GärtnerInitiative Arnswalder Platz

Die Pracht der Gärten hat stets die Liebe zur Natur als Voraussetzung (Mme de Stael)

Wieder mittendrin in der Gärtnersaison

Am Samstag, den 19. März begann wieder unser ‚Pflege-Turnus‘: jeden dritten Samstag im Monat von 13 Uhr bis … (open end): bürgerschaftliches Gärtnern und gemeinsames Reinigen des Arnswalder Platzes. Neue Mitgärtner_innen sind herzlich willkommen!

Die Gärtnertermine findet man unter den Rubriken ‚Termine & Aktionen‘ und ‚Bürgeraktion‘.

Die Kaffee- und Kuchenpause um drei Uhr gehört mittlerweile zum festen Bestandteil – dank freundlicher Unterstützung von lieben MitstreiterInnen! Hier eine Impression vom 16. April, ein regnerischer Tag, an dem wir vor allem gepflanzt haben – leider mit nur einem vergleichsweise kleinen Team.

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Eine Hörprobe zum Arswalder Platz

Hier ist ein kurzer Beitrag von Marianne Mielke über den ‚Arnsi‘ für das Pfingstprogramm 2016 von info-Radio zu hören.

Good news…

Eine Erleichterung für unsere Arbeit ist es, dass wir nun mit Unterstüzung des Baustadtrats Jens-Holger Kirchner unsere umfangreichen Gartengeräte in der sogenannten ‚Brunnenstube‘ – einem Raum unterhalb des Brunnenplateaus – aufbewahren können. Es entfällt so das mühselige Heranschleppen aus einem Privatkeller, der nur über eine steile Treppe zu erreichen ist.

Und vor allem zeichnet sich endlich ab, dass das noch nicht denkmalgerecht sanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin endlich saniert wird. Außer dem Denkmalpfleger soll bei der Ausgestaltung der Planungen auch noch unsere GärtnerInitiative bzw. der Trägerverein, ProKiez e.V., einbezogen werden. Ob die bauliche Umsetzung dieses Jahr erfolgen wird, ist leider noch ungewiss.

Beet an der Bötzowstraße angelegt

Wir, die GärtnerInitiative Arnswalder Platz, konnten im November 2015 ein völlig heruntergekommenes Beet an der Bötzowstraße erneuern lassen. Es befindet sich am mittigen Zugang zum Arnswalder Platz hinter der Info-Tafel. Ermöglicht wurde das durch eine Zahlung für Ausgleichsmaßnahmen der Firma REWE an den Bezirk Pankow für die Bodenversiegelung der Werneuchener Wiese – dort wurde ein provisorischer REWE-Markt während der Bauzeit des neuen Supermarktes an der Pasteurstraße errichtet.

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Von diesen Naturausgleichsmitteln, die für die versiegelte Fläche zunächst für den Zeitraum von einem Jahr 100.000,- € betragen, wurde der GärtnerInitiative auf unseren Antrag hin ein Betrag bewilligt, der u.a. für dieses Beet zweckgebunden eingesetzt werden konnte. Wir selber haben dann die Planung übernommen, die vom Grünflächenamt übrigens vollständig akzeptiert wurde. Während wir das Beet an der Pasteurstraße (am Eingang links) selber bepflanzt und die Pflanzen selber beschafft hatten, haben wir die Ausführung diesmal komplett an einen Gartenbaubetrieb vergeben. Der Boden war einfach zu problematisch (z.B. da stark verdichtet und mit vielen Baumwurzeln durchsetzt) und die Fläche zu groß, als dass wir dies im Rahmen unserer samstäglichen Gärtnertermine hätten schaffen können.

