GärtnerInitiative Arnswalder Platz

WINTERPAUSE! Nächster Gärtnertermin: 17. März ab 13 Uhr

Sanierung und Zerstörung – Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen

Die nachfolgenden Bilder sind Momentaufnahmen vom 18. November 2017. Das erste Bild zeigt eine originale, reparierte und neu verfugte Klinkerwand auf dem in Sanierung befindlichen Platz-Abschnitt nahe der Danziger Straße, das zweite – kaum zu unterscheiden – eine neu gemauerte Wand mit dem gleichen teuren Wittmunder Torfbrandklinker, wie er hier in den 30er Jahren zum Einsatz kam. Die Maurer, die jetzt hier arbeiten, von altem Schrot und Korn, verrichten ihr Werk mit traditionellem Handwerkerstolz.

Den ‚Respekt‘ eines Teils der heutigen Jugend vor einem Denkmal und vor dem Schaffen von Handwerkern dokumentieren die darauf folgenden Bilder. Die Bilder vom Brunnen und die vandalisierte Bank runden das Bild ab.

Viele Anwohner meiden einen solchen Ort, weil er nicht Freude, sondern traurig macht. Es wird nicht lange dauern, bis das Brunnenplateau ganz den Gangs überlassen wird, wenn nicht… ja wenn nicht, möglichst schnell, unter Einsatz von öffentlichen Geldern und aggressiver Reinigungschemie…
Bis die nächsten Jugendlichen mit der Spraydose ihr Revier markieren.

Wird das auch in Zukunft so bleiben? …müssen??!

 

 

 

 

Adieu, Laub 2016 – erst grün, dann gelb, bald Kompost

An unseren letzten Gärtnertagen des Jahres, am 21. Oktober (Fotos) und 18. November, rückten zwischen fünfzehn und 25  Erwachsene und Kinder dem Herbstlaub zu Leibe und schnitten Sträucher zurück. Im Oktober setzten wir auch Hyazinthen-, Narzissen- und Tulpenzwiebeln. Leider müssen wir sechs Monate warten, bis uns die Blüten erfreuen können!

    

Fünf Jahre GärtnerInitiative: Wir haben gefeiert!

Im September 2012 gab es – im übertragenen Sinne –  unseren ersten Spatenstich: mit dem berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag, zu dem der Tagesspiegel gemeinsam mit Aktionspartnern aufrief. Rückblende: Nachdem der Arnswalder Platz im Mai 2010 nach mehrjähriger (teilweiser) Sanierung feierlich den Anrainern ‚übergeben‘ wurde, verfiel er aufs Schlimmste innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege durch das zuständige Pankower Grünflächenamt. Die Fotos im Archiv dieser Website sprechen Bände! Fassungslos und wütend über diese Vernachlässigung, folgten wir 2012 einem Aufruf des Tagesspiegel, sich auf einer eigens eingerichteten interaktiven Website für den ersten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag einzutragen. Er fand am 15. September 2012 statt.

Dies war der Beginn nicht nur unserer politischen Kampagne für eine bessere Pflege von Berliner Parks und Gärten, insbesondere natürlich unseres großen Kiez-Gartendenkmals, sondern auch der Startschuss für das eigene beherzte öffentliche Gärtnern gemeinsam mit Anwohner*innen des Bötzowkiezes. Gleichzeitig engagierten wir uns hartnäckig für die ergänzende denkmalgerechte Herstellung des noch unsanierten Platzdrittels. Sie hat diesen Sommer endlich begonnen und wird leider wegen nicht absehbarer (!) Probleme erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Ein Grund war die Betonschicht der zu DDR-Zeiten hergestellten Wege, die wesentlich massiver war als zunächst erkennbar, ein weiterer Grund die bislang unterhalb des Bodenniveaus verborgene südöstliche Klinkermauer, die (vermutlich durch einen Bombentreffer) erhebliche Schäden genommen hatte. (Nachfolgend findet man Informationen zum Planungs- und Sanierungsstand.).

Die denkmalgerechte ergänzende Sanierung ist also – nach einer vorbildlichen Bürgerbeteiligung durch die zuständige Planerin, Frau Benjamin – auf langsamem, aber gutem Wege, wie sich auch generell das Engagement des Grünflächenamtes für den Platz in diesen fünf Jahren wesentlich verbessert hat.

Aber es steht bei weitem nicht alles so, wie man es bei einer ordentlichen Grünpflege erwarten müsste. Daher engagieren wir uns für einen jährlich mindestens einmaligen Schnitt der raumbildenden Buchenhecken, für eine Verbesserung der Abfallentsorgung (mehr, größere und rabensichere Müllbehälter, höhere Leerungsfrequenzen – insbesondere je eine Leerung vor und nach Wochenenden) sowie für eine Reinigung der gepflasterten Flächen durch Reinigungsfahrzeuge. Aus dem Grünflächenamt wird unsere Forderung unterstützt, für Reinigungsaufgaben die BSR einzusetzen. Bezirksübergreifend – sprich: gegenüber Abgeordneten und Senat – setzen wir uns dafür ein, dass die Bezirke bei der Grünpflege finanziell besser unterstützt werden. Wir fordern, dass Steuermittel entsprechend einem Teil des Betrages, der durch die von Touristen erhobene Übernachtungssteuer eingenommen wird, zweckgebunden für die bezirkliche Grünpflege eingesetzt werden.

