GärtnerInitiative Arnswalder Platz

Besuch von Bezirksbürgermeister Sören Benn – zukunftsweisend?

Potemkin’sche Papierkörbe und das WAHRE Leben

Am 21. Juli besuchte uns der Pankower Bezirks-Bürgermeister Sören Benn (Linke), gut gelaunt, aufmerksam zuhörend. Dem Grünflächenamt war natürlich bekannt, dass er kommen würde, und – welch ein Zufall! – die Mülltonnen waren geleert worden und zeigten sich aufgeräumt und ansehnlich wie Erich Honeckers aufpolierte Protokollstrecke nach Wandlitz. Als kleines Korrektiv überreichten wir Benn eine Collage mit den überquellenden Behältern an einem stinknormalen Sommer-Samstag dieses Jahr, hier zu bewundern.

Der Bürgermeister war im Bilde und hatte auch unseren Müll-Flyer gelesen. So ging es schnell zur Sache: Mehr Abfallbehälter aufstellen –sah er ebenso als notwendig an, insbesondere im Gartenbereich hin zur Pasteurstraße (gegenwärtig zwei Tönnchen für zehn Bänke). Und: formschönere Behälter – auch Sören Benn zeigte kein Verständnis für diese Eimer mit den herausquellenden Müllbeuteln (nebenbei: diese Plaste-Müllbeutel sind zusätzlicher Plastikmüll). Und last but not least: höhere Leerungsfrequenzen sind notwendig – die Frage ist ‚nur‘: wie das zu organisieren ist. Alternativ:

Modell 1: Das Grünflächenamt leert häufiger. Illusorisch beim gegenwärtigen Personalbestand; für Wochenenden, wenn die Leerungen besonders zwingend erforderlich wären, gibt es zusätzlich tarifvertragliche Einwände.

Modell 2: Beauftragung der BSR, eigene (?) Mülltonnen aufzustellen und sie in höheren Frequenzen zu leeren. –  Anschließend an eine Begehung des Kollwitzplatzes mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am 16. Juli, bei dem die Ausweitung des Parkreinigungs-Auftrags an die BSR vorgestellt wurde, vereinbarten MdA Tino Schopf (SPD) und ich (Carsten Meyer) für den 1. August mit der BSR einen Ortstermin auf dem Arnswalder Platz zu genau diesem Thema. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt. Herr Bürgermeister Benn jedenfalls ist ‚alarmiert‘.

Wege-Pflege im 21. Jahrhundert: mit Besen und Kehrblech?

Ähnlich wie wir beim Aufsammeln von dem Verpackungsmüll streiken, der fein säuberlich unter überquellende Mülltonnen gestellt wurde – ein stiller Bürger-Protest gegen eine unfähige Entsorgungspolitik – , so streiken wir auch beim Fegen der gepflasterten Flächen, die im Handumdrehen von modernen Besenfahrzeugen (die BSR nennt sie ‚Lilliputz‘) gereinigt werden könnten. Zu oft schon tat uns nach dem Fegen der Rücken weh – vermeidbarerweise. Wir tun schon sehr viel – aber wir machen uns nicht zum Affen!

Bürgermeister Benn zeigte bei dem Rundgang auch dafür Verständnis. Seine Frage: hat das Grünflächenamt kein solches Reinigungsfahrzeug? Wenn nicht: sollte man es nicht anschaffen? Oder auch hier die BSR beauftragen? Die Fragen sind jetzt in der Pipeline. Und auch der Pankower Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) liest diese Website… Die Wegereinigung wird ebenfalls Thema bei dem erwähnten Gespräch am 01.08. mit der BSR sein.

GärtnerInitiative Arnswalder Platz – bis zum Umfallen?

Bürgermeister Benn überraschte uns bei unserem Gespräch am 21. Juli 2018 mit der Feststellung, eigentlich müsste unsere GärtnerInitiative überflüssig sein, weil die gärtnerischen und Reinigungsaufgaben schließlich Aufgabe des Bezirks seien. Seines Bezirks! Alle Achtung, ein wahres Wort.

Dass es so kommt, setzt voraus, dass der Grünpflegebereich entsprechend finanziell und personell ausgestattet ist. Pankow war einer der höchstverschuldeten Bezirke Berlins, und der Bürgermeister erinnerte daran, dass allein durch eine nicht erfolgte Abrechnung eines Behörden-Mitarbeiters ein Defizit von 20 Millionen Euro entstanden sei, das – zusätzlich zur allgemeinen Haushalts-Konsolidierung – hätte eingespart werden müssen.

Hinzu kommt übrigens eine generelle Schlechterstellung der Berliner Grünpflege ab Jahrhundertwende gegenüber der Nachwendezeit. Damals ging die Zuständigkeit vom Senat an die Bezirke über. Dass die Zuweisung von Mitteln an die Bezirke nicht zweckgebunden erfolgte, hat ebenfalls zur Misere beigetragen: es wurden mit diesem Geld Straßen- und Finanzlöcher gestopft. Stadtgrün hat keine signifikante Lobby mehr. Wir empfehlen dazu einen Artikel von Dipl.-Ing. Stephan Strauss „Zur aktuellen Zersplitterung der Berliner Grünverwaltung“ (Stadt und Grün 7/ 2018), den wir hier verlinken. Er gibt einen sehr interessanten Einblick in die Entwicklung und den Niedergang der Berliner Grünpflege.

Strauss weist auch darauf hin, dass es seit 2018 drei statt vorher vier Pflegeklassen gibt. Für die höchste Pflege-Kategorie werden die Mittel zweckgebunden vergeben. Erst am 23. Juli haben wir erfahren, dass der Arnswalder Platz der höchsten Pflegeklasse zugeordnet ist. Das lässt hoffen…

Allerdings: Pankow arbeitet gegenwärtig mit der Hälfte der für eine akzeptable Grünpflege notwendigen Kräfte. Wir fordern daher eine Verdopplung der Ausgaben für den operativen Bereich der Grünpflege, also für die personelle Ausstattung mit GärtnerInnen. Offenbar müsste auch in die Ausbildung von fachlich versierten Gärtnern investiert werden.

Wenn die Personalaufstockung spätestens zum nächsten Doppelhaushalt erfolgt ist, möchten wir unseren monatlichen Aktionsrhythmus aufgeben. Aber nicht ganz aufhören: gemeinsames Bürgerengagement ist sozialer Kitt im Kiez, es haben sich darüber Freundschaften gebildet, der Arnswalder Platz erfährt eine andere Anerkennung als Platz der Bürger. Das Engagement setzt ein Zeichen gegen eine reine Konsumhaltung gegenüber dem öffentlichen Raum, er ist ein gemeinschaftliches Anliegen!

Für diese hoffentlich nahe Zukunft können wir dann uns folgendes vorstellen: drei bis vier Termine pro Jahr, z.B.: ein Frühjahrsputz, evtl. verbunden mit einer Pflanz-Aktion; evtl. ein frühsommerliches Unkraut-Jäten; eine Aktion im Herbst mit Rückschnitt und Laubfegen; ein Böllerputz am 1. Januar.

