Autor: CM

September 2017: Fünf Jahre GärtnerInitiative!

Im September 2012 gab es – im übertragenen Sinne –  unseren ersten Spatenstich: mit dem berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag, zu dem der Tagesspiegel gemeinsam mit Aktionspartnern aufrief. Rückblende: Nachdem der Arnswalder Platz im Mai 2010 nach mehrjähriger (teilweiser) Sanierung feierlich den Anrainern ‚übergeben‘ wurde, verfiel er aufs Schlimmste innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege durch das zuständige Pankower Grünflächenamt. Die Fotos im Archiv dieser Website sprechen Bände! Fassungslos und wütend über diese Vernachlässigung, folgten wir 2012 einem Aufruf des Tagesspiegel, sich auf einer eigens eingerichteten interaktiven Website für den ersten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag einzutragen. Er fand am 15. September 2012 statt. Dies war der Beginn nicht nur unserer politischen Kampagne für eine bessere Pflege von Berliner Parks und Gärten, insbesondere natürlich unseres großen Kiez-Gartendenkmals, sondern auch der Startschuss für das eigene beherzte öffentliche Gärtnern gemeinsam mit Anwohner*innen des Bötzowkiezes. Gleichzeitig engagierten wir uns hartnäckig für die ergänzende denkmalgerechte Herstellung des noch unsanierten Platzdrittels. Sie hat diesen Sommer endlich begonnen und wird leider wegen nicht absehbarer (!) Probleme erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Ein Grund war die Betonschicht …

Ergänzende denkmalgerechte Sanierung

Die Bilder zeigen die Planung und den Zustand im September 2017.   Die Reparatur bzw. Ergänzung defekter Stellen an der Klinkermauer wird mit dem gleichen Material durchgeführt wie ursprünglich verwendet: Wittmunder Torfbrandklinker. Die noch mit Klinker zu verblendenden Betonstufen zeigen, wie auch das Foto von dem von uns angelegten Rosenbeet, um wie viel das Niveau abgesenkt wurde. Die Pflege der Rosen erübrigte sich zu diesem Zeitpunkt: das Beet war unzugänglich und sollte im Herbst ohnehin aufgehoben werden. Die Rosen fanden dann an anderen Stellen auf dem Gartendenkmal einen neuen Platz, und im darauffolgenden Frühjahr sollten an der selben Stelle wieder die gleichen Westerland-Rosen neu gepflanzt werden.    Die damalige Absperrung war so weiträumig, weil auch die Zuwege von der Hans-Otto-Straße und von der Bötzowstraße (nachfolgend im Bild) wie auch die ‚Boulevard‘ genannten umlaufenden Wege erneuert wurden. Alle erhielten eine wassergebundene, verdichtete Sandoberfläche wie schon die anderen Boulevards.

Ein toller Gärtnertag inmitten der Sommerferien

Bei unserem Gärtnertermin am 19. August 2017 kamen unerwartet viele Leute: über zwanzig Erwachsene und zahlreiche Kinder. Die Stimmung war wie das Wetter – früher hätte man gesagt: bombig, doch das Wort hat heute einen fahlen Beigeschmack. Sagen wir: klasse, prima, ausgezeichnet. Wir haben viel geschafft, sind aber bei einigen Aufgaben in STREIK getreten. Auch dazu mehr Informationen in einer aktualisierten Ausgabe dieser Website bis Ende  August.    Das erste – und sicher nicht das letzte Mal – schloss sich an das übliche gemeinsame Kaffetrinken ein Boule-Spiel an. Schöööön 🙂 !

Juni 2017 begann die Sanierung des restlichen Platzes

Mitte Juni 2017 wurde es ernst mit den seit 2013 schmorenden Umbau-Absichten für das noch unsanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin. Das Gelände mit der Rasenfläche wurde um ca. 30 cm tiefer gelegt, sodass die alten Klinker-Einfassungen wieder zur Geltung kommen, die Betonwege wurden durch denkmalgerechte Wege ersetzt. Der Plan: nach historischem Vorbild Hecken pflanzen und Beete anlegen. Neue Bänke und Müllbehälter sollten das Bild abrunden und für Aufenthaltsqualität sorgen.       

