir im Mai gemeinsam mit dem Museum Pankow, zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 vor Ort eine Ausstellung zu erstellen.

Aus dem unerwartet umfänglichen Material erstellten wir zunächst nur eine kleine Ausstellung mit Fokus auf dem Ehrenmal und streifen die anderen Themen nur. (Die neun Ausstellungstafeln finden Sie hier.) Eine erweiterte Fortsetzung mit dem Schwerpunkt Geschichte der Werneuchener Wiese in Kooperation mit dem Museum Pankow ist beabsichtigt.

Eine wichtige Ergänzung waren Ausstellungstafeln, die Professor Joerg-Ulrich Forner von der Beuth-Hochschule erstellt hatte. Sie dokumentieren die Bestandsaufnahme und Vegetationskartierung, die seine Studierenden im Frühsommer durchgeführt hatten – eine unerlässliche Grundlage für künftige Planungen.

Wir waren mit dem Zuspruch für die Ausstellung und unsere Ziele durch die Bevölkerung sehr zufrieden. In wenigen Stunden erhielten wir 83 Unterschriften für unsere Forderungen (siehe Link!)

Unser Büchertisch – gemeinsam mit dem Museum Pankow –  war auch ein Ort für Gespräche zu Entwicklungschancen der Werneuchener Wiese und des Gärtner-Ehrenmals  zu einem lebendigen Gedenk- und Lernort.

Drei Führungen, die wir anboten, fanden guten Zuspruch.

Joachim Poweleit informiert hintergründig über die Geschichte der Werneuchener Wiese.

Petra Wilfert konzentriert sich auf Planungen und Versäumnisse der Bauverwaltung.

Carsten Meyer legt seinen Schwerpunkt auf das Ehrenmal für Lenné und Gustav Meyer.

An einer abendlichen Gesprächsrunde über die Zukunft des Areals beteiligten sich u.a. Pankows Bürgermeister Sören Benn, Baustadtrat Vollrad Kuhn, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) Philipp Sattler, Professor Forner, unser Wahlkreis-Abgeordneter Tino Schopf MdA, der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Mike Szidat, der Sprecher der Linken für Bauen und Wohnen Michail Nelken MdA, der Garten- und Landschaftsarchitekt Stephan Strauss, der ehemalige Gartenamtsleiter Prenzlauer Berg Wolfgang Krause und Sebastian Holtkamp von der Planergemeinschaft – Beauftragte für das Stadtumbaugebiet Prenzlauer Berg.

v.l.n.r.: Philipp Sattler, DGGL; Sebastian Holtkamp, Planergemeinschaft; Bürgermeister Sören Benn, Tino Schof MdA

Er spielte themengemäß eine zentrale Rolle: Baustadtrat Vollrad Kuhn.

v.l.n.r.: Joachim Poweleit und Klaus Lemmnitz, Pro Kiez Bötzowviertel e.V., Wolfgang Krause, ehem. Gartenamtsleiter Prenzlauer Berg; Dipl.Ing Stephan Strauss; Carsten Meyer, GärtnerInitiaitve Arnswalder Platz / Pro Kiez Bötzowviertel

Die Diskussion bewegte sich zwischen der Entschlossenheit, die Werneuchener Wiese endlich aus ihrer Stagnation zu befreien, und Pessimismus angesichts der personellen Situation und Schwerfälligkeit der Berliner / Pankower Verwaltung.

Ludger Lemper von der Kulturmarkthalle unterstützte uns unter anderem mit dem mobilen Café der KMH, das für das leibliche Wohl sorgte und eine schöne Kulisse bildete.

(Fotos Frank Brunhorn)

Manches bezüglich der Zeitplanung der Bauverwaltung zur Konkretisierung von beabsichtigten Maßnahmen müssten wir ergänzend noch in Erfahrung bringen. Wir werden daher an dieser Stelle weiter informieren, wenn unsere vertiefenden Fragen von der Verwaltung beantwortet wurden.