Roter Faden: Respekt

Die anderen mit Bürgermeister Sören Benn besprochenen Themen lassen sich unter der Überschrift ‚Respekt‘ zusammenfassen. Die wiederkehrenden Schmierereien an Mauern und am Brunnen sind respektlos gegenüber dem Denkmal und den Bürgern, die es genießen wollen. Deswegen fordern wir neuerdings von den international agierenden Taggern und Sprayern auf kleinen Plakaten Respekt ein. Ob’s fruchtet? Eine ähnliche Aktion gegenüber Blumendieben (in einem neu angelegten Beet an der Pasteurstraße wurden schon in der ersten Nacht Pflanzen geklaut) hat es geklappt, die Schilder standen für einige Wochen, es verschwanden keine Pflanzen mehr.

Respekt erwarten wir auch von der Verwaltung: die Müllsituation so eskalieren zu lassen, wie wir es auf dem Arnswalder Platz immer wieder beklagen müssen, ist gleichermaßen respektlos gegenüber dem Denkmal und den Bürgern. Und es zeugt auch nicht von Respekt von Behörden-Mitarbeitern, wenn sie konstruktive Bürgervorschläge zur Vereinfachung und bürgerfreundlichen Gestaltung von Verwaltungsvorgängen (Beispiel: überbordende Genehmigungsverfahren für Kinderflohmärkte) schlicht ignorieren.

  

 

Feierliche Einweihung des erweitert sanierten Arnswalder Platzes

Am Freitag, den 6. Juli, fand anlässlich der Eröffnung des ergänzend sanierten Platzes eine kleine Feier statt. Es sprachen der Pankower Bau-Stadtrat, Herr Kuhn, Frau Lindstädt von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Herr Lingenauber vom Landesdenkmalamt und Herr Meyer von der GärtnerInitiative Arnswalder Platz. Hier ein paar Bild-Impressionen von diesem Tag.

 

 

  

Alle Redner zeigten sich erwartungsgemäß mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bedankten sich gegenseitig: Für das Erscheinen und die feierlich-freundlichen Worte des Stadtrats, für die kommunikative und kompetente Bürgerbeteiligung von Frau Benjamin, für die gute Arbeit der ausführenden Gärtner und Maurer, für das ehrenamtliche Engagement unserer Initiative. Es gab da auch ein paar dunkle Wolken am Himmel: die Erinnerung an die großflächigen Graffitis, die kurz vor Eröffnung noch entfernt worden waren, und unsere Klage über die bedrückende Verpackungsmüll-Situation auf dem Platz.

Diese wird uns noch beschäftigen – voraussichtlich verstärkt wegen der geringen Müllbehälter-Kapazitäten im erneuerten Gartensegment.

Dieses, unser aktuelles Schwerpunkt-Thema, wird uns auch bei unserem nächsten gemeinsamen Gärtnertermin am 21. Juli ab 13 Uhr beschäftigen: wenn uns unser Bezirksbürgermeister, Herr Sören Benn (Linke), einen Besuch abstattet. Wir erwarten ihn zu unserer traditionellen Kaffeepause – Gelegenheit für ein Gespräch über den Arnswalder Platz und ein bisschen über unseren ‚Gartenzaun‘ hinaus: z.B. zum Pflege- und Reinigungsmissstand in Pankower Grünanlagen – und nicht nur dort.

 

 

In öffentlichen Gärten einer Stadt sollte man … Frohsinn in weite Kreise tragen. Voraussetzung ist, dass diese Gärten sauber angelegt und sorgfältig unterhalten werden. (Erwin Barth, Gartenarchitekt, 1913)

Nichts gedeiht ohne Pflege; und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert. (Peter Josef Lenné, Gartenkünstler, 1822)

Verfall von öffentlicher Gartenkultur

Am 19. und 20. Juni fand im Nicolaihaus in Mitte eine internationale Tagung statt. Unter dem Titel ‚Sharing als Chance‘ ging es um bürgerschaftliches Engagement bei der Erhaltung des europäischen kulturellen Erbes. Den Rahmen bildete das europäische Kulturerbejahre 2018, Veranstalter war die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Ergänzend zu Vorträgen und Foren stellten Initiativen engagierter Bürger an Infoständen ihre Arbeit vor – auch die GärtnerInitiative Arnswalder Platz. Statt einer braven Selbstdarstellung hauen wir ein wenig auf die Pauke und zeigen den internationalen Besuchern ein dreckiges Berlin. Genauer: vermüllte Plätze und Grünanlagen, eine verbreitete Un-Kultur in der deutschen Hauptstadt, durch staatliche Nachlässigkeit geduldet. Wir alle wissen: diese Bilder sind keine Ausnahmen, sondern an warmen Sommertagen – verstärkt am Wochenende – die Regel.

Mit einem neuen Flyer, den wir in einer englischen und in einer deutschen Variante verteilten, stellen wir nicht nur das Problem dar und fordern mehr Engagement von Politik und Verwaltung, sondern machen auch Lösungsvorschläge für ein konzertiertes Maßnahmenbündel:

  • Zuweisung zweckgebundener Grünpflege-Mittel an die Bezirke
  • Bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Grünflächenämter
  • Größere und besser designte, Berlin-einheitliche Abfallbehälter (Raben- und Ratten-sicher, mit Fach für Zigarettenkippen und Abstellmöglichkeiten für Pfandflaschen)
  • Wesentlich häufigere Leerungen der Müllbehälter in Zeiten verstärkter Nutzung von Plätzen und Grün­anlagen, insbesondere an Sonn- und Feiertagen
  • Im Bedarfsfall Einsatz geschulter Park-Ranger, um Missachtung von Parkregeln (à Grillen, Entsorgung des Verpackungsmülls) rechtzeitig zu unterbinden
  • Freundliche Hinweise in Parks zur ordentlichen Müllentsorgung und Einsatz von Waste Watchers nach Wiener Vorbild (Verwaltung als Vorbild: zunächst Erledigung der drei vorgenannten Punkte!)
  • Finanzierung dieser Maßnahmen durch Verwendung von Einnahmen aus der Hotel-Übernachtungssteuer (City Tax) und Sondersteuer auf Einweg-Verpackun­gen sowie Pfandsystem für bestimmte Verpackungen
  • Förderung von Nachfüll-Bechern für To-Go-Getränke und biologisch abbaubaren Verpackungen
  • Sensibilisierung der Bevölkerung: wiederholte Anti-Littering Kampagnen, Schul-Curricula und Unterrichtsmaterial zum Thema umwelt- und stadtverträglichen Umgangs mit Verpackungen

Leider war der Raum, in dem wir uns gemeinsam mit anderen Initiativen in dem weitläufigen Nicolaihaus präsentieren konnten, sehr abgelegen. Nur wenige Teilnehmer fanden den Weg zu uns. Eine erfreuliche Ausnahme war der Besuch von Gerry Woop, Staatssekretär bei Kultur- und Europaminister Klaus Lederer, der sich offen und interessiert für unser ‚Anti-Littering-Projekt‘ zeigte. Möge dies Interesse Früchte tragen!

Einweihung des frisch sanierten Platzdrittels

Noch ist dieser Platzteil abgesperrt. Das Schild ‚Betreten der Baustelle untersagt‘ wird jedoch ignoriert, die Polizei ist nicht präsent, Videoüberwachung ist sowieso tabu, und schon macht sich wieder die asoziale Aneignung des Platzes breit.

Noch sind die Arbeiten nicht ganz abgeschlossen. Voraussichtlich am 4. Juli werden die Absperrungen entfernt, und nachdem die von den Zaun-Fundamenten verursachten kleinen Schäden ausgebessert wurden, findet am Freitag, den 6. Juli um 14 Uhr eine kleine öffentliche Einweihungsfeier statt. Der Pankower Baustadtrat Vollrad Kuhn wird einige feierliche Worte sagen. Am weiteren Programm wird beim Grünflächenamt noch getüftelt.

