Werneuchener Wiese

Neue Dynamik – vom ‚Ehrenmal‘ zum ‚Lern- und Gedenkort‘

Öffentliche Parks und Plätze als rücksichtslos zu ‚konsumierender‘ Raum? Nein danke! Der Umstand, dass direkt benachbart eine Schule entsteht, hat diese Intention noch verstärkt. Die Grundidee: Respekt zu schaffen durch Bewusstsein über künstlerische Gestaltungsprinzipien und den Wert von Anlagen, wie sie Lenné und Gustav Meyer für Berlin in herausragender Weise geschaffen haben.

Das überarbeitete Projektkonzept wurde von der SPD als Antrag in die zuständigen Ausschüsse und in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Es wurde am 15. Mai 2019 – über alle Parteigrenzen hinweg – von der BVV einstimmig beschlossen!! Der Text ist hier nachzulesen.

Das Konzept mündete außerdem in eine Beschlussvorlage der SPD für den Haushaltausschuss des Senats, die bei den im Herbst anstehenden Beratungen über den Doppelhaushalt diskutiert werden soll.

Den Weg der Finanzierung über die Berliner Landesregierung statt über den Bezirk zu suchen, liegt aus zwei Gründen nahe: der Beschluss zur Anlage des Ehrenmals wurde ursprünglich Anfang der 1990er Jahre bei der Berliner Grünverwaltung gefällt, die damals noch zentral beim Senat angesiedelt war. Und zweitens sind Joseph Peter Lenné und Gustav Meyer keine Pankower ‚Lokalgrößen‘, sondern die bedeutendsten preußischen – und damit auch Berliner – Gestalter von öffentlichen Parks und Gärten. Dass die Wahl des Standortes für das Ehrenmal auf die Werneuchener Wiese fiel, ist nachvollziehbar: einerseits die unmittelbare Nachbarschaft des Volksparks Friedrichshain, dessen Spiritus Rector Lenné und dessen Gestalter sein Schüler Gustav Meyer war. Und andererseits bürgernah und damit erfahrbar direkt neben einem Wohnviertel gelegen.

Um diese Nähe zu betonen, wird künftig noch die Anbindung sowohl an das Bötzowviertel als auch an den Volkspark verbessert werden müssen: durch Rücknahme des unmittelbar angrenzenden, in der Virchowstraße und Margarete Sommer-Straße parkenden und durchfahrenden Verkehrs sowie durch Verbesserung der Wege-Anbindung an Kniprodestraße und Hufelandstraße.

Anstelle eines Überwegs vom Lenné-Meyer-Ehrenmal zum Volkspark: Parkplätze. Selbst hier hat das Auto Vorrang.

Virchowstraße, zwischen dem polnischen Ehrenmal und der Lenné-Meyer-Grünanlage: eine öde Verkehrsfläche als Barriere

Dieser Fußgänger-Überweg quert die Kniprodestraße und soll den Zugang zum Ehrenmal-Gelände schaffen. Doch am Ende trifft man auf eine geschlossene Hecke – Zugang versperrt!