Am 9. September hatten wir – nach einem leichten Arbeitseinsatz – eine kleine, aber feine Jubiläumsfeier. Sie fand passenderweise im Rahmen des berlinweiten Aktionstages statt, der ja im Jahr 2012 unser ‚Geburtshelfer‘ war. Nach Wiener Wein-Weisen vom Jedermann-Chor aus der Esmarchstraße gab es statt eines Rückblick auf fünf Jahre GärtnerInitiative eine exemplarische Würdigung der Menschen, die diese Initiative über die fünf Jahre hinweg oder auch nur zeitlich begrenzt begleitet und unterstützt haben. Es folgte eine kurze Information über die vorgenannten Themen und Forderungen. Anschließend durfte bei mitgebrachten Leckereien das eine oder andere Glas Sekt nicht fehlen…

Ergänzende denkmalgerechte Sanierung

Die Fotos zeigen den Zustand am 2. September 2017. Das Bauschild wird hinsichtlich des Fertigstellungstermins geändert werden: Aufgrund der Härte des zuvor entfernten Betons und wegen der nun zu Tage tretenden, zuvor verborgenen Schäden in der vorhandenen Bausubstanz verzögert sich die Fertigstellung bis ins Jahr 2018. Die Finanzierung der Mehrkosten aufgrund des gestiegenen Aufwands ist gewährleistet.

 

Die Reparatur bzw. Ergänzung defekter Stellen an der Klinkermauer wird mit dem gleichen Material durchgeführt wie ursprünglich verwendet: Wittmunder Torfbrandklinker. Die noch mit Klinker zu verblendenden Betonstufen zeigen, wie auch das Foto von dem von uns angelegten Rosenbeet, um wie viel das Niveau abgesenkt wird. Die Pflege der Rosen erübrigt sich im Moment: das Beet ist unzugänglich und wird im Herbst ohnehin aufgehoben. Die Rosen finden dann an anderen Stellen auf dem Gartendenkmal einen neuen Platz, und im nächsten Frühjahr werden an der selben Stelle wieder die gleichen Westerland-Rosen neu gepflanzt.

  

Die gegenwärtige Absperrung ist so weiträumig, weil auch die Zuwege von der Hans-Otto-Straße und von der Bötzowstraße (nachfolgend im Bild) wie auch die ‚Boulevard‘ genannten umlaufenden Wege erneuert werden. Alle erhalten eine wassergebundene, verdichtete Sandoberfläche wie schon die fertiggestellten Boulevards. Die beiden unten abgebildeten Bäume werden übrigens umgesetzt: sie wurden an ‚falschen‘ Stellen gepflanzt, d.h. sie würden, wenn die Stämme stärker geworden sind, die Sichtachse von der Hans-Otto-Straße behindern. Es ist unklar, was im kommenden Jahr mit dem Wall-Toilettenhäuschen geschieht – der Senat hat bekanntlich den Vertrag mit der Firma Wall gekündigt. Im Gegenzug zu der Möglichkeit, im öffentlichen Raum zu werben, wartet Wall diese Toiletten sowie die BVG-Wartehäuschen und  sorgt für den Betrieb der Berliner Brunnen – also auch des Stierbrunnens. Hoffen wir, dass sich hier rechtzeitig eine Lösung findet!

 

Willkommen im Dschungel: Beitrag zu uns auf radioeins

Ein lebendiger Beitrag von radioeins vom 23. August 2017 lässt sich über diesen Link nachhören.

Ein toller Gärtnertag inmitten der Sommerferien

Bei unserem Gärtnertermin am 19. August kamen unerwartet viele Leute: über zwanzig Erwachsene und zahlreiche Kinder. Die Stimmung war wie das Wetter – früher hätte man gesagt: bombig, doch das Wort hat heute einen fahlen Beigeschmack. Sagen wir: klasse, prima, ausgezeichnet. Wir haben viel geschafft, sind aber bei einigen Aufgaben in STREIK getreten. Auch dazu mehr Informationen in einer aktualisierten Ausgabe dieser Website bis Ende  August.

  

Das erste – und sicher nicht das letzte Mal – schloss sich an das übliche gemeinsame Kaffetrinken ein Boule-Spiel an. Schöööön 🙂 !

Im Tagesspiegel: eine tolle Würdigung unserer Arbeit

In  Vorbereitung der Aktionstage ‚Gemeinsame Sache‘ am  8. und 9. September 2017, an denen auch wir teilnehmen (siehe oben), hat die Journalistin Laura Stresing einen Artikel über unsere ehrenamtliche Arbeit verfasst, der einer schönen Anerkennung unseres Engagements gleichkommt.

Berlinweit engagieren sich Bürger für Denkmale!

Wir stehen mit unserem ehrenamtlichen Engagement für ein (Garten)denkmal nicht allein da! In ganz Berlin gibt es Initiativen, die sich für den Erhalt und die Pflege von Bau- und Gartendenkmalen engagieren. Die Stiftung Denkmalschutz Berlin bietet diesen Bürgerinitiativen eine Internet-Plattform. Ihr Ziel ist es, in Berlin zur Verbreitung des Denkmalschutzgedankens beizutragen und die Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements im Bereich der Denkmalpflege vor Augen zu führen. Außerdem soll damit die Zusammenarbeit derjenigen gefördert werden, die sich für den Erhalt, die Pflege und Nutzung von Denkmalen engagieren.

Abfall in Parks und Gärten

Impressionen vom Müllproblem am Arnswalder Platz.

 

Müllbehälter: zu klein, zu wenige, viel zu selten geleert; Pizza-Assietten passen nicht hinein.

  

Wie selbstverständlich landen Kippen (im Bild: schon zusammengekehrt) und Kronkorken auf dem Boden. Sie verfangen sich in dem Gestrüpp, das unter den Bänken in den Fugen des kaum pflegbaren Kleinpflasters wächst.