Aus diesem Anlass mal wieder einige schöne Impressionen, die der Platz zu bieten hat:

 

Die Kinderflohmarkt-Saison konnte beginnen!

Die diesjährige Behördenposse um die Genehmigung der traditionellen Kinderflohmärkte auf dem Arnswalder Platz haben wir jetzt ins Archiv [GESCHICHTE(N)] gestellt. Die Flohmärkte laufen; Anmeldung bei Interesse im Cafezinho, Bötzowstr. 41. Sehr bedauerlich ist, dass leitende Beamte beim Straßen- und Grünflächenamt auf unsere konstruktiven Vorschläge zur Vereinfachung und bürgerfreundlicheren Organisation der Verwaltungsvorgänge – bis hin zur Entwicklung eines Antragsformulars für die Nutzung des öffentlichen Raums – nicht Stellung bezogen haben. Auch nicht betreffs unserer Nachfrage, ob bestimmte Verwaltungsvorschläge nicht schlanker gestaltet werden könnten, z.B. wenn es um die Genehmigung von harmlosen Kinderflohmärkten geht: Acht behördliche Stellen müssen dazu Gutachten schreiben…

 

Am 21. April wurde wieder gepflanzt

 

Fotos (2): Bernd Wähner

Unsere letzte größere Pflanzaktion liegt schon drei Jahre zurück. Im Mai 2014 bepflanzten wir das Beet Pasteurstraße links (von der Straße aus gesehen) mit Stauden nach eigenem, mit dem Bezirk abgestimmtem Pflanzplan. Eine solche Aktion, die einen ‚Ausbruch‘ aus der normalen Pflege- und Säuberungsroutine bedeutet, erfordert natürlich eine entsprechende finanzielle Ausstattung. Damals kam sie aus einem Topf, der aus Grün-Ausgleichsmitteln gespeist war, die die Firma REWE für die temporäre Nutzung der Werneuchener Wiese zu entrichten hatte.

Diesmal konnten wir aus einer Zuwendung in Höhe von 2.400 € schöpfen, die wir vom Verein der Freunde der Stiftung Denkmalschutz Berlin erhielten. Ziel von Verein und Stiftung ist es, zur Förderung der Denkmalpflege und der entsprechenden Bildung in Berlin beizutragen. Denn, so heißt es auf der Website des Vereins: „Die Pflege und Bewahrung dieses historischen Erbes ist ein wesentlicher Beitrag auch zur Identitätsstiftung mit Berlin.“

Warme Worte wechseln die Adressaten

Zu dem besonderen Anlass galt es natürlich, bei unserer Drei-Uhr-Kaffeepause einige anerkennende und dankende Worte zu sagen. So geschah es von Frau Birgit Jochens vom sponsernden Verein, von Frau Leane Benjamin – beim Grünflächen Pankow für den Bereich Neubau zuständig -, und natürlich von uns.

Frau Jochens machte deutlich, wie wichtig ihr und dem Verein das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt und die Pflege von Denkmalen ist – also auch von Gartendenkmalen, und dankte uns für dieses Engagement. Frau Benjamin hob hervor, dass sich aus dem anfangs manchmal spannungsgeladenen Verhältnis zwischen den kämpferisch auftretenden ehrenamtlichen Gärtnern und dem Grünflächenamt mittlerweile eine sehr gedeihliche Zusammenarbeit entwickelt hätte. Sie betonte, dass aufgrund des Engagements der GärtnerInitiative dem Arnswalder Platz beim Grünflächenamt des Bezirks besondere Aufmerksamkeit zukäme. Das schlägt sich gegenwärtig auch in der forcierten denkmalpflegerischen Wiederherstellung des bislang unsanierten Platzdrittels nieder! Deren Wieder-Eröffnung (allerdings ohne die noch auszusäende Rasenfläche in der Mitte) stellte Frau Benjamin für Ende Juni in Aussicht.

Carsten Meyer von der GärtnerInitiative Arnswalder Platz schließlich dankte Frau Jochens und dem Verein der Freunde der Stiftung Denkmalschutz für die Zuwendung und die vertrauensvolle, freundliche Zusammenarbeit, und allen Mitgärtnerinnen und Mitgärtnern in fluktuierender Zusammensetzung, ohne deren tatkräftiges Engagement all das Geleistete nicht möglich gewesen wäre. Sein weiterer Dank ging an die MitarbeiterInnen des Grünflächenamtes, z.B. an Frau Gabriel, die für die zuverlässige Stellung der Grünschnittcontainer sorgt, und an Frau Benjamin und ihre ausgezeichnete Bürgerbeteiligung bei der Planung des nun in Sanierung befindlichen Areals. Kritisch bemerkte Carsten Meyer, dass sich die Anwohner zukünftig eine wesentlich bessere Entsorgung des an warmen Tagen herumfliegenden Verpackungsmülls wünschen, der dem Platz den Stempel der Vernachlässigung aufdrückt: mehr Müllbehälter und eine deutlich höhere Leerungsfrequenz der Müllbehälter zur Takeaway-Fastfood-Hochsaison.

Puh, Dankesreden geschafft, konnten wir uns über vier selbstgebackene Kuchen und selbstgebrauten Kaffee hermachen und für die nächste Arbeitsrunde stärken!

Noch mehr nette Worte – und eine Forderung…

Gegen 17 Uhr besuchte uns noch der Pankower Bau-Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) und nahm sich Zeit für ein freundliches und ausführliches Gespräch mit uns. (Unserer Einladung für 15 Uhr konnte er nicht nachkommen, da er bereits anderweitig verplant war.) Er klagte über die mangelhafte Mittelausstattung für die Pflege und Instandhaltung von öffentlichen Grünanlagen und Kinderspielplätzen im Bezirk. Meyer brachte hier wieder einmal seine Forderung ins Spiel, die von Touristen erhobene Hotel-Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) für die Pflege von Grünanlagen einzusetzen, da öffentliche Plätze und Grünanlagen viel von auswärtigen Besuchern genutzt würden und auch ein wichtiger Image-Träger für die Stadt seien. Dies erfordert allerdings entsprechende Beschlüsse des Abgeordnetenhauses – eine Forderung, die dann auch noch an den SPD-Abgeordneten des Bezirks, Tino Schopf, erging, der uns fleißige Gärtner auch noch kurz begrüßte.

Nicht nur schöne Worte – vor allem wurde gepflanzt, und wie!

Tausend bodendeckende Pflanzen (Efeu, Dickmännchen, Teppichknöterich und Schneestorchschnabel) hatten wir bestellt und es zwischen 11:00 und 18:30 Uhr auch wirklich geschafft, sie im Beet an der Hans-Otto-Straße einzupflanzen. Wir, das waren zehn Leute mit dem erforderlichen ‚grünen Daumen‘ und der notwendigen Sorgfalt, das Angepflanzte nicht gleich wieder niederzutrampeln… Wir stellten fest, dass das Wühlen in der Erde und gelegentlich etwas Small Talk mit dem Nachbarn richtig Spaß macht. Und angenehm ermüdend ist…

  

 

 

Weitere zehn Leute waren auf dem Platz verteilt anderweitig tätig: Vandalismus-Schäden beseitigen (einige Dumpfbacken hatten sieben Bierflaschen zertrümmert und den Inhalt eines Müllbehälters ausgekippt), den Müll neben den überquellenden Müllbehältern aufsammeln, aber auch rechen, fegen und Rosen zurückschneiden. Der Platz konnte sich hinterher wahrlich sehen lassen – bis über Nacht einige Hirnis einen prallvollen Müllsack aufschlitzten und seinen Inhalt dort verteilten. Guten Morgen, Berlin…

  

 

 

Frühjahrsputz im März 2018

Einen lesenswerten Artikel des Journalisten und Stadtteil-Chonisten Bernd Wähner zu unserer ersten Aktion im neuen Jahr finden Sie hier.