Jedenfalls hocherfreulich: am 12. Dezember 2019 erfolgte ein Durchbruch

400.000 Euro für die Aufwertung des Ehrenmals!

Nach zwei ‚erkämpften‘ BVV-Beschlüssen,
diversen Besprechungsrunden,
Promi-Besuch vor Ort (Dr. Klaus Lederer),
Erstellung und Pflege dieser Website
sowie der bei Pro Kiez e.V. produzierten (Teil-)Ausstellung zur Werneuchener Wiese mit dem Schwerpunkt Lenné-Meyer-Ehrenmal (LME), die vor Ort am Tag des offenen Denkmals (08.09.2019) präsentiert wurde,
einschließlich der dortigen Unterschriftenaktion
ist nun ein Durchbruch erfolgt:
Am 12. Dezember 2019 hat das Berliner Abgeordnetenhauses im Rahmen des  Doppelhaushalts 2020/21 für die nächsten beiden Haushaltsjahre jeweils 200.000 Euro für den Ausbau des LME zu einem ‚lebendigen Gedenk- und Lernort‘ bewilligt.

Neben unserem unermüdlichen Bohren ist dies vor allem der engagierten Unterstützung unseres Wahlkreisabgeordneten Tino Schopf (SPD) zu verdanken: Der entsprechende Antrag der SPD-Fraktion, für die Aufwertung der Ehrenmal-Grünanlage Haushaltmittel einzustellen, wurde von ihm initiiert und begleitet. Wir haben uns sehr gefreut. Danke sehr!!

Haben sich für die Werneuchener Wiese und das LME engagiert:
Tino Schopf, Carsten Meyer, Petra Wilfert, Joachim Poweleit.

Die Anwohnerinnen und Anwohner werden davon profitieren, wenn an der Ecke Kniprodestraße / Virchowstraße ein einladendes ‚grünes Vorzimmer‘ zum Volkspark Friedrichshain geschaffen wird. Und aus Sicht von uns Initiatoren von Pro Kiez Bötzowviertel e.V. samt GärtnerInitiative Arnswalder Platz wird unserem Ziel, die Kultur öffentlicher Parks und Gärten in Berlin zu stärken, in zweifacher Hinsicht gedient: mit einer künftig würdigeren Darstellung zweier großer Berliner bzw. preußischer Gartenkünstler und mit der Schaffung eines Ortes, der über ihr Schaffen informieren und zum verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichem Grün animieren soll.

Ebenfalls erfreut waren wir über die konstruktive Reaktion des Pankower Bezirksstadtrats für Stadtentwicklung, Vollrad Kuhn (Grüne), auf die Mittelbewilligung – immerhin bedeutet dies eine unerwartete Mehrbelastung für sein Amt in diesem und im kommenden Jahr. Zumindest für 2020 waren dessen personellen Kapazitäten eigentlich schon verplant. Dies wird einige Improvisation für das Amt erfordern und das partielle Delegieren von Aufgaben an externe Abwickler.

Wir vom Verein Pro Kiez – AG Bürgerbeteiligung – werden das Amt gerne ebenfalls unterstützen, z.B. mit der Organisation der obligatorischen Bürgerbeteiligung, und indem wir, nach unserer ausgiebigen Beschäftigung mit dem Areal, Anregungen für die Planung geben.

Sehr wertvoll für das Planungsamt wird auch die Bestandsaufnahme und Vegetationskartierung des LME-Areals sein, die Professor Forner von der Beuth-Hochschule im Sommer 2019 durchführte – eine wichtige Grundlage z.B. für künftige Erdarbeiten und Pflanzungen.