Feuerdornpflanzung gegen Graffiti-Sprayer

Respekt vor Denkmälern ist Graffiti-Sprayern offenbar fremd. Immer wieder werden der Brunnen und die Klinkerwände am Brunnenplateau mit Graffitis und ‚Tag‘-Kritzeleien verunziert. Besonders betroffen ist die Klinkerwand zur Danziger Straße hin: offenbar bietet sie den Graffiti-Sprayern eine ideale Schaufläche zur viel befahrenen B96 und zur Tramlinie M10. Jede Säuberung einer dieser großflächigen Graffitis schlägt mit rund 1.000 € zu Buche.

Wir haben durch Pflanzung von selbstklimmendem Wein versucht, diese Fläche für Sprayer unattraktiv zu machen – leider vergeblich. Die ca. 20 Weinpflanzen hatten keine Chance: Der Boden direkt vor der Mauer ist durch ein Gemisch von Reinigungsmitteln vom Entfernen der Graffiti und die vielen Pinkler, die sich dort hinter den Rosen erleichtern, verseucht. Hinzu kommt die mechanische Belastung: um zur Klinkerwand zu gelangen, trampeln Pinkler und Sprayer erstmal durch das Rosenbeet. Wir haben schon viele Pflanzen dadurch verloren.

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Im Herbst 2015 wurden vom Bezirk vor die Klinkerwand Feuerdorn-Sträucher gepflanzt. Wir hoffen, dass die dornigen Zweige künftig die Störenfriede abhalten werden… Zunächst wurde der Boden in einer Tiefe von ca. 20 cm ausgetauscht, damit die Pflanzen diesmal eine Chance haben. Hoffen wir, dass die Pflanzen ankommen und robust und bald groß genug sind, um Sprayer abzuhalten…

Pflanzung neuer Straßenbäume

Aus Haushaltsmitteln finanziert, wurden im Sommer 2015 im Bötzowviertel zahlreiche neue Bäume gepflanzt, u.a. im Bereich des Arnswalder Platzes. Viele wurden kurz nach der Pflanzung abgesägt, was Anfragen besorgter und wütender Bürger zur Folge hatte. Grund war, dass die abgesägten Bäume geschädigt waren und vom Bezirk nicht abgenommen wurden. Sie wurden jetzt ersetzt!

Sommer 2015 –  die Früchte unserer Arbeit:

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Viel mehr als ein Namensschild…

Dass der Arnswalder Platz „Arnswalder Platz“ heißt, konnte man bisher ausschließlich an dem Namen der Tram-Haltestelle ablesen. Seit dem 24. März 2015 findet man den Namen endlich auch auf dem Platz selber. Nicht schwarz auf weiß wie bei einem Straßennamenschild, sondern weiß auf preußisch-blau: auf einer Infotafel, gestaltet entsprechend dem Retro-Design des Landesdenkmalamts, Abteilung Gartendenkmalpflege. Es finanzierte auch diese Infotafel, gemeinsam mit dem Bezirk Pankow. Herr Lingenauber vom Gartendenkmalamt lüpfte am 24. März das vorgehängte weiße Tuch und hielt eine kleine Ansprache, bevor wir gemeinsam mit ‚Anwohnern auf die Tafel anstoßen konnten. Auf ihr ist einiges mehr zu erfahren ist als nur der Platz-Name… Am besten vorbeikommen und vor Ort lesen! Oder den bequemen Weg wählen: einen Mausklick.

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‚Ackern‘ und fordern

Wir hören’s immer wieder: unser ‚Public Gardening‘ im Bötzow-Kiez macht Spaß. Man hat sich ausgepowert (mehr oder weniger, wie’s gefällt), hat Stadtnatur hautnah erfahren, sich bei Kaffee und Kuchen  gelabt und beim Klönschnack über’n Gartenzaun Neues aus dem Bötzowviertel erfahren. Anschließend fühlt man sich wieder richtig ‚geerdet‘.

Andererseits wollen wir mit unserer freiwilligen Bürgerarbeit nicht Ausputzer für Versäumnisse der Politik sein. Sie vernachlässigt in weiten Teilen Berlins traditionelle Regelaufgaben der Park- und Gartenpflege, für die wir schließlich Steuern zahlen. Berlin ist gerade bei einer emnid-Umfrage unter 20 deutschen Städten bei der Frage, wie zufrieden Bürger/innen mit dem Pflegezustand von Parks und Grünanlagen sind, mit Abstand auf dem letzten Platz gelandet. (Siehe z.B. einen Bericht in der Berliner Zeitung.)