Arnswalder Platz – Fotos erzählen Geschichte

Der Arnswalder Platz war bereits im 1858-62 aufgestellten Hobrecht-Plan vorgesehen. Seinen jetzigen Namen erhielt er 1902, jedoch änderte sich der Name inzwischen mehrfach. Eine gartenkünstlerische Gestaltung als Schmuckplatz in den Formen der sogenannten „Lenné-Meyerschen Schule“ erfolgte ab 1904.  Das Zentrum bildete eine symmetrisch gestaltete, die heutige Bonhoeffer-Straße aufnehmende Querachse. Sie ist auf obigem Foto zu sehen, das den Blick von der Hans-Otto-Straße 42 – damals Braunsberger Straße – zeigt. Im Hintergrund ist die Kreuzung Bötzowstraße / Pasteurstraße zu sehen.

1908 wurde ein Schmuckbrunnen nördlich des Platzzentrums aufgestellt, der auf dem nachfolgenden Bild zu sehen ist. Das Foto zeigt im Hintergrund die damalige Braunsberger Straße (heutige Hans-Otto-Straße) im Abschnitt zwischen Danziger Straße und Friedeberger Straße (heute die Stichstraße an der Hans-Otto-Straße, die zur Kita führt).

Das nachfolgende, Mitte der 20er Jahre aufgenommene Foto verdeutlicht die landschaftlich orientierte Pflanzung der Bäume. Einige dieser Bäume gedeihen noch heute; sie bilden einen starken Kontrast zur architektonisch geprägten Anlage aus den 30er Jahren. (Blick von der Bötzowstraße in Richtung der Danziger Straße / Hans-Otto-Straße)

Die entscheidende, bis heute im Wesentlichen überlieferte Gestalt erhielt der Platz 1933/34 durch den Stadtbaudirektor Richard Ermisch (1885-1960). Er konzipierte unter Einbeziehung des Großbaumbestands eine vollständige Neuanlage, die auf den von Hugo Lederer (1871-1940) bereits 1927 im Auftrag der Stadt Berlin entworfenen monumentalen Fruchtbarkeitsbrunnen als Mittelpunkt zugeschnitten war. Für den Brunnen waren zunächst zwei andere Standorte vorgesehen, die sich aber aus statischen Gründen als ungeeignet erwiesen. Erst Anfang der 30er Jahre wurde er dann hier errichtet. Die Fotos zeigen den Bildhauer bei der Arbeit im Jahre 1934.

 

Nachfolgend das Eckhaus Hans-Otto-Straße 42, 42 A und 42 B (damals Ecke Braunsberger Straße / Friedeberger Straße): Wo damals Kneipe und Zigarrenladen zum Konsum weicher Drogen einluden, befindet sich heute die Schwanen-Apotheke. Die Häuser links und rechts daneben wurden im Krieg zerstört. Das Grundstück links wurde in den 50er Jahren neu bebaut, das rechte Wohnhaus nicht ersetzt. An seiner Brandwand befindet sich jetzt eine Balkonanlage.

Auf dem nachfolgenden Foto von 1932 sieht man links dasselbe Wohnhaus; der Blick in die Friedeberger Straße zeigt, dass sie vor den Kriegszerstörungen bis zur Kniprodestraße (1974-1995 hieß sie Artur-Becker-Straße) durchging. Welcher Zynismus: Die NSDAP wirbt mit Hitlers Kampf für den ‚wirklichen Frieden‘. Allzu viele Menschen ließen sich blind überzeugen…

 

Die nachfolgende Zeichnung stammt von Frau Gottwald, damalige Mit-Besitzerin des Hauses Hans-Otto-Straße 42. Sie zeigt die Lorenbahn, mit der der Kriegsschutt zum nahen Flakbunker gefahren wurde – aufgetürmt zu dem auch ‚Mont Klamott‘ genannten Bunkerberg.

 

Im Auftrag des Berliner Magistrats wurden die Kriegszerstörungen zwischen 1949 und 1952 systematisch mit Plattenkameras dokumentiert. Der Fotograf Arwed Messmer hat sie digital zu großformatigen Panoramen zusammengestellt – 2008/09 in der beeindruckenden Ausstellung ‚So weit kein Auge reicht‘ in der Berlinischen Galerie präsentiert und in einem gleichnamigen Buch veröffentlicht. Das Panorama zeigt den Blick von der Ecke Kniprodestraße / Hufelandstraße. Im Hintergrund, etwas rechts von der Mitte, sieht man wieder das einzige an der Friedeberger Straße erhaltene Haus, heute Hans-Otto-Straße 42 A/B, das direkt am (hier verdeckten) Arnswalder Platz steht.

Auf dem 180 ° Gesamt-Panorama sind links auch die Straße am Friedrichshain und rechts Reste der Gründerzeit-Bebauung auf der heutigen Werneuchener Wiese zu sehen. Deren Zerstörung hat viererlei Ursachen. Zum einen wurden dort im ‚Dritten Reich‘ Häuser für Hitlers Germania-Planungen geschleift: Die Straßen Am Friedrichshain / Kniprodestraße sollten verbreitert und mit Monumentalbauten bebaut werden. Weitere Häuser wurden durch Bomben zerstört. Drittens sollen etliche der verbliebenen Gebäude abgerissen worden sein, um freies Schussfeld für die Flakstellung auf dem Hochbunker im Friedrichshain zu haben. Und schließlich wurden die verbliebenen Wohnhäuser zu DDR-Zeiten abgetragen.

Abschließend zurück zum Arnswalder Platz: so wie nachfolgend stellte er sich in den 60er Jahren dar (Blick von der Danziger Straße – damals Dimitroffstraße – Richtung Pasteurstraße). Danach ein Blick Anfang der 70er Jahre in die entgegengesetzte Richtung.

Sanierung und Zerstörung – Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen

Die nachfolgenden Bilder sind Momentaufnahmen vom 18. November 2017. Das erste Bild zeigt eine originale, reparierte und neu verfugte Klinkerwand auf dem in Sanierung befindlichen Platz-Abschnitt nahe der Danziger Straße, das zweite – kaum zu unterscheiden – eine neu gemauerte Wand mit dem gleichen teuren Wittmunder Torfbrandklinker, wie er hier in den 30er Jahren zum Einsatz kam. Die Maurer, die jetzt hier arbeiten, von altem Schrot und Korn, verrichten ihr Werk mit traditionellem Handwerkerstolz.

Den ‚Respekt‘ eines Teils der heutigen Jugend vor einem Denkmal und vor dem Schaffen von Handwerkern dokumentieren die darauf folgenden Bilder. Die Bilder vom Brunnen und die vandalisierte Bank runden das Bild ab.