Abfall in Parks und Gärten

Impressionen vom Müllproblem am Arnswalder Platz. Stand: Mai 2017.   Müllbehälter: zu klein, zu wenige, viel zu selten geleert; Pizza-Assietten passen nicht hinein.    Wie selbstverständlich landen Kippen (im Bild: schon zusammengekehrt) und Kronkorken auf dem Boden. Sie verfangen sich in dem Gestrüpp, das unter den Bänken in den Fugen des kaum pflegbaren Kleinpflasters wächst. Ein lesenswerter Artikel der Journalistin Anna Kröning in Welt Online / N24 setzt sich auf breiterer Basis mit dem Vermüllungsproblem in hiesigen Parks und Gärten auseinander und nimmt den Arnswalder Platz aufs Korn: „So verdreckt ist die Müllhauptstadt Berlin“ – hier als Links zu einer Pdf-Datei sowie (zeitlich befristet) als Online-Fassung mit einigen wütenden Kommentaren… Ein weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema fand sich im Mai im Tagesspiegel. Autor ist der engagierte SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD): „Sagen wir dem Schmutz endlich den Kampf an!“ Hier unsere Forderungen: City Tax verwenden: Nutzung eines Betrags, der einem Teil der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) entspricht, für die Reinhaltung insbesondere von öffentlichen Parks, Plätzen und Gärten, Begründung: Touristen brauchen diese Orte zum …

GärtnerInitiative erhielt Denkmalschutz-Medaille

Am 1. Dezember 2016 wurde uns – auf Empfehlung des Berliner Landeskonservators – im Roten Rathaus die Ferdinand-von-Quast-Medaille überreicht, eine Auszeichnung für Bürger-Engagement im Bereich der Denkmalpflege. Wir nahmen sie stellvertretend für alle entgegen, die sich seit September 2012 vor allem gärtnernd, aber auch Kuchen backend und sonstwie engagiert haben. Die Medaille ist nach dem ersten preußischen Staatskonservator benannt.  Gemeinsam mit uns erhielten diese Auszeichnung im Jahr 2016 zwei weitere Gärtner-Initiativen, nämlich die ‚Bürger für den Lietzensee e.V.‘ und der ‚Arbeitskreis Steppengarten‘. Außerdem wurden Medaillen für je zwei Personen vergeben, die sich forschend bzw. ein Wohnhaus der Moderne sanierend um den baulichen Denkmalschutz verdient gemacht haben (Dr. Sibylle Badstübner-Gröger / Prof. Dr. Ernst Badstübner und Dr. Ute Linz / Dr. Peter K. Bachmann).   Wir haben uns sehr über die anerkennenden Worte von Landeskonservator, Prof. Dr. Jörg Haspel (Foto), sowie über die fundierte und launige Laudatio des Gartendenkmalpflegers Klaus Lingenauber gefreut und uns im Namen aller ehrenamtlichen Helfer bedankt. Die Urkunde mit Begründung der Medaillen-Vergabe finden Sie hier. Wir als GärtnerInitiative haben uns in unserer …

September 2016, Grund zum Feiern: 4 Jahre GärtnerInitiative!

Als der Tagesspiegel Mitte September 2012 erstmalig zur berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion aufrief, meldete Carsten Meyer ein Projekt zur Reinigung und Verschönerung des Arnswalder Platzes an. Angeregt von der Öffentlichkeitsarbeit des Tagesspiegels und von im Bötzow-Viertel ausgehängten Plakaten kamen rund 60 Leute und fegten, harkten, schnitten, jäteten, was das Zeug hielt. Verbunden war die Aktion mit einem Protestschreiben mit Forderungen an Senat und Bezirk, das spontan 58 Leute unterzeichneten: nach aufwändiger Sanierung und feierlicher Einweihung im Mai 2010 war dieses Gartendenkmal (!) binnen zwei Jahren mangels jeder Pflege durch den Bezirk zu einem verwahrlosten Un-Ort geworden, den die AnwohnerInnen mieden. Mit regelmäßigem Engagement auf dem Platz hat die Initiaitive in vier Jahren viel erreicht: Tonnen Grünschnitt und Unkraut entfernt und ebensolche Mengen Müll gesammelt, aber auch drei neue Beete angelegt und dem Platz seine Aufenthaltsqualität für die Anrainer wiedergegeben. Das haben einige Engagierte am 10. September 2016 bei Sekt und Käseplatte gefeiert – nach getaner Arbeit… Wobei deutlich wurde: das Grünflächenamt muss viel mehr gegen die überbordende Vermüllung des Platzes tun und Dinge zuverlässig erledigen, die …