Darum beschränken wir uns nicht auf unsere Freiwilligenarbeit. Sondern wir nehmen auch die Politik in die Pflicht. Die Verantwortung sehen wir nicht zuletzt beim Senat, der selbstverständlich die Gesamtstadt im Auge haben muss und nicht bequem auf die ausschließliche Zuständigkeit der Bezirke verweisen kann.  Hier ein Beispiel: Der Bezirk Pankow gibt jährlich nach Aussage des Baustadtrats Jens-Holger Kirchner ca. 100.000 € allein für die Reinigung des Mauerparks aus, der in jedem internationalen Berlin-Reiseführer als Event-Ort steht. (Wegen der daraus folgenden Übernutzung ist er als ‚Park‘ kaum noch zu erkennen). Diese Zeche zahlt der Bezirk. Dieser Betrag steht dann den kieznahen, vor allem von Anwohnern genutzten Parks, Plätzen und Gärten nicht mehr zur Verfügung. Eigentlich ist klar: der Mauerpark ist von übergeordnetem touristischem Interesse für die Gesamtstadt. Der Senat erklärt sich aber nicht verantwortlich und schiebt dem Bezirk – und damit den Kiezbewohnern – den schwarzen Peter zu.

Daher haben wir im Juli 2014 Briefe an den Regierenden Bürgermeister und an Finanzsenator Nußbaum geschrieben weil wir wissen wollten: welche Verantwortung übernimmt der Senat? Und was geschieht mit der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘), die seit diesem Jahr für Hotelübernachtungen von Touristen  erhoben wird – vergleichbar einer Kurtaxe, die ja auch in die touristische Infrastruktur investiert wird?

Die Antworten, die mittlerweile vorliegen, sind ernüchternd und werden politisch begründet. Näheres nachfolgend:

Was kann und will der Senat tun?

Zum großen Sommerfest auf dem Arnswalder Platz am 28. Juni 2014 hatten wir einen Brief  an den Regierenden Bürgermeister bzw. den Senat aufgesetzt, der in wenigen Stunden von 155 Festbesuchern unterschrieben wurde. Wir setzen uns darin für folgende Forderungen ein:

  • Einsatz eines substantiellen Teils der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) für Pflegemaßnahmen an Parks und Gärten in Berlin, um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Stadt zu steigern
  • Aufstellung einer ‚Task Force‘ für Park-Reinigungseinsätze an Schönwettertagen und Wochenenden
  • Unterstützung der Bezirke bei der Professionalisierung von Aufgaben zur Pflege öffentlicher Anlagen, insbesondere
    • Ausschreibung eines berlinweit einsetzbaren Abfall-Entsorgungssystems für öffentliche Anlagen (rabensicher, ästhetisch, mit Aschenbecher, gut leerbar etc.) Anmerkung: Das Resultat wäre ein Angebot an die Bezirke und würde so nicht gegen die vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene eigenständige Verantwortung der Bezirke u.a. in Fragen der Bewirtschaftung der Bezirkshaushalte verstoßen.
    • Anschaffung von Kehrmaschinen und Stellung entsprechenden Personals für asphaltierte und gepflasterte Oberflächen in den Parks, die den Bezirken zur Verfügung gestellt würden. Dies ist eine der Aufgaben, die ehrenamtliche Gärtner und Bezirke übersteigt und die nicht effizient mit dem Besen erledigt werden können.
  • Unterstützung von Pilotprojekten zur optimierten Kooperation von Bürgern und Grünflächenämtern bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen, kurzfristig als Teilprojekt der IGA 2017

Diesen Brief und die anonymisierte Unterschriftenliste finden Sie per Mausklick, ebenso wie die Antwort darauf, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Auftrag der Senatskanzlei verfasste..