Viele Anwohner meiden einen solchen Ort, weil er nicht Freude, sondern traurig macht. Es wird nicht lange dauern, bis das Brunnenplateau ganz den Gangs überlassen wird, wenn nicht… ja wenn nicht, möglichst schnell, unter Einsatz von öffentlichen Geldern und aggressiver Reinigungschemie…
Bis die nächsten Jugendlichen mit der Spraydose ihr Revier markieren.

Wird das auch in Zukunft so bleiben? …müssen??!

 

 

 

 

Adieu, Laub 2016 – erst grün, dann gelb, bald Kompost

An unseren letzten Gärtnertagen des Jahres, am 21. Oktober (Fotos) und 18. November, rückten zwischen fünfzehn und 25  Erwachsene und Kinder dem Herbstlaub zu Leibe und schnitten Sträucher zurück. Im Oktober setzten wir auch Hyazinthen-, Narzissen- und Tulpenzwiebeln. Leider müssen wir sechs Monate warten, bis uns die Blüten erfreuen können!

    

Fünf Jahre GärtnerInitiative: Wir haben gefeiert!

Im September 2012 gab es – im übertragenen Sinne –  unseren ersten Spatenstich: mit dem berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag, zu dem der Tagesspiegel gemeinsam mit Aktionspartnern aufrief. Rückblende: Nachdem der Arnswalder Platz im Mai 2010 nach mehrjähriger (teilweiser) Sanierung feierlich den Anrainern ‚übergeben‘ wurde, verfiel er aufs Schlimmste innerhalb von zwei Jahren mangels Pflege durch das zuständige Pankower Grünflächenamt. Die Fotos im Archiv dieser Website sprechen Bände! Fassungslos und wütend über diese Vernachlässigung, folgten wir 2012 einem Aufruf des Tagesspiegel, sich auf einer eigens eingerichteten interaktiven Website für den ersten ‚Saubere Sache‘-Aktionstag einzutragen. Er fand am 15. September 2012 statt.

Dies war der Beginn nicht nur unserer politischen Kampagne für eine bessere Pflege von Berliner Parks und Gärten, insbesondere natürlich unseres großen Kiez-Gartendenkmals, sondern auch der Startschuss für das eigene beherzte öffentliche Gärtnern gemeinsam mit Anwohner*innen des Bötzowkiezes. Gleichzeitig engagierten wir uns hartnäckig für die ergänzende denkmalgerechte Herstellung des noch unsanierten Platzdrittels. Sie hat diesen Sommer endlich begonnen und wird leider wegen nicht absehbarer (!) Probleme erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Ein Grund war die Betonschicht der zu DDR-Zeiten hergestellten Wege, die wesentlich massiver war als zunächst erkennbar, ein weiterer Grund die bislang unterhalb des Bodenniveaus verborgene südöstliche Klinkermauer, die (vermutlich durch einen Bombentreffer) erhebliche Schäden genommen hatte. (Nachfolgend findet man Informationen zum Planungs- und Sanierungsstand.).

Die denkmalgerechte ergänzende Sanierung ist also – nach einer vorbildlichen Bürgerbeteiligung durch die zuständige Planerin, Frau Benjamin – auf langsamem, aber gutem Wege, wie sich auch generell das Engagement des Grünflächenamtes für den Platz in diesen fünf Jahren wesentlich verbessert hat.

Aber es steht bei weitem nicht alles so, wie man es bei einer ordentlichen Grünpflege erwarten müsste. Daher engagieren wir uns für einen jährlich mindestens einmaligen Schnitt der raumbildenden Buchenhecken, für eine Verbesserung der Abfallentsorgung (mehr, größere und rabensichere Müllbehälter, höhere Leerungsfrequenzen – insbesondere je eine Leerung vor und nach Wochenenden) sowie für eine Reinigung der gepflasterten Flächen durch Reinigungsfahrzeuge. Aus dem Grünflächenamt wird unsere Forderung unterstützt, für Reinigungsaufgaben die BSR einzusetzen. Bezirksübergreifend – sprich: gegenüber Abgeordneten und Senat – setzen wir uns dafür ein, dass die Bezirke bei der Grünpflege finanziell besser unterstützt werden. Wir fordern, dass Steuermittel entsprechend einem Teil des Betrages, der durch die von Touristen erhobene Übernachtungssteuer eingenommen wird, zweckgebunden für die bezirkliche Grünpflege eingesetzt werden.

Am 9. September hatten wir – nach einem leichten Arbeitseinsatz – eine kleine, aber feine Jubiläumsfeier. Sie fand passenderweise im Rahmen des berlinweiten Aktionstages statt, der ja im Jahr 2012 unser ‚Geburtshelfer‘ war. Nach Wiener Wein-Weisen vom Jedermann-Chor aus der Esmarchstraße gab es statt eines Rückblick auf fünf Jahre GärtnerInitiative eine exemplarische Würdigung der Menschen, die diese Initiative über die fünf Jahre hinweg oder auch nur zeitlich begrenzt begleitet und unterstützt haben. Es folgte eine kurze Information über die vorgenannten Themen und Forderungen. Anschließend durfte bei mitgebrachten Leckereien das eine oder andere Glas Sekt nicht fehlen…

Ergänzende denkmalgerechte Sanierung

Die Fotos zeigen den Zustand am 2. September 2017. Das Bauschild wird hinsichtlich des Fertigstellungstermins geändert werden: Aufgrund der Härte des zuvor entfernten Betons und wegen der nun zu Tage tretenden, zuvor verborgenen Schäden in der vorhandenen Bausubstanz verzögert sich die Fertigstellung bis ins Jahr 2018. Die Finanzierung der Mehrkosten aufgrund des gestiegenen Aufwands ist gewährleistet.

 

Die Reparatur bzw. Ergänzung defekter Stellen an der Klinkermauer wird mit dem gleichen Material durchgeführt wie ursprünglich verwendet: Wittmunder Torfbrandklinker. Die noch mit Klinker zu verblendenden Betonstufen zeigen, wie auch das Foto von dem von uns angelegten Rosenbeet, um wie viel das Niveau abgesenkt wird. Die Pflege der Rosen erübrigt sich im Moment: das Beet ist unzugänglich und wird im Herbst ohnehin aufgehoben. Die Rosen finden dann an anderen Stellen auf dem Gartendenkmal einen neuen Platz, und im nächsten Frühjahr werden an der selben Stelle wieder die gleichen Westerland-Rosen neu gepflanzt.

  

Die gegenwärtige Absperrung ist so weiträumig, weil auch die Zuwege von der Hans-Otto-Straße und von der Bötzowstraße (nachfolgend im Bild) wie auch die ‚Boulevard‘ genannten umlaufenden Wege erneuert werden. Alle erhalten eine wassergebundene, verdichtete Sandoberfläche wie schon die fertiggestellten Boulevards. Die beiden unten abgebildeten Bäume werden übrigens umgesetzt: sie wurden an ‚falschen‘ Stellen gepflanzt, d.h. sie würden, wenn die Stämme stärker geworden sind, die Sichtachse von der Hans-Otto-Straße behindern. Es ist unklar, was im kommenden Jahr mit dem Wall-Toilettenhäuschen geschieht – der Senat hat bekanntlich den Vertrag mit der Firma Wall gekündigt. Im Gegenzug zu der Möglichkeit, im öffentlichen Raum zu werben, wartet Wall diese Toiletten sowie die BVG-Wartehäuschen und  sorgt für den Betrieb der Berliner Brunnen – also auch des Stierbrunnens. Hoffen wir, dass sich hier rechtzeitig eine Lösung findet!