Als Nächstes sollte ein Arbeitsgespräch mit dem Planungsamt folgen, das nun die Zügel übernehmen muss – sicher in konstruktiver Abstimmung mit uns engagierten Bürger*innen und unserer Vorarbeit.  Das ist inzwischen erfolgt… 

Mai 2020: Planungsstart und Bürgerbeteiligung

Wir (Carsten Meyer, Joachim Poweleit, Petra Wilfert) freuen uns, dass das Vorhaben, den unehrenhaften ‚Ehrenort‘ für P.J. Lenné und Gustav Meyer umzubauen und aufzuwerten, nun in seine Planungsphase eintritt. Die Ausschreibung durch den Bezirk Pankow ist gelaufen und die Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke wurde mit der Planung beauftragt. Zum ersten Termin für die Bürgerbeteiligung laden das Pankower Straßen- und Grünflächenamt (SGA) sowie die Gebietsbeauftragten für den Stadtumbau, die Planergemeinschaft für Stadt und Raum eg, für den 28. Mai um 17:30 auf die Werneuchener Wiese (Virchowstraße) ein. Frau Benjamin wird das Projekt kurz vorstellen und wir haben Gelegenheit, unsere Vorstellungen zu präsentieren, die hier in einer Tabelle und in den zwei abgebildeten Entwürfen dokumentiert sind, der obere als Gruppenergebnis in der Interpretation von Carsten Meyer und darunter ein Alternativentwurf von Petra Wilfert. Anschließend werden von Frau Gehrke Vorstellungen und Wünsche der Bürger gesammelt, die in den Entwurf einfließen können.

Vorausgegangen waren Abstimmungen mit dem Bezirk Pankow: Ende Februar 2020 lud der Stadtrat für Stadtentwicklung, Vollrad Kuhn (Grüne) uns drei für das Ehrenmal Engagierte von der AG Bürgerbeteiligung bzw. der GärtnerInitiative Arnswalder Platz (beide bei Pro Kiez e.V.) zu einer Gesprächsrunde ein. Uns zur Seite standen Tino Schopf MdA (der die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel organisierte!) und Mike Szidat (BVV) (beide SPD) sowie Wolfgang Krause, der ehemalige Gartenamtsleiter Prenzlauer Berg, der in den 1990er Jahren an der Erstellung des Ehrenmals beteiligt war.

Herr Kuhn hatte dazu alle direkt und indirekt an dem Projekt Beteiligten beim Pankower Stadtentwicklungsamt ‚zusammengetrommelt‘ und auch eine Vertreterin des Hochbauamtes (wegen der Notwendigkeit der Projekt-Koordination mit dem künftigen Schul-Ersatzbau) sowie Vertreter der Planergemeinschaft (Stadtumbaubeauftragte u.a. für Prenzlauer Berg) eingeladen.

Sehr gefreut hat uns, dass Frau Leane Benjamin das Projekt steuern wird – sie hatte beide Sanierungsphasen des Arnswalder Platzes für das SGA in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt federführend begleitet. Seit über sieben Jahren hat sie unser Engagement auf dem Arnswalder Platz unterstützt. Auch Frau Benjamin war seinerzeit an der Errichtung des Ehrenmals maßgeblich beteiligt.

Seit Dezember 2019 ist der Vorschlag für einen Entwurf nach meiner (CM’s) ersten Planskizze weiter gereift. Das basiert auf Erkenntnissen und Ideen mehrerer Beteiligter: Zum Beispiel machte das Bodengutachten von Prof. Forner mit seinen Studierenden deutlich, dass der gewünschte Niveaunterschied zwischen dem langgestreckten Ehrenmal-Oval (‚Hippodrom‘) und dem Umfeld nicht mit vertretbarem Aufwand durch Bodenaushub zu erreichen ist – wegen des kontaminierten Erdreichs (der Untergrund ist durch Kriegstrümmer belastet). Frank Brunhorn kam auf die Idee, die gewünschte, für Gustav Meyer typische Hippodrom-Form durch umlaufende Treppenstufen zu erzielen – was gleichzeitig Sitzmöglichkeiten schafft. Herr Krause steuerte entscheidende Ideen zur Vegetation (Erneuerung der Hecke) und zu einer ‚digitalen Überbauung‘ des Lernortes bei. Joachim Kuhn engagierte sich für das Verhindern potentieller Trampelpfade, indem künftige Abkürzungswege mitgedacht werden. Petra Wilfert hatte u.a. Anregungen zur Wegeführung und zur Bedeutung von Sichtbezügen, etc. (Ich selber, hatte auch noch ein paar Ideen;-)