Wir suchen für diese politische Initiative den Schulterschluss mit dem Bezirk. Eine Mail mit entsprechendem Inhalt hatten wir am 6. Juli 2014 an die Herren Kirchner und Terlinden geschrieben. Sie finden den Text  hier, ebenso wie wir die Antworten darauf an dieser Stelle einstellen.

Einen weiteren Brief richteten wir am 27. Juni an Finanzsenator Dr. Nußbaum: Wie wird die City Tax eingesetzt? Kommt sie der touristischen Infrastruktur und insbesondere Parks, Plätzen und Gärten zugute? Die Antwort im Auftrag von Herrn Nußbaum ist eine Sammlung von ‚Wenns‘ und ‚Abers‘. Kernaussage: Die Steuereinnahmen sind nicht zweckgebunden und fließen in den regulären Haushalt, falls aber mehr eingenommen wird als geschätzt, dann vielleicht… In  dem Schreiben wird auch auf das Landesdenkmalamt verwiesen, dessen Mittelausstattung, wie wir wissen, denkbar minimal ist, sowie natürlich wieder: auf die Bezirke.

Was können wir tun?

Beide Briefe verweisen darauf, dass der gegenwärtige Zustand auf „politisch gewollte rechtliche, fiskalische und organisatorische Prinzipien“ beruhe (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) bzw. auf einen Beschluss des Berliner Angeordnetenhauses zurückzuführen sei (Senatsverwaltung für Finanzen).

Die Konsequenz für uns wird sein, dass wir auf Abgeordnete einwirken müssen, damit sie sich für entsprechende politische Weichenstellungen einsetzen. Unser Thema der Pflege von Parks, Plätzen und Gärten sowie das Erscheinungsbild der Stadt für Touristen  ist ein Querschnittsthema, das keiner politischen Partei eindeutig zugeschrieben werden kann. Wir bitten um Anregungen: welche Abgeordneten könnten wir ins Boot holen?

Und nun zur Werbung…

Auf dem Stadtteilfest hatten wir 7 laminierte Infotafeln aufgestellt, um Mitbürger für den Arnswalder Platz zu sensibilisieren, siehe nachfolgende Fotos. Spontan wurden wir beim Aufstellen von Nachbarn angesprochen, die nun mitmachen wollen. Wir freuen uns über Neuzugänge!

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Endlich, im Mai 2014: die kreative Seite des Gärtnerns!

Bei unzähligen Garteneinsätzen seit September 2012 hatte die GärtnerInitiative nur einmal die Gelegenheit gehabt, zu pflanzen, nämlich Mitte Juni 2013: Rosen im Beet unterhalb des Brunnenstube. Am 17. Mai dieses Jahres konnten wir erstmals wieder eine große Pflanzaktion durchführen. Ungefähr 440 Büsche, Stauden, Bodendecker und Ranker haben wir auf zwei Beeten an der Pasteurstraße und ergänzend im Rosenbeet unterhalb des Brunnens (zur Danziger Straße hin) eingepflanzt.  Es kamen ca. 30 Anwohnerinnen und Anwohner – die gutgelaunten und fleißigen Kinder nicht mitgerechnet!

Außerdem

  • entfernten wir Wildkräuter im Rosenbeet an der Brunnenstube
  • befreiten wir ein vom Bezirk Pankow im letzten Sommer an der Hans-Otto-Straße angelegtes Rosenbeet vom Unkraut und schnitten viel Totholz aus den Hundsrosen am Beet heraus
  • bereinigten unermüdliche Kinder und Jugendliche Wegekanten von Spontanvegetation
  • fegten und harkten Helfer/innen auf befestigten Wegen Laub und Dreck weg.

Nicht zuletzt hat die Aktion – bei bestem Wetter – viel Spaß gemacht, weil man sich ein wenig in städtischer Natur auspowern konnte und sich viele Gespräche mit Nachbarn aus dem Kiez ergaben.