 

Willkommen im Dschungel: Beitrag zu uns auf radioeins

Ein lebendiger Beitrag von radioeins vom 23. August 2017 lässt sich über diesen Link nachhören.

Ein toller Gärtnertag inmitten der Sommerferien

Bei unserem Gärtnertermin am 19. August kamen unerwartet viele Leute: über zwanzig Erwachsene und zahlreiche Kinder. Die Stimmung war wie das Wetter – früher hätte man gesagt: bombig, doch das Wort hat heute einen fahlen Beigeschmack. Sagen wir: klasse, prima, ausgezeichnet. Wir haben viel geschafft, sind aber bei einigen Aufgaben in STREIK getreten. Auch dazu mehr Informationen in einer aktualisierten Ausgabe dieser Website bis Ende  August.

  

Das erste – und sicher nicht das letzte Mal – schloss sich an das übliche gemeinsame Kaffetrinken ein Boule-Spiel an. Schöööön 🙂 !

Im Tagesspiegel: eine tolle Würdigung unserer Arbeit

In  Vorbereitung der Aktionstage ‚Gemeinsame Sache‘ am  8. und 9. September 2017, an denen auch wir teilnehmen (siehe oben), hat die Journalistin Laura Stresing einen Artikel über unsere ehrenamtliche Arbeit verfasst, der einer schönen Anerkennung unseres Engagements gleichkommt.

Berlinweit engagieren sich Bürger für Denkmale!

Wir stehen mit unserem ehrenamtlichen Engagement für ein (Garten)denkmal nicht allein da! In ganz Berlin gibt es Initiativen, die sich für den Erhalt und die Pflege von Bau- und Gartendenkmalen engagieren. Die Stiftung Denkmalschutz Berlin bietet diesen Bürgerinitiativen eine Internet-Plattform. Ihr Ziel ist es, in Berlin zur Verbreitung des Denkmalschutzgedankens beizutragen und die Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements im Bereich der Denkmalpflege vor Augen zu führen. Außerdem soll damit die Zusammenarbeit derjenigen gefördert werden, die sich für den Erhalt, die Pflege und Nutzung von Denkmalen engagieren.

Abfall in Parks und Gärten

Impressionen vom Müllproblem am Arnswalder Platz.

 

Müllbehälter: zu klein, zu wenige, viel zu selten geleert; Pizza-Assietten passen nicht hinein.

  

Wie selbstverständlich landen Kippen (im Bild: schon zusammengekehrt) und Kronkorken auf dem Boden. Sie verfangen sich in dem Gestrüpp, das unter den Bänken in den Fugen des kaum pflegbaren Kleinpflasters wächst.

Ein lesenswerter Artikel der Journalistin Anna Kröning in Welt Online / N24 setzt sich auf breiterer Basis mit dem Vermüllungsproblem in hiesigen Parks und Gärten auseinander und nimmt den Arnswalder Platz aufs Korn: „So verdreckt ist die Müllhauptstadt Berlin“ – hier als Links zu einer Pdf-Datei sowie (zeitlich befristet) als Online-Fassung mit einigen wütenden Kommentaren…

Ein weiterer interessanter Artikel zu diesem Thema fand sich im Mai im Tagesspiegel. Autor ist der engagierte SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD): „Sagen wir dem Schmutz endlich den Kampf an!“

Hier unsere Forderungen:

  • City Tax verwenden: Nutzung eines Betrags, der einem Teil der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) entspricht, für die Reinhaltung insbesondere von öffentlichen Parks, Plätzen und Gärten, Begründung: Touristen brauchen diese Orte zum Erholen von ‚Sightseeing-Stress‘ und verschmutzen sie anteilig mit Verpackungsmüll
  • BSR einsetzen: Flächendeckender Einsatz der BSR für die Entsorgung und Reinigung von Müll in öffentlichen Parks und Gärten (gegenwärtig läuft nur ein Modellversuch) sowie für das Reinigen von gepflasterten Flächen mit Kehrmaschinen
  • Wochenendreinigung und Task Force: Reguläre Reinigung der Naherholungsflächen mit hoher Wochenend-Aufenthaltsfrequenz (Parks, öffentliche Gärten und Plätze) insbesondere samstags und sonntags, bei Schönwetter verstärkt durch eine Task Force (Wochenendarbeit – in vielen Dienstleistungsbereichen eine Selbstverständlichkeit!)
  • Ordnungsamt einschalten: Erweiterung der Aufgaben der sehr zahlreichen Ordnungsamts-Mitarbeiter*innen, die den ruhenden Verkehr überwachen, um Müll-Monitoring sowie im Winter Kontrolle der Einhaltung der Räumpflicht (viele Berliner scheren sich einen feuchten Kehricht um diese Vorschrift!)
  • Sperrmüll ohne Extra-Gebühr: Mehrmalige gebührenfreie Sperrmüllsammlung im Jahr zu regional festen Terminen, um den vielen illegalen Ablagerungen von Sperrmüll – einschließlich der zahllosen Fahrradleichen – entgegenzuwirken.

Erfreulich: Sanierung des restlichen Platzes hat begonnen

Seit Mitte Juni wird es ernst mit den seit Jahren schmorenden Umbauplänen für das noch unsanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin. Das Gelände mit der Rasenfläche wird um ca. 30 cm tiefer gelegt, sodass die alten Klinker-Einfassungen wieder zur Geltung kommen, die Betonwege werden durch denkmalgerechte Wege ersetzt und nach historischem Vorbild Hecken gepflanzt und Beete angelegt. Neue Bänke und Müllbehälter werden das Bild abrunden und für Aufenthaltsqualität sorgen.

      

 

GärtnerInitiative erhielt Denkmalschutz-Medaille

Am 1. Dezember 2016 wurde uns – auf Empfehlung des Berliner Landeskonservators – im Roten Rathaus die Ferdinand-von-Quast-Medaille überreicht, eine Auszeichnung für Bürger-Engagement im Bereich der Denkmalpflege. Wir nahmen sie stellvertretend für alle entgegen, die sich seit September 2012 vor allem gärtnernd, aber auch Kuchen backend und sonstwie engagiert haben.

Die Medaille isimg_8948-smallt nach dem ersten preußischen Staatskonservator benannt.  Gemeinsam mit uns erhielten diese Auszeichnung im Jahr 2016 zwei weitere Gärtner-Initiativen, nämlich die ‚Bürger für den Lietzensee e.V.‘ und der ‚Arbeitskreis Steppengarten‘. Außerdem wurden Medaillen für je zwei Personen vergeben, die sich forschend bzw. ein Wohnhaus der Moderne sanierend um den baulichen Denkmalschutz verdient gemacht haben (Dr. Sibylle Badstübner-Gröger / Prof. Dr. Ernst Badstübner und Dr. Ute Linz / Dr. Peter K. Bachmann).

img_8944 img_8942-small

Wir haben uns sehr über die anerkennenden Worte von Landeskonservator, Prof. Dr. Jörg Haspel (Foto), sowie über die fundierte und launige Laudatio des Gartendenkmalpflegers Klaus Lingenauber gefreut und uns im Namen aller ehrenamtlichen Helfer bedankt. Die Urkunde mit Begründung der Medaillen-Vergabe finden Sie hier.