Ein lesenswerter Artikel der Journalistin Anna Kröning in Welt Online / N24 setzt sich auf breiterer Basis mit dem Vermüllungsproblem in hiesigen Parks und Gärten auseinander und nimmt den Arnswalder Platz aufs Korn: „So verdreckt ist die Müllhauptstadt Berlin“ – hier als Links zu einer Pdf-Datei sowie (zeitlich befristet) als Online-Fassung mit einigen wütenden Kommentaren…

Ein weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema fand sich im Mai im Tagesspiegel. Autor ist der engagierte SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD): „Sagen wir dem Schmutz endlich den Kampf an!“

Hier unsere Forderungen:

  • City Tax verwenden: Nutzung eines Betrags, der einem Teil der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) entspricht, für die Reinhaltung insbesondere von öffentlichen Parks, Plätzen und Gärten, Begründung: Touristen brauchen diese Orte zum Erholen von ‚Sightseeing-Stress‘ und verschmutzen sie anteilig mit Verpackungsmüll
  • BSR einsetzen: Flächendeckender Einsatz der BSR für die Entsorgung und Reinigung von Müll in öffentlichen Parks und Gärten (gegenwärtig läuft nur ein Modellversuch) sowie für das Reinigen von gepflasterten Flächen mit Kehrmaschinen
  • Wochenendreinigung und Task Force: Reguläre Reinigung der Naherholungsflächen mit hoher Wochenend-Aufenthaltsfrequenz (Parks, öffentliche Gärten und Plätze) insbesondere samstags und sonntags, bei Schönwetter verstärkt durch eine Task Force (Wochenendarbeit – in vielen Dienstleistungsbereichen eine Selbstverständlichkeit!)
  • Ordnungsamt einschalten: Erweiterung der Aufgaben der sehr zahlreichen Ordnungsamts-Mitarbeiter*innen, die den ruhenden Verkehr überwachen, um Müll-Monitoring sowie im Winter Kontrolle der Einhaltung der Räumpflicht (viele Berliner scheren sich einen feuchten Kehricht um diese Vorschrift!)
  • Sperrmüll ohne Extra-Gebühr: Mehrmalige gebührenfreie Sperrmüllsammlung im Jahr zu regional festen Terminen, um den vielen illegalen Ablagerungen von Sperrmüll – einschließlich der zahllosen Fahrradleichen – entgegenzuwirken.

Erfreulich: Sanierung des restlichen Platzes hat begonnen

Seit Mitte Juni wird es ernst mit den seit Jahren schmorenden Umbauplänen für das noch unsanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin. Das Gelände mit der Rasenfläche wird um ca. 30 cm tiefer gelegt, sodass die alten Klinker-Einfassungen wieder zur Geltung kommen, die Betonwege werden durch denkmalgerechte Wege ersetzt und nach historischem Vorbild Hecken gepflanzt und Beete angelegt. Neue Bänke und Müllbehälter werden das Bild abrunden und für Aufenthaltsqualität sorgen.

      

 

GärtnerInitiative erhielt Denkmalschutz-Medaille

Am 1. Dezember 2016 wurde uns – auf Empfehlung des Berliner Landeskonservators – im Roten Rathaus die Ferdinand-von-Quast-Medaille überreicht, eine Auszeichnung für Bürger-Engagement im Bereich der Denkmalpflege. Wir nahmen sie stellvertretend für alle entgegen, die sich seit September 2012 vor allem gärtnernd, aber auch Kuchen backend und sonstwie engagiert haben.

Die Medaille isimg_8948-smallt nach dem ersten preußischen Staatskonservator benannt.  Gemeinsam mit uns erhielten diese Auszeichnung im Jahr 2016 zwei weitere Gärtner-Initiativen, nämlich die ‚Bürger für den Lietzensee e.V.‘ und der ‚Arbeitskreis Steppengarten‘. Außerdem wurden Medaillen für je zwei Personen vergeben, die sich forschend bzw. ein Wohnhaus der Moderne sanierend um den baulichen Denkmalschutz verdient gemacht haben (Dr. Sibylle Badstübner-Gröger / Prof. Dr. Ernst Badstübner und Dr. Ute Linz / Dr. Peter K. Bachmann).

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Wir haben uns sehr über die anerkennenden Worte von Landeskonservator, Prof. Dr. Jörg Haspel (Foto), sowie über die fundierte und launige Laudatio des Gartendenkmalpflegers Klaus Lingenauber gefreut und uns im Namen aller ehrenamtlichen Helfer bedankt. Die Urkunde mit Begründung der Medaillen-Vergabe finden Sie hier.

Wir als GärtnerInitiative haben uns in unserer Ansprache auf den Widerspruch konzentriert, dass in Berlin zwar oft Investitionsmittel für die Sanierung oder Neuanlage von Parks und Gärten vorhanden sind, aber nicht ausreichend Geld für die anschließende Pflege durch die Bezirke zur Verfügung steht – mit katastrophalen Folgen für den Pflege- und Erhaltungszustand der Grünanlagen. Wir haben unsere Forderung erneuert, einen Betrag, der den Einnahmen der Übernachtungssteuer (City Tax) entspricht, für die touristische Infrastruktur und damit auch für Parks und Gärten zu nutzen. Hier ein ausführlicherer Auszug aus der Rede von Carsten Meyer.