Beet an der Bötzowstraße angelegt

Wir, die GärtnerInitiative Arnswalder Platz, konnten im November 2015 ein völlig heruntergekommenes Beet an der Bötzowstraße erneuern lassen. Es befindet sich am mittigen Zugang zum Arnswalder Platz hinter der Info-Tafel. Ermöglicht wurde das durch eine Zahlung für Ausgleichsmaßnahmen der Firma REWE an den Bezirk Pankow für die Bodenversiegelung der Werneuchener Wiese – dort war ein provisorischer REWE-Markt während der Bauzeit des neuen Supermarktes an der Pasteurstraße errichtet worden. Von diesen Naturausgleichsmitteln, die für die versiegelte Fläche zunächst für den Zeitraum von einem Jahr 100.000,- € betragen, wurde der GärtnerInitiative auf unseren Antrag hin ein Betrag bewilligt, der u.a. für dieses Beet zweckgebunden eingesetzt werden konnte. Wir selber haben dann die Planung übernommen, die vom Grünflächenamt übrigens vollständig akzeptiert wurde. Während wir das Beet an der Pasteurstraße (am Eingang links) selber bepflanzt und die Pflanzen selber beschafft hatten, haben wir die Ausführung diesmal komplett an einen Gartenbaubetrieb vergeben. Der Boden war einfach zu problematisch (z.B. da stark verdichtet und mit vielen Baumwurzeln durchsetzt) und die Fläche zu groß, als dass wir dies im Rahmen unserer samstäglichen …

Viel mehr als ein Namensschild…

Dass der Arnswalder Platz „Arnswalder Platz“ heißt, konnte man jahrzehntelang ausschließlich an dem Namen der Tram-Haltestelle ablesen. Seit dem 24. März 2015 findet man den Namen endlich auch auf dem Platz selber. Nicht schwarz auf weiß wie bei einem Straßennamenschild, sondern weiß auf preußisch-blau: auf einer Infotafel, gestaltet entsprechend dem Retro-Design des Landesdenkmalamts, Abteilung Gartendenkmalpflege. Es finanzierte auch diese Infotafel, gemeinsam mit dem Bezirk Pankow. Herr Lingenauber vom Gartendenkmalamt lüpfte am 24. März das vorgehängte weiße Tuch und hielt eine kleine Ansprache, bevor wir gemeinsam mit ‚Anwohnern auf die Tafel anstoßen konnten. Auf ihr ist einiges mehr zu erfahren ist als nur der Platz-Name… Am besten vorbeikommen und vor Ort lesen! Oder den bequemen Weg wählen: einen Mausklick.       

Kommunikation mit Senat und BVV – Rückblick 2014

Seit dem Start der GärtnerInitiative Arnswalder Platz im September 2012 hatten wir mehrere Anläufe unternommen, den Bezirk Pankow und den Berliner Senat – namentlich den damaligen Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit – in die Pflicht für Berliner Plätze, Parks und Gärten zu nehmen: zum einen als Bringschuld für die Bürger/innen Berlins, die kieznahe Oasen für die Naherholung brauchen. Und zweitens, weil es für Berlin aus Gründen des Tourismus ein Anliegen sein muss, Parks und Gärten in einem akzeptablen Zustand zu halten. Der Bezirk Pankow kooperiert inzwischen gut mit uns (bis 2016 auf politischer Ebene: Baustadtrat Jens-Holger Kirchner, auf der Verwaltungsebene: Leitung und MitarbeiterInnen des Tiefbau- und Landschaftsplanungsamtes). So wurden manche zuvor vernachlässigte Reparaturen und gärtnerische Arbeiten ausgeführt. Das gleiche kann für den Senat nicht gesagt werden. Die Aktivitäten von Klaus Wowereit und der Senatskanzlei beschränkten sich stets auf freundliche Grußworte und Vertröstungen in die Zukunft. Einen Aufschluss darüber gibt unser Briefwechsel mit dem Senat. Einen Rückblick finden Sie nachfolgend.   Rückblick auf unsere Kommunikation mit Politik und Verwaltung Abgesehen davon, dass Bürger-Engagement dem Zeitgeist entspricht und …