Wir als GärtnerInitiative haben uns in unserer Ansprache auf den Widerspruch konzentriert, dass in Berlin zwar oft Investitionsmittel für die Sanierung oder Neuanlage von Parks und Gärten vorhanden sind, aber nicht ausreichend Geld für die anschließende Pflege durch die Bezirke zur Verfügung steht – mit katastrophalen Folgen für den Pflege- und Erhaltungszustand der Grünanlagen. Wir haben unsere Forderung erneuert, einen Betrag, der den Einnahmen der Übernachtungssteuer (City Tax) entspricht, für die touristische Infrastruktur und damit auch für Parks und Gärten zu nutzen. Hier ein ausführlicherer Auszug aus der Rede von Carsten Meyer.

 Live und lebendig: Infos zur GärtnerInitiative

Am 15. September 2016 sendete RBB Fernsehen ‚Um 4‘ live vom Arnswalder Platz. Sabine Opderbeck und einige fleißige Helfer*innen unserer GärtnerInitiative  geben in diesem Ausschnitt der Sendung einen lebendigen Eindruck von unserem ehrenamtlichen Engagement:

https://www.youtube.com/watch?v=YsiNeoImv0U

Grund zum Feiern: vier Jahre GärtnerInitiative Arnswalder Platz

Als der Tagesspiegel Mitte September 2012 erstmalig zur berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion aufrief, meldete Carsten Meyer ein Projekt zur Reinigung und Verschönerung des Arnswalder Platzes an. Angeregt von der Öffentlichkeitsarbeit des Tagesspiegels und von im Bötzow-Viertel ausgehängten Plakaten kamen rund 60 Leute und fegten, harkten, schnitten, jäteten, was das Zeug hielt. Verbunden war die Aktion mit einem Protestschreiben mit Forderungen an Senat und Bezirk, das spontan 58 Leute unterzeichneten: nach aufwändiger Sanierung und feierlicher Einweihung im Mai 2010 war dieses Gartendenkmal (!) binnen zwei Jahren mangels jeder Pflege durch den Bezirk zu einem verwahrlosten Un-Ort geworden, den die AnwohnerInnen mieden. Mit regelmäßigem Engagement auf dem Platz hat die Initiaitive in vier Jahren viel erreicht: Tonnen Grünschnitt und Unkraut entfernt und ebensolche Mengen Müll gesammelt, aber auch drei neue Beete angelegt und dem Platz seine Aufenthaltsqualität für die Anrainer wiedergegeben.

img_8748a

Das haben einige Engagierte am 10. September 2016 bei Sekt und Käseplatte gefeiert – nach getaner Arbeit… Wobei deutlich wurde: das Grünflächenamt muss viel mehr gegen die überbordende Vermüllung des Platzes tun und Dinge zuverlässig erledigen, die wir nicht leisten können, insbesondere den Schnitt der Hecken und das maschinelle Fegen der gepflasterten Flächen.

Mit diesen Forderungen werden wir am Ball bleiben!

img_8745

Neue Mitgärtner_innen sind herzlich willkommen.
Die Gärtnertermine findet man unter den Rubriken ‚Termine & Aktionen‘ und ‚Bürgeraktion‘.

 

Eine Hörprobe zum Arswalder Platz

Hier ist ein kurzer Beitrag von Marianne Mielke über den ‚Arnsi‘ für das Pfingstprogramm 2016 von info-Radio zu hören. Ein Filmbeitrag aus dem September 2016 ist unter dem Button ‚MEDIEN‘ zu finden.

Good news…

Eine Erleichterung für unsere Arbeit ist es, dass wir mittlerweile mit Unterstüzung des vormaligen Baustadtrats Jens-Holger Kirchner unsere umfangreichen Gartengeräte in der sogenannten ‚Brunnenstube‘ – einem Raum unterhalb des Brunnenplateaus – aufbewahren können. Es entfällt so das mühselige Heranschleppen aus einem Privatkeller, der nur über eine steile Treppe zu erreichen ist.

Und vor allem ist nun sicher, dass das noch nicht denkmalgerecht sanierte Platz-Drittel zur Danziger Straße hin im Jahr 2017 endlich saniert wird. Neben der selbstverständlichen Einbeziehung des Denkmalpflegers wurden bei der Vorstellung und Ausgestaltung der Planungen auch AnwohnerInnen und unsere GärtnerInitiative sowie deren Trägerverein, ProKiez e.V., einbezogen.

Beet an der Bötzowstraße angelegt

Wir, die GärtnerInitiative Arnswalder Platz, konnten im November 2015 ein völlig heruntergekommenes Beet an der Bötzowstraße erneuern lassen. Es befindet sich am mittigen Zugang zum Arnswalder Platz hinter der Info-Tafel. Ermöglicht wurde das durch eine Zahlung für Ausgleichsmaßnahmen der Firma REWE an den Bezirk Pankow für die Bodenversiegelung der Werneuchener Wiese – dort war ein provisorischer REWE-Markt während der Bauzeit des neuen Supermarktes an der Pasteurstraße errichtet worden.

IMG_8015 IMG_8016

Von diesen Naturausgleichsmitteln, die für die versiegelte Fläche zunächst für den Zeitraum von einem Jahr 100.000,- € betragen, wurde der GärtnerInitiative auf unseren Antrag hin ein Betrag bewilligt, der u.a. für dieses Beet zweckgebunden eingesetzt werden konnte. Wir selber haben dann die Planung übernommen, die vom Grünflächenamt übrigens vollständig akzeptiert wurde. Während wir das Beet an der Pasteurstraße (am Eingang links) selber bepflanzt und die Pflanzen selber beschafft hatten, haben wir die Ausführung diesmal komplett an einen Gartenbaubetrieb vergeben. Der Boden war einfach zu problematisch (z.B. da stark verdichtet und mit vielen Baumwurzeln durchsetzt) und die Fläche zu groß, als dass wir dies im Rahmen unserer samstäglichen Gärtnertermine hätten schaffen können.

Feuerdornpflanzung gegen Graffiti-Sprayer

Respekt vor Denkmälern ist Graffiti-Sprayern offenbar fremd. Immer wieder werden der Brunnen und die Klinkerwände am Brunnenplateau mit Graffitis und ‚Tag‘-Kritzeleien verunziert. Besonders betroffen ist die Klinkerwand zur Danziger Straße hin: offenbar bietet sie den Graffiti-Sprayern eine ideale Schaufläche zur viel befahrenen B96 und zur Tramlinie M10. Jede Säuberung einer dieser großflächigen Graffitis schlägt mit rund 1.000 € zu Buche.

Wir haben durch Pflanzung von selbstklimmendem Wein versucht, diese Fläche für Sprayer unattraktiv zu machen – leider vergeblich. Die ca. 20 Weinpflanzen hatten keine Chance: Der Boden direkt vor der Mauer ist durch ein Gemisch von Reinigungsmitteln vom Entfernen der Graffiti und die vielen Pinkler, die sich dort hinter den Rosen erleichtern, verseucht. Hinzu kommt die mechanische Belastung: um zur Klinkerwand zu gelangen, trampeln Pinkler und Sprayer erstmal durch das Rosenbeet. Wir haben schon viele Pflanzen dadurch verloren.