 Live und lebendig: Infos zur GärtnerInitiative

Am 15. September 2016 sendete RBB Fernsehen ‚Um 4‘ live vom Arnswalder Platz. Sabine Opderbeck und einige fleißige Helfer*innen unserer GärtnerInitiative  geben in diesem Ausschnitt der Sendung einen lebendigen Eindruck von unserem ehrenamtlichen Engagement:

https://www.youtube.com/watch?v=YsiNeoImv0U

Grund zum Feiern: vier Jahre GärtnerInitiative Arnswalder Platz

Als der Tagesspiegel Mitte September 2012 erstmalig zur berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion aufrief, meldete Carsten Meyer ein Projekt zur Reinigung und Verschönerung des Arnswalder Platzes an. Angeregt von der Öffentlichkeitsarbeit des Tagesspiegels und von im Bötzow-Viertel ausgehängten Plakaten kamen rund 60 Leute und fegten, harkten, schnitten, jäteten, was das Zeug hielt. Verbunden war die Aktion mit einem Protestschreiben mit Forderungen an Senat und Bezirk, das spontan 58 Leute unterzeichneten: nach aufwändiger Sanierung und feierlicher Einweihung im Mai 2010 war dieses Gartendenkmal (!) binnen zwei Jahren mangels jeder Pflege durch den Bezirk zu einem verwahrlosten Un-Ort geworden, den die AnwohnerInnen mieden. Mit regelmäßigem Engagement auf dem Platz hat die Initiaitive in vier Jahren viel erreicht: Tonnen Grünschnitt und Unkraut entfernt und ebensolche Mengen Müll gesammelt, aber auch drei neue Beete angelegt und dem Platz seine Aufenthaltsqualität für die Anrainer wiedergegeben.

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Das haben einige Engagierte am 10. September 2016 bei Sekt und Käseplatte gefeiert – nach getaner Arbeit… Wobei deutlich wurde: das Grünflächenamt muss viel mehr gegen die überbordende Vermüllung des Platzes tun und Dinge zuverlässig erledigen, die wir nicht leisten können, insbesondere den Schnitt der Hecken und das maschinelle Fegen der gepflasterten Flächen.

Mit diesen Forderungen werden wir am Ball bleiben!

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Neue Mitgärtner_innen sind herzlich willkommen.
Die Gärtnertermine findet man unter den Rubriken ‚Termine & Aktionen‘ und ‚Bürgeraktion‘.

 

Eine Hörprobe zum Arswalder Platz

Hier ist ein kurzer Beitrag von Marianne Mielke über den ‚Arnsi‘ für das Pfingstprogramm 2016 von info-Radio zu hören. Ein Filmbeitrag aus dem September 2016 ist unter dem Button ‚MEDIEN‘ zu finden.

Good news…

Eine Erleichterung für unsere Arbeit ist es, dass wir mittlerweile mit Unterstüzung des vormaligen Baustadtrats Jens-Holger Kirchner unsere umfangreichen Gartengeräte in der sogenannten ‚Brunnenstube‘ – einem Raum unterhalb des Brunnenplateaus – aufbewahren können. Es entfällt so das mühselige Heranschleppen aus einem Privatkeller, der nur über eine steile Treppe zu erreichen ist.

Und vor allem ist nun sicher, dass das noch nicht denkmalgerecht sanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin im Jahr 2017 endlich saniert wird. Neben der selbstverständlichen Einbeziehung des Denkmalpflegers wurden bei der Vorstellung und Ausgestaltung der Planungen auch AnwohnerInnen und unsere GärtnerInitiative sowie deren Trägerverein, ProKiez e.V., einbezogen.

Beet an der Bötzowstraße angelegt

Wir, die GärtnerInitiative Arnswalder Platz, konnten im November 2015 ein völlig heruntergekommenes Beet an der Bötzowstraße erneuern lassen. Es befindet sich am mittigen Zugang zum Arnswalder Platz hinter der Info-Tafel. Ermöglicht wurde das durch eine Zahlung für Ausgleichsmaßnahmen der Firma REWE an den Bezirk Pankow für die Bodenversiegelung der Werneuchener Wiese – dort war ein provisorischer REWE-Markt während der Bauzeit des neuen Supermarktes an der Pasteurstraße errichtet worden.

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Von diesen Naturausgleichsmitteln, die für die versiegelte Fläche zunächst für den Zeitraum von einem Jahr 100.000,- € betragen, wurde der GärtnerInitiative auf unseren Antrag hin ein Betrag bewilligt, der u.a. für dieses Beet zweckgebunden eingesetzt werden konnte. Wir selber haben dann die Planung übernommen, die vom Grünflächenamt übrigens vollständig akzeptiert wurde. Während wir das Beet an der Pasteurstraße (am Eingang links) selber bepflanzt und die Pflanzen selber beschafft hatten, haben wir die Ausführung diesmal komplett an einen Gartenbaubetrieb vergeben. Der Boden war einfach zu problematisch (z.B. da stark verdichtet und mit vielen Baumwurzeln durchsetzt) und die Fläche zu groß, als dass wir dies im Rahmen unserer samstäglichen Gärtnertermine hätten schaffen können.

Feuerdornpflanzung gegen Graffiti-Sprayer

Respekt vor Denkmälern ist Graffiti-Sprayern offenbar fremd. Immer wieder werden der Brunnen und die Klinkerwände am Brunnenplateau mit Graffitis und ‚Tag‘-Kritzeleien verunziert. Besonders betroffen ist die Klinkerwand zur Danziger Straße hin: offenbar bietet sie den Graffiti-Sprayern eine ideale Schaufläche zur viel befahrenen B96 und zur Tramlinie M10. Jede Säuberung einer dieser großflächigen Graffitis schlägt mit rund 1.000 € zu Buche.