Wir danken in diesem Zusammenhang Café Ballon, Bäckerei Lau und einzelnen Anwohnern für ihren Beitrag in Form von Kaffee und Kuchen! Und nicht zuletzt haben wir uns gefreut, dass der Kauf der Pflanzen, die Vorbereitung des Bodens, die Bewässerung und der Abtransport des Grünschnitts durch die Unterstützung des Bezirks-Stadtrates Jens-Holger Kirchner, des Pankower Bezirksamts-Leiters Jürgen Terlinden und Mitarbeiterinnen des bezirklichen Landschaftsplanungsamtes erst möglich wurde.

Hier einige Bilder von der Aktion am 17. Mai 2014.

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Putzaktion ein Jahr nach unserem ersten ‚Saubere Sache‘-Engagement

Am 15. September 2012 fand unsere erste Aktion ‚Saubere Sache‘ auf dem Arnswalder Platz statt, bei der wir mit Besen und allerlei Gartengerät dem verwahrlosten und verkrauteten Gartendenkmal zu neuem Glanz verhalfen. Seitdem haben wir mehrfach mit größerer oder kleinerer Beteiligung die Platzanlage gepflegt und schließlich auch neu gepflanzt, wo Unkraut zwischenzeitlich Stauden erstickt hatte.

IMG_4834bIMG_4847IMG_4848aAm 14. September 2013 rückten Anwohner des Bötzow-Kiezes im Rahmen der erneuten berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion auf dem ‚Arnsi‘ wieder dem unbändig wuchernden Grün zu Leibe. Der Tagesspiegel hatte diese Aktion wieder federführend organisiert, publizistisch begleitet und unsere GärtnerInitiative in einem  Artikel vorgestellt.

Um es deutlich zu machen: der Arnswalder Platz ist kein Urwald – auch wenn es zwischenzeitlich so aussah. Sondern ein Gartendenkmal, das auf der Idee von verantwortungsvollen Grünplanern beruht, das steinerne, baulich verdichtete Berlin durch gestaltete Grünplätze aufzuwerten. Zur Erholung und seelischen Erbauung der Bürger. Grünplätze zum Sich-Wohlfühlen. Orte der öffentlichen Kommunikation, der Entspannung und des Spiels. Näheres dazu lesen Sie unter unserer Rubrik ‚GESCHICHTE(N)‘ , wo sich jetzt auch eine CHRONIK unserer Gärtnerinitiative befindet. Weitere Fotos Gärtneraktionen finden Sie unter der Rubrik BILDER – oder über diesen Link.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Nachdem der Platz bis Mai 2010 zu zwei Dritteln saniert und der Bevölkerung feierlich übergeben worden war, wurde er vom Bezirk nicht mehr gepflegt, sondern sich selber überlassen. Und verkam in kurzer Zeit zur hässlichen Karikatur eines Gartendenkmals.

Doch seit unserer ‚Saubere Sache‘-Aktion vom 15. September 2012 unterstützte das Tiefbauamt des Bezirks Pankow unser Engagement. Innerhalb eines Jahres wurden deutliche Fortschritte erzielt: die Hecken wurden geschnitten, der Stierbrunnen und der kleine Froschbrunnen repariert, Vandalismusschäden beseitigt, Rosen neu gepflanzt und anschließend sogar gepflegt.

Unsere Gärtner-Initiative ist seit Beginn vor einem Jahr ein Erfolg, der besonders auf dem Engagement der beteiligten Bürgerinnen und Bürger des Bötzowviertels beruht. Die Aktionen am Platz machen Spaß, lassen uns Nachbarschaft neu erleben und stärken unsere Identifikation mit dem Kiez. Und, wie gesagt, das Bürgerengagement hat auch zu mehr Aktivitäten seitens des Bezirks beigetragen.

Am Ball bleiben: Bürger und Bezirk!