Die Bürgerbeteiligung begann mit einem Vor-Ort-Termin am 28. Mai 2020 – durch die Corona-Pandemie bei strenger Beachtung der amtlichen Sicherheitsvorgaben.  Ein Protokoll finden Sie hier.
Ein zweiter Bürgerbeteiligungs-Termin fand am 13. August um 17:30 Uhr statt, ebenfalls vor Ort  Die offizielle Einladung ist hier dokumentiert. Die Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke präsentierte ihren aktuellen Plan; hier ihr Protokoll. Das Ergebnis reflektiert auch die im Rahmen der Bürgerbeteiligung gemachten Vorschläge. Der Plan (ohne Höhenprofil) ist nachfolgend dargestellt; ein vollständiger Plan mit höherer Auflösung ist hier verlinkt.

Ich halte Sie hier über neue Entwicklungen auf dem Laufenden. (CM)

Wir hoffen, dass die Maßnahme Ende 2021 weitgehend abgeschlossen sein wird.

 

Endlich – die Bauarbeiten am Lenné-Meyer-Gedenkort haben begonnen!

Erstmalig werden 2021 Wege auf dem wüsten Gelände angelegt und der ursprüngliche Niveauunterschied zwischen dem zentralen langgestreckten Oval (‚Hippodrom‘) und dem Umfeld wiederhergestellt.

Das Gelände erhält einen neuen Zugang von der Kniprodestraße, die Buchenhecken werden wiederhergestellt. Später folgen die Anlage eines zentralen Staudenbeetes und die ‚Möblierung‘ mit Bänken und Müllbehältern. Der Entwurf stammt von der Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke, die viele unserer Ideen berücksichtigte. Wir (Wolfgang Krause, Petra Wilfert, Joachim Poweleit, Carsten Meyer) sind ihr dafür ebenso dankbar wie Frau Leane Benjamin vom SGA für die bürgerfreundliche Steuerung des Projektes.

Aus Kostengründen mussten wir uns von einigen Ideen und Wünschen verabschieden. So mussten wir auf einige originelle Sitzgelegenheiten und leider auch auf mehrere Müllbehälter verzichten. Besonders schmerzhaft ist für uns der Verzicht auf eine Dreiviertel-Rundbank (s. Pfeil), die als entspannter Kommunikationsort und der benachbarten Schule als ‚grünes Klassenzimmer‘ dienen sollte. Wir setzen uns dafür ein, dass das nachgeholt wird!

Wir arbeiten in unserem vierköpfigen Vorbereitungs-Team bei Pro Kiez Bötzowviertel e.V. gegenwärtig an der Textung von zwei beidseitig bedruckten Ausstellungstafeln, die über den Gedenkort, die Werneuchener Wiese, den Volkspark-Gedanken und nicht zuletzt über die beiden Landschaftsarchitekten informieren werden. Es folgt die Erarbeitung eines digitalen Rundgangs durch den Volkspark Friedrichshain mittels Smartphone.

Im Rahmen von Bemühungen, die Wegeführungen für das LMG-Projekt mit den sonstigen Planungen auf der Werneuchener Wiese mit dem Bezirk abzustimmen, erfuhren wir aus der Presse (!!), dass für eine Erschließung der benachbarten künftigen ‚Schuldrehscheibe‘ fast die gesamte, 25-jährige Eschenallee gefällt werden soll, das sind 47 Bäume, die sich in dem Vierteljahrhundert gut entwickelt haben. Wir versuchen die Baumfällungen gemeinsam mit einem breiten Bündnis zu verhindern, indem wir Vorschläge für eine – ohne Zeitverzögerung für den Schulbau zu realisierende! – alternative Wegeführung unterbreiten wollten. Wir hatten bereits im Dezember einen entsprechenden Abstimmungstermin mit Baustadtrat Kuhn – er wurde, wie auch nachfolgende Nachhol-Termine, abgesagt. Seit fünf Monaten warten wir nun (Anfang Mai 2021) auf diesen zentralen Aspekt von Bürgerbeteiligung. Für Ende Mai / Anfang Juni wurde uns nun ein Termin in Aussicht gestellt.