Wir haben durch Pflanzung von selbstklimmendem Wein versucht, diese Fläche für Sprayer unattraktiv zu machen – leider vergeblich. Die ca. 20 Weinpflanzen hatten keine Chance: Der Boden direkt vor der Mauer ist durch ein Gemisch von Reinigungsmitteln vom Entfernen der Graffiti und die vielen Pinkler, die sich dort hinter den Rosen erleichtern, verseucht. Hinzu kommt die mechanische Belastung: um zur Klinkerwand zu gelangen, trampeln Pinkler und Sprayer erstmal durch das Rosenbeet. Wir haben schon viele Pflanzen dadurch verloren.

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Im Herbst 2015 wurden vom Bezirk vor die Klinkerwand Feuerdorn-Sträucher gepflanzt. Wir hoffen, dass die dornigen Zweige künftig die Störenfriede abhalten werden… Zunächst wurde der Boden in einer Tiefe von ca. 20 cm ausgetauscht, damit die Pflanzen diesmal eine Chance haben. Hoffen wir, dass die Pflanzen ankommen und robust und bald groß genug sind, um Sprayer abzuhalten…

Die Früchte unserer Arbeit:

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Viel mehr als ein Namensschild…

Dass der Arnswalder Platz „Arnswalder Platz“ heißt, konnte man bisher ausschließlich an dem Namen der Tram-Haltestelle ablesen. Seit dem 24. März 2015 findet man den Namen endlich auch auf dem Platz selber. Nicht schwarz auf weiß wie bei einem Straßennamenschild, sondern weiß auf preußisch-blau: auf einer Infotafel, gestaltet entsprechend dem Retro-Design des Landesdenkmalamts, Abteilung Gartendenkmalpflege. Es finanzierte auch diese Infotafel, gemeinsam mit dem Bezirk Pankow. Herr Lingenauber vom Gartendenkmalamt lüpfte am 24. März das vorgehängte weiße Tuch und hielt eine kleine Ansprache, bevor wir gemeinsam mit ‚Anwohnern auf die Tafel anstoßen konnten. Auf ihr ist einiges mehr zu erfahren ist als nur der Platz-Name… Am besten vorbeikommen und vor Ort lesen! Oder den bequemen Weg wählen: einen Mausklick.

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‚Ackern‘ und fordern

Wir hören’s immer wieder: unser ‚Public Gardening‘ im Bötzow-Kiez macht Spaß. Man hat sich ausgepowert (mehr oder weniger, wie’s gefällt), hat Stadtnatur hautnah erfahren, sich bei Kaffee und Kuchen  gelabt und beim Klönschnack über’n Gartenzaun Neues aus dem Bötzowviertel erfahren. Anschließend fühlt man sich wieder richtig ‚geerdet‘.

Andererseits wollen wir mit unserer freiwilligen Bürgerarbeit nicht Ausputzer für Versäumnisse der Politik sein. Sie vernachlässigt in weiten Teilen Berlins traditionelle Regelaufgaben der Park- und Gartenpflege, für die wir schließlich Steuern zahlen. Berlin ist gerade bei einer emnid-Umfrage unter 20 deutschen Städten bei der Frage, wie zufrieden Bürger/innen mit dem Pflegezustand von Parks und Grünanlagen sind, mit Abstand auf dem letzten Platz gelandet. (Siehe z.B. einen Bericht in der Berliner Zeitung.)

Darum beschränken wir uns nicht auf unsere Freiwilligenarbeit. Sondern wir nehmen auch die Politik in die Pflicht. Die Verantwortung sehen wir nicht zuletzt beim Senat, der selbstverständlich die Gesamtstadt im Auge haben muss und nicht bequem auf die ausschließliche Zuständigkeit der Bezirke verweisen kann.  Hier ein Beispiel: Der Bezirk Pankow gibt jährlich nach Aussage des Baustadtrats Jens-Holger Kirchner ca. 100.000 € allein für die Reinigung des Mauerparks aus, der in jedem internationalen Berlin-Reiseführer als Event-Ort steht. (Wegen der daraus folgenden Übernutzung ist er als ‚Park‘ kaum noch zu erkennen). Diese Zeche zahlt der Bezirk. Dieser Betrag steht dann den kieznahen, vor allem von Anwohnern genutzten Parks, Plätzen und Gärten nicht mehr zur Verfügung. Eigentlich ist klar: der Mauerpark ist von übergeordnetem touristischem Interesse für die Gesamtstadt. Der Senat erklärt sich aber nicht verantwortlich und schiebt dem Bezirk – und damit den Kiezbewohnern – den schwarzen Peter zu.

Daher haben wir im Juli 2014 Briefe an den Regierenden Bürgermeister und an Finanzsenator Nußbaum geschrieben weil wir wissen wollten: welche Verantwortung übernimmt der Senat? Und was geschieht mit der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘), die seit diesem Jahr für Hotelübernachtungen von Touristen  erhoben wird – vergleichbar einer Kurtaxe, die ja auch in die touristische Infrastruktur investiert wird?

Die Antworten, die mittlerweile vorliegen, sind ernüchternd und werden politisch begründet. Näheres nachfolgend:

Was kann und will der Senat tun?