Ohne Bürgerengagement wird sich auch in Zukunft die Qualität des Arnswalder Platzes nicht weiter verbessern. Einige Areale sind immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Deshalb wird es auch weiterhin darauf ankommen, dass die Bewohner des Bötzowkiezes selbst Hand anlegen. Wir werden dabei auch zukünftig den Bezirk in die Pflicht nehmen und bauen auf die weitere konstruktive Unterstützung durch den grünen Bau-Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Ein Gespräch mit ihm ist in Vorbereitung. Es soll dabei um eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Bürgern und Bezirk gehen, in dem Spannungsfeld:

  • Erwartungen von – zum Großteil Steuern zahlenden – Bürgern an die öffentliche Verwaltung, Aufgaben zur Pflege des öffentlichen Raumes zu übernehmen, insbesondere von Orten, die der öffentlichen Erbauung und Erholung dienen, wie es bei Parks und Gärten der Fall ist
  • Bereitschaft von Bürgern, nicht ‚dem Staat‘ gegenüber in passiver Erwartungshaltung zu verharren, sondern sich gemeinsam für öffentliche Belange zu engagieren –auch zum eigenen Vorteil und Vergnügen, nämlich um Gemeinschaft zu erfahren und das eigene Lebensumfeld zu verbessern

‚Bötzowkiezler‘ nutzen diesen Platz

IMG_4731Es ist schön zu sehen, wie der ‚Arnsi‘ jetzt von den Anwohnern angenommen und viel stärker als früher genutzt wird! Ein Höhepunkt waren bislang zwei tolle Kiez-Sommerfeste unter dem Motto  ‚Stierisch gut‘ ausschließlich mit Künstlern und Ausstellern aus dem Bötzowviertel. Ihr Gelingen beruht auf der unermüdlichen Vorbereitung eines runden Dutzend Ehrenamtlicher.  Unsere Gärtnerinitiative war natürlich auch dabei, siehe Foto. Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf dem Menü oben unter SOMMERFEST.

IMG_4622aAber auch im Alltag ‚brummt‘ dieser Platz: Freunde spielen Boule, unterschiedlichste Leute sitzen entspannt auf den Bänken und schauen auf die Fontäne, Familien feiern oder picknicken. Kinder lieben es, in den kleinen Nebenbecken zu planschen und sich ein wenig abzukühlen. Ein Problem ist es allerdings, wenn sie anfangen, dort mit Kies, Steinen, Sand, Gras und Stöckchen Staudämme zu bauen. Das macht natürlich Spaß: Viele Kinder bauen gerne Dämme. Aber in diesem Fall hat es üble Folgen für die Brunnentechnik (Verstopfung durch Verunreinigungen) und die wassergebundene Oberfläche des Brunnenplateaus (sie weicht auf, wenn das gestaute Wasser sich dort seinen Weg bahnt). Doch jetzt hat der Bezirk den Froschbrunnen auf dem Spielplatz wieder in Gang gebraucht – das bedeutet endlich wieder: Matsch Fun für die Kleinen – ohne Schäden am denkmalgeschützten Stierbrunnen!

Politische Prioritäten

Der nach aufwändiger, teurer Sanierung vom Bezirk circa zwei Jahre lang vollständig vernachlässigte Arnswalder Platz ist in Berlin keine Ausnahme. Vielerorts befinden sich Parks und Gärten in einem erbarmungswürdigen Pflegezustand. Der Senat setzt offenbar andere Prioritäten, häufig auf Großprojekte – Großflughafen BER, Großbibliothek Tempelhofer Feld zulasten dezentraler Stadtbibliotheken, A 100-Ausbau und anderes. Die Niederungen der tagtäglich von Berlinern und Touristen erlebten Stadt geraten dabei zu oft aus dem Blickfeld. So sind Pflegemangel und Verwahrlosung in Parks und Gärten verbreitet, wo wir Städter – und die Besucher Berlins! – Entspannung und Freude finden sollten. Wir werden diese Prioritätensetzung im Auge behalten. Und immer wieder kritisch kommentieren, getreu unserem Motto: „Wir zeigen der Politik, was ’ne Harke ist!“

Vernachlässigte Grünanlagen sind arm und nicht ‘sexy’

Verdreckte und wuchernde Parks vertragen sich nicht mit dem Profil einer Stadt, für die Tourismus ein zentraler Wirtschafsfaktor ist. Für unsere viel ärmeren Vorväter war es eine Selbstverständlichkeit, Bürgern und Besuchern zu ihrer Entspannung und Erbauung gepflegte Grünanlagen zu bieten. Warum sollte sich das die Hauptstadt eines der wohlhabendsten Länder Europas nicht leisten können – zumal angesichts der Steuer-Mehreinnahmen durch den Tourismus?

Gute Zusammenarbeit

Allerdings: Die am 15.09.2012 gestellten kritisch-konstruktiven Fragen von 58 Anwohnern an die Politik anlässlich der Vernachlässigung des Gartendenkmals Arnswalder Platz sind bei Pankower Politikern und Behördenmitarbeitern auf fruchtbaren Boden gefallen. Das insgesamt gute Miteinander mit dem Bezirk motiviert uns nach wie vor zum Weitermachen:

Für den 8. März 2013 lud uns der Pankower Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner, zu einem Ortstermin auf dem Arnswalder Platz. Mit dabei waren auch zwei Mitarbeiterinnen des Landschaftsplanungsamtes, Bereich Pflegen und Unterhaltung (Frau Gralmann und Frau Benjamin) sowie der Landschaftsplaner Kolbe, der im Auftrag des Bezirks die Planung für die Sanierung des Gartendenkmals Arnswalder Platz übernommen hatte.

Nachdem im Auftrag des Bezirks drei vandalisierte Leuchten repariert und die Hainbuchenhecken auf das richtige Maß geschnitten wurden, gibt es nun weitere erfreuliche Signale für die nahe Zukunft. So besteht berechtigte Hoffnung, dass im Jahr 2014 das noch nicht sanierte Drittel des Platzes zur Danziger Straße hin ebenfalls wiederhergestellt wird. Hoffentlich mit einem entsprechenden Pflegeplan verbunden…

Wir werden einen von Baustadtrat Kirchner angebotenen Gesprächstermin dafür nutzen, um weiteres mit ihm, der Gartendenkmalpflege und Mitarbeitern des Tiefbauamtes zu besprechen.

Public-Private Partnership der bürgernahen Art

Wenn Bürger ergänzend zur Arbeit der finanziell klammen Bezirke einen Beitrag zur weiteren Aufwertung der Anlagen leisten sollen (und dazu sind viele bereit), bedarf es dafür vernünftiger Kooperations-Konzepte und einer ausreichenden Finanzierung. Es wäre eine Verschwendung von Ressourcen und Arbeitskraft, das den Bezirken alleine zu überlassen: Hier ist nicht zuletzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gefragt.

Aber vielleicht entsteht hier in Pankow ein Modellprojekt für die Kooperation Bürger/Bezirk bei der Pflege öffentlicher Plätze? Es wäre nicht das erste Mal, dass Pankow Vorreiter bei der Lösung kiezbezogener Probleme ist.

Zünftige  T-Shirts zu verkaufen! IMG_4710a

Wir haben noch einige T-Shirts mit unserem neuen Logo vorrätig. Für den Entwurf danken wir unserem Nachbarn, dem Grafiker Oliver Kleinschmidt! Wir geben die Gärtner-Shirts zum Selbstkostenpreis ab: € 17,50, ggf. plus Versandkosten. Bitte per Mail bestellen bei: arnswalderplatz@hotmail.de

 

 

Archiv

Hier archiviert  finden Sie Texte, die wir seit September 2012 eingestellt haben und die weiteren Aufschluss über die Anliegen unserer Initiative geben.

Hier gibt es ein paar Informationen zum Arnswalder Platz im Bötzowkiez.