Zum großen Sommerfest auf dem Arnswalder Platz am 28. Juni 2014 hatten wir einen Brief  an den Regierenden Bürgermeister bzw. den Senat aufgesetzt, der in wenigen Stunden von 155 Festbesuchern unterschrieben wurde. Wir setzen uns darin für folgende Forderungen ein:

  • Einsatz eines substantiellen Teils der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) für Pflegemaßnahmen an Parks und Gärten in Berlin, um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Stadt zu steigern
  • Aufstellung einer ‚Task Force‘ für Park-Reinigungseinsätze an Schönwettertagen und Wochenenden
  • Unterstützung der Bezirke bei der Professionalisierung von Aufgaben zur Pflege öffentlicher Anlagen, insbesondere
    • Ausschreibung eines berlinweit einsetzbaren Abfall-Entsorgungssystems für öffentliche Anlagen (rabensicher, ästhetisch, mit Aschenbecher, gut leerbar etc.) Anmerkung: Das Resultat wäre ein Angebot an die Bezirke und würde so nicht gegen die vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene eigenständige Verantwortung der Bezirke u.a. in Fragen der Bewirtschaftung der Bezirkshaushalte verstoßen.
    • Anschaffung von Kehrmaschinen und Stellung entsprechenden Personals für asphaltierte und gepflasterte Oberflächen in den Parks, die den Bezirken zur Verfügung gestellt würden. Dies ist eine der Aufgaben, die ehrenamtliche Gärtner und Bezirke übersteigt und die nicht effizient mit dem Besen erledigt werden können.
  • Unterstützung von Pilotprojekten zur optimierten Kooperation von Bürgern und Grünflächenämtern bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen, kurzfristig als Teilprojekt der IGA 2017

Diesen Brief und die anonymisierte Unterschriftenliste finden Sie per Mausklick, ebenso wie die Antwort darauf, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Auftrag der Senatskanzlei verfasste..

Wir suchen für diese politische Initiative den Schulterschluss mit dem Bezirk. Eine Mail mit entsprechendem Inhalt hatten wir am 6. Juli 2014 an die Herren Kirchner und Terlinden geschrieben. Sie finden den Text  hier, ebenso wie wir die Antworten darauf an dieser Stelle einstellen.

Einen weiteren Brief richteten wir am 27. Juni an Finanzsenator Dr. Nußbaum: Wie wird die City Tax eingesetzt? Kommt sie der touristischen Infrastruktur und insbesondere Parks, Plätzen und Gärten zugute? Die Antwort im Auftrag von Herrn Nußbaum ist eine Sammlung von ‚Wenns‘ und ‚Abers‘. Kernaussage: Die Steuereinnahmen sind nicht zweckgebunden und fließen in den regulären Haushalt, falls aber mehr eingenommen wird als geschätzt, dann vielleicht… In  dem Schreiben wird auch auf das Landesdenkmalamt verwiesen, dessen Mittelausstattung, wie wir wissen, denkbar minimal ist, sowie natürlich wieder: auf die Bezirke.

Was können wir tun?

Beide Briefe verweisen darauf, dass der gegenwärtige Zustand auf „politisch gewollte rechtliche, fiskalische und organisatorische Prinzipien“ beruhe (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) bzw. auf einen Beschluss des Berliner Angeordnetenhauses zurückzuführen sei (Senatsverwaltung für Finanzen).

Die Konsequenz für uns wird sein, dass wir auf Abgeordnete einwirken müssen, damit sie sich für entsprechende politische Weichenstellungen einsetzen. Unser Thema der Pflege von Parks, Plätzen und Gärten sowie das Erscheinungsbild der Stadt für Touristen  ist ein Querschnittsthema, das keiner politischen Partei eindeutig zugeschrieben werden kann. Wir bitten um Anregungen: welche Abgeordneten könnten wir ins Boot holen?

Und nun zur Werbung…

Auf dem Stadtteilfest hatten wir 7 laminierte Infotafeln aufgestellt, um Mitbürger für den Arnswalder Platz zu sensibilisieren, siehe nachfolgende Fotos. Spontan wurden wir beim Aufstellen von Nachbarn angesprochen, die nun mitmachen wollen. Wir freuen uns über Neuzugänge!

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Endlich, im Mai 2014: die kreative Seite des Gärtnerns!

Bei unzähligen Garteneinsätzen seit September 2012 hatte die GärtnerInitiative nur einmal die Gelegenheit gehabt, zu pflanzen, nämlich Mitte Juni 2013: Rosen im Beet unterhalb des Brunnenstube. Am 17. Mai dieses Jahres konnten wir erstmals wieder eine große Pflanzaktion durchführen. Ungefähr 440 Büsche, Stauden, Bodendecker und Ranker haben wir auf zwei Beeten an der Pasteurstraße und ergänzend im Rosenbeet unterhalb des Brunnens (zur Danziger Straße hin) eingepflanzt.  Es kamen ca. 30 Anwohnerinnen und Anwohner – die gutgelaunten und fleißigen Kinder nicht mitgerechnet!

Außerdem

  • entfernten wir Wildkräuter im Rosenbeet an der Brunnenstube
  • befreiten wir ein vom Bezirk Pankow im letzten Sommer an der Hans-Otto-Straße angelegtes Rosenbeet vom Unkraut und schnitten viel Totholz aus den Hundsrosen am Beet heraus
  • bereinigten unermüdliche Kinder und Jugendliche Wegekanten von Spontanvegetation
  • fegten und harkten Helfer/innen auf befestigten Wegen Laub und Dreck weg.

Nicht zuletzt hat die Aktion – bei bestem Wetter – viel Spaß gemacht, weil man sich ein wenig in städtischer Natur auspowern konnte und sich viele Gespräche mit Nachbarn aus dem Kiez ergaben.

Wir danken in diesem Zusammenhang Café Ballon, Bäckerei Lau und einzelnen Anwohnern für ihren Beitrag in Form von Kaffee und Kuchen! Und nicht zuletzt haben wir uns gefreut, dass der Kauf der Pflanzen, die Vorbereitung des Bodens, die Bewässerung und der Abtransport des Grünschnitts durch die Unterstützung des Bezirks-Stadtrates Jens-Holger Kirchner, des Pankower Bezirksamts-Leiters Jürgen Terlinden und Mitarbeiterinnen des bezirklichen Landschaftsplanungsamtes erst möglich wurde.

Hier einige Bilder von der Aktion am 17. Mai 2014.

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Putzaktion ein Jahr nach unserem ersten ‚Saubere Sache‘-Engagement

Am 15. September 2012 fand unsere erste Aktion ‚Saubere Sache‘ auf dem Arnswalder Platz statt, bei der wir mit Besen und allerlei Gartengerät dem verwahrlosten und verkrauteten Gartendenkmal zu neuem Glanz verhalfen. Seitdem haben wir mehrfach mit größerer oder kleinerer Beteiligung die Platzanlage gepflegt und schließlich auch neu gepflanzt, wo Unkraut zwischenzeitlich Stauden erstickt hatte.

IMG_4834bIMG_4847IMG_4848aAm 14. September 2013 rückten Anwohner des Bötzow-Kiezes im Rahmen der erneuten berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion auf dem ‚Arnsi‘ wieder dem unbändig wuchernden Grün zu Leibe. Der Tagesspiegel hatte diese Aktion wieder federführend organisiert, publizistisch begleitet und unsere GärtnerInitiative in einem  Artikel vorgestellt.

Um es deutlich zu machen: der Arnswalder Platz ist kein Urwald – auch wenn es zwischenzeitlich so aussah. Sondern ein Gartendenkmal, das auf der Idee von verantwortungsvollen Grünplanern beruht, das steinerne, baulich verdichtete Berlin durch gestaltete Grünplätze aufzuwerten. Zur Erholung und seelischen Erbauung der Bürger. Grünplätze zum Sich-Wohlfühlen. Orte der öffentlichen Kommunikation, der Entspannung und des Spiels. Näheres dazu lesen Sie unter unserer Rubrik ‚GESCHICHTE(N)‘ , wo sich jetzt auch eine CHRONIK unserer Gärtnerinitiative befindet. Weitere Fotos Gärtneraktionen finden Sie unter der Rubrik BILDER – oder über diesen Link.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Nachdem der Platz bis Mai 2010 zu zwei Dritteln saniert und der Bevölkerung feierlich übergeben worden war, wurde er vom Bezirk nicht mehr gepflegt, sondern sich selber überlassen. Und verkam in kurzer Zeit zur hässlichen Karikatur eines Gartendenkmals.

Doch seit unserer ‚Saubere Sache‘-Aktion vom 15. September 2012 unterstützte das Tiefbauamt des Bezirks Pankow unser Engagement. Innerhalb eines Jahres wurden deutliche Fortschritte erzielt: die Hecken wurden geschnitten, der Stierbrunnen und der kleine Froschbrunnen repariert, Vandalismusschäden beseitigt, Rosen neu gepflanzt und anschließend sogar gepflegt.

Unsere Gärtner-Initiative ist seit Beginn vor einem Jahr ein Erfolg, der besonders auf dem Engagement der beteiligten Bürgerinnen und Bürger des Bötzowviertels beruht. Die Aktionen am Platz machen Spaß, lassen uns Nachbarschaft neu erleben und stärken unsere Identifikation mit dem Kiez. Und, wie gesagt, das Bürgerengagement hat auch zu mehr Aktivitäten seitens des Bezirks beigetragen.

Am Ball bleiben: Bürger und Bezirk!

Ohne Bürgerengagement wird sich auch in Zukunft die Qualität des Arnswalder Platzes nicht weiter verbessern. Einige Areale sind immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Deshalb wird es auch weiterhin darauf ankommen, dass die Bewohner des Bötzowkiezes selbst Hand anlegen. Wir werden dabei auch zukünftig den Bezirk in die Pflicht nehmen und bauen auf die weitere konstruktive Unterstützung durch den grünen Bau-Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Ein Gespräch mit ihm ist in Vorbereitung. Es soll dabei um eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Bürgern und Bezirk gehen, in dem Spannungsfeld:

  • Erwartungen von – zum Großteil Steuern zahlenden – Bürgern an die öffentliche Verwaltung, Aufgaben zur Pflege des öffentlichen Raumes zu übernehmen, insbesondere von Orten, die der öffentlichen Erbauung und Erholung dienen, wie es bei Parks und Gärten der Fall ist
  • Bereitschaft von Bürgern, nicht ‚dem Staat‘ gegenüber in passiver Erwartungshaltung zu verharren, sondern sich gemeinsam für öffentliche Belange zu engagieren –auch zum eigenen Vorteil und Vergnügen, nämlich um Gemeinschaft zu erfahren und das eigene Lebensumfeld zu verbessern

‚Bötzowkiezler‘ nutzen diesen Platz

IMG_4731Es ist schön zu sehen, wie der ‚Arnsi‘ jetzt von den Anwohnern angenommen und viel stärker als früher genutzt wird! Ein Höhepunkt waren bislang zwei tolle Kiez-Sommerfeste unter dem Motto  ‚Stierisch gut‘ ausschließlich mit Künstlern und Ausstellern aus dem Bötzowviertel. Ihr Gelingen beruht auf der unermüdlichen Vorbereitung eines runden Dutzend Ehrenamtlicher.  Unsere Gärtnerinitiative war natürlich auch dabei, siehe Foto. Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf dem Menü oben unter SOMMERFEST.

IMG_4622aAber auch im Alltag ‚brummt‘ dieser Platz: Freunde spielen Boule, unterschiedlichste Leute sitzen entspannt auf den Bänken und schauen auf die Fontäne, Familien feiern oder picknicken. Kinder lieben es, in den kleinen Nebenbecken zu planschen und sich ein wenig abzukühlen. Ein Problem ist es allerdings, wenn sie anfangen, dort mit Kies, Steinen, Sand, Gras und Stöckchen Staudämme zu bauen. Das macht natürlich Spaß: Viele Kinder bauen gerne Dämme. Aber in diesem Fall hat es üble Folgen für die Brunnentechnik (Verstopfung durch Verunreinigungen) und die wassergebundene Oberfläche des Brunnenplateaus (sie weicht auf, wenn das gestaute Wasser sich dort seinen Weg bahnt). Doch jetzt hat der Bezirk den Froschbrunnen auf dem Spielplatz wieder in Gang gebraucht – das bedeutet endlich wieder: Matsch Fun für die Kleinen – ohne Schäden am denkmalgeschützten Stierbrunnen!

Politische Prioritäten

Der nach aufwändiger, teurer Sanierung vom Bezirk circa zwei Jahre lang vollständig vernachlässigte Arnswalder Platz ist in Berlin keine Ausnahme. Vielerorts befinden sich Parks und Gärten in einem erbarmungswürdigen Pflegezustand. Der Senat setzt offenbar andere Prioritäten, häufig auf Großprojekte – Großflughafen BER, Großbibliothek Tempelhofer Feld zulasten dezentraler Stadtbibliotheken, A 100-Ausbau und anderes. Die Niederungen der tagtäglich von Berlinern und Touristen erlebten Stadt geraten dabei zu oft aus dem Blickfeld. So sind Pflegemangel und Verwahrlosung in Parks und Gärten verbreitet, wo wir Städter – und die Besucher Berlins! – Entspannung und Freude finden sollten. Wir werden diese Prioritätensetzung im Auge behalten. Und immer wieder kritisch kommentieren, getreu unserem Motto: „Wir zeigen der Politik, was ’ne Harke ist!“

Vernachlässigte Grünanlagen sind arm und nicht ‘sexy’

Verdreckte und wuchernde Parks vertragen sich nicht mit dem Profil einer Stadt, für die Tourismus ein zentraler Wirtschafsfaktor ist. Für unsere viel ärmeren Vorväter war es eine Selbstverständlichkeit, Bürgern und Besuchern zu ihrer Entspannung und Erbauung gepflegte Grünanlagen zu bieten. Warum sollte sich das die Hauptstadt eines der wohlhabendsten Länder Europas nicht leisten können – zumal angesichts der Steuer-Mehreinnahmen durch den Tourismus?

Gute Zusammenarbeit

Allerdings: Die am 15.09.2012 gestellten kritisch-konstruktiven Fragen von 58 Anwohnern an die Politik anlässlich der Vernachlässigung des Gartendenkmals Arnswalder Platz sind bei Pankower Politikern und Behördenmitarbeitern auf fruchtbaren Boden gefallen. Das insgesamt gute Miteinander mit dem Bezirk motiviert uns nach wie vor zum Weitermachen:

Für den 8. März 2013 lud uns der Pankower Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner, zu einem Ortstermin auf dem Arnswalder Platz. Mit dabei waren auch zwei Mitarbeiterinnen des Landschaftsplanungsamtes, Bereich Pflegen und Unterhaltung (Frau Gralmann und Frau Benjamin) sowie der Landschaftsplaner Kolbe, der im Auftrag des Bezirks die Planung für die Sanierung des Gartendenkmals Arnswalder Platz übernommen hatte.

Nachdem im Auftrag des Bezirks drei vandalisierte Leuchten repariert und die Hainbuchenhecken auf das richtige Maß geschnitten wurden, gibt es nun weitere erfreuliche Signale für die nahe Zukunft. So besteht berechtigte Hoffnung, dass im Jahr 2014 das noch nicht sanierte Drittel des Platzes zur Danziger Straße hin ebenfalls wiederhergestellt wird. Hoffentlich mit einem entsprechenden Pflegeplan verbunden…

Wir werden einen von Baustadtrat Kirchner angebotenen Gesprächstermin dafür nutzen, um weiteres mit ihm, der Gartendenkmalpflege und Mitarbeitern des Tiefbauamtes zu besprechen.

Public-Private Partnership der bürgernahen Art

Wenn Bürger ergänzend zur Arbeit der finanziell klammen Bezirke einen Beitrag zur weiteren Aufwertung der Anlagen leisten sollen (und dazu sind viele bereit), bedarf es dafür vernünftiger Kooperations-Konzepte und einer ausreichenden Finanzierung. Es wäre eine Verschwendung von Ressourcen und Arbeitskraft, das den Bezirken alleine zu überlassen: Hier ist nicht zuletzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gefragt.

Aber vielleicht entsteht hier in Pankow ein Modellprojekt für die Kooperation Bürger/Bezirk bei der Pflege öffentlicher Plätze? Es wäre nicht das erste Mal, dass Pankow Vorreiter bei der Lösung kiezbezogener Probleme ist.

Zünftige  T-Shirts zu verkaufen! IMG_4710a

Wir haben noch einige T-Shirts mit unserem neuen Logo vorrätig. Für den Entwurf danken wir unserem Nachbarn, dem Grafiker Oliver Kleinschmidt! Wir geben die Gärtner-Shirts zum Selbstkostenpreis ab: € 17,50, ggf. plus Versandkosten. Bitte per Mail bestellen bei: arnswalderplatz@hotmail.de

 

 

Archiv

Hier archiviert  finden Sie Texte, die wir seit September 2012 eingestellt haben und die weiteren Aufschluss über die Anliegen unserer Initiative geben.

Hier gibt es ein paar Informationen zum Arnswalder Platz im Bötzowkiez.