IMG_8006

Im Herbst 2015 wurden vom Bezirk vor die Klinkerwand Feuerdorn-Sträucher gepflanzt. Wir hoffen, dass die dornigen Zweige künftig die Störenfriede abhalten werden… Zunächst wurde der Boden in einer Tiefe von ca. 20 cm ausgetauscht, damit die Pflanzen diesmal eine Chance haben. Hoffen wir, dass die Pflanzen ankommen und robust und bald groß genug sind, um Sprayer abzuhalten…

Die Früchte unserer Arbeit:

IMG_7611  IMG_7605  IMG_7608  IMG_7609  IMG_7612  IMG_7615

 

Viel mehr als ein Namensschild…

Dass der Arnswalder Platz „Arnswalder Platz“ heißt, konnte man bisher ausschließlich an dem Namen der Tram-Haltestelle ablesen. Seit dem 24. März 2015 findet man den Namen endlich auch auf dem Platz selber. Nicht schwarz auf weiß wie bei einem Straßennamenschild, sondern weiß auf preußisch-blau: auf einer Infotafel, gestaltet entsprechend dem Retro-Design des Landesdenkmalamts, Abteilung Gartendenkmalpflege. Es finanzierte auch diese Infotafel, gemeinsam mit dem Bezirk Pankow. Herr Lingenauber vom Gartendenkmalamt lüpfte am 24. März das vorgehängte weiße Tuch und hielt eine kleine Ansprache, bevor wir gemeinsam mit ‚Anwohnern auf die Tafel anstoßen konnten. Auf ihr ist einiges mehr zu erfahren ist als nur der Platz-Name… Am besten vorbeikommen und vor Ort lesen! Oder den bequemen Weg wählen: einen Mausklick.

IMG_7444       IMG_7448a

‚Ackern‘ und fordern

Wir hören’s immer wieder: unser ‚Public Gardening‘ im Bötzow-Kiez macht Spaß. Man hat sich ausgepowert (mehr oder weniger, wie’s gefällt), hat Stadtnatur hautnah erfahren, sich bei Kaffee und Kuchen  gelabt und beim Klönschnack über’n Gartenzaun Neues aus dem Bötzowviertel erfahren. Anschließend fühlt man sich wieder richtig ‚geerdet‘.

Andererseits wollen wir mit unserer freiwilligen Bürgerarbeit nicht Ausputzer für Versäumnisse der Politik sein. Sie vernachlässigt in weiten Teilen Berlins traditionelle Regelaufgaben der Park- und Gartenpflege, für die wir schließlich Steuern zahlen. Berlin ist gerade bei einer emnid-Umfrage unter 20 deutschen Städten bei der Frage, wie zufrieden Bürger/innen mit dem Pflegezustand von Parks und Grünanlagen sind, mit Abstand auf dem letzten Platz gelandet. (Siehe z.B. einen Bericht in der Berliner Zeitung.)

Darum beschränken wir uns nicht auf unsere Freiwilligenarbeit. Sondern wir nehmen auch die Politik in die Pflicht. Die Verantwortung sehen wir nicht zuletzt beim Senat, der selbstverständlich die Gesamtstadt im Auge haben muss und nicht bequem auf die ausschließliche Zuständigkeit der Bezirke verweisen kann.  Hier ein Beispiel: Der Bezirk Pankow gibt jährlich nach Aussage des Baustadtrats Jens-Holger Kirchner ca. 100.000 € allein für die Reinigung des Mauerparks aus, der in jedem internationalen Berlin-Reiseführer als Event-Ort steht. (Wegen der daraus folgenden Übernutzung ist er als ‚Park‘ kaum noch zu erkennen). Diese Zeche zahlt der Bezirk. Dieser Betrag steht dann den kieznahen, vor allem von Anwohnern genutzten Parks, Plätzen und Gärten nicht mehr zur Verfügung. Eigentlich ist klar: der Mauerpark ist von übergeordnetem touristischem Interesse für die Gesamtstadt. Der Senat erklärt sich aber nicht verantwortlich und schiebt dem Bezirk – und damit den Kiezbewohnern – den schwarzen Peter zu.

Daher haben wir im Juli 2014 Briefe an den Regierenden Bürgermeister und an Finanzsenator Nußbaum geschrieben weil wir wissen wollten: welche Verantwortung übernimmt der Senat? Und was geschieht mit der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘), die seit diesem Jahr für Hotelübernachtungen von Touristen  erhoben wird – vergleichbar einer Kurtaxe, die ja auch in die touristische Infrastruktur investiert wird?

Die Antworten, die mittlerweile vorliegen, sind ernüchternd und werden politisch begründet. Näheres nachfolgend:

Was kann und will der Senat tun?

Zum großen Sommerfest auf dem Arnswalder Platz am 28. Juni 2014 hatten wir einen Brief  an den Regierenden Bürgermeister bzw. den Senat aufgesetzt, der in wenigen Stunden von 155 Festbesuchern unterschrieben wurde. Wir setzen uns darin für folgende Forderungen ein:

  • Einsatz eines substantiellen Teils der Einnahmen aus der Übernachtungssteuer (‚City Tax‘) für Pflegemaßnahmen an Parks und Gärten in Berlin, um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Stadt zu steigern
  • Aufstellung einer ‚Task Force‘ für Park-Reinigungseinsätze an Schönwettertagen und Wochenenden
  • Unterstützung der Bezirke bei der Professionalisierung von Aufgaben zur Pflege öffentlicher Anlagen, insbesondere
    • Ausschreibung eines berlinweit einsetzbaren Abfall-Entsorgungssystems für öffentliche Anlagen (rabensicher, ästhetisch, mit Aschenbecher, gut leerbar etc.) Anmerkung: Das Resultat wäre ein Angebot an die Bezirke und würde so nicht gegen die vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene eigenständige Verantwortung der Bezirke u.a. in Fragen der Bewirtschaftung der Bezirkshaushalte verstoßen.
    • Anschaffung von Kehrmaschinen und Stellung entsprechenden Personals für asphaltierte und gepflasterte Oberflächen in den Parks, die den Bezirken zur Verfügung gestellt würden. Dies ist eine der Aufgaben, die ehrenamtliche Gärtner und Bezirke übersteigt und die nicht effizient mit dem Besen erledigt werden können.
  • Unterstützung von Pilotprojekten zur optimierten Kooperation von Bürgern und Grünflächenämtern bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen, kurzfristig als Teilprojekt der IGA 2017

Diesen Brief und die anonymisierte Unterschriftenliste finden Sie per Mausklick, ebenso wie die Antwort darauf, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Auftrag der Senatskanzlei verfasste..

Wir suchen für diese politische Initiative den Schulterschluss mit dem Bezirk. Eine Mail mit entsprechendem Inhalt hatten wir am 6. Juli 2014 an die Herren Kirchner und Terlinden geschrieben. Sie finden den Text  hier, ebenso wie wir die Antworten darauf an dieser Stelle einstellen.

Einen weiteren Brief richteten wir am 27. Juni an Finanzsenator Dr. Nußbaum: Wie wird die City Tax eingesetzt? Kommt sie der touristischen Infrastruktur und insbesondere Parks, Plätzen und Gärten zugute? Die Antwort im Auftrag von Herrn Nußbaum ist eine Sammlung von ‚Wenns‘ und ‚Abers‘. Kernaussage: Die Steuereinnahmen sind nicht zweckgebunden und fließen in den regulären Haushalt, falls aber mehr eingenommen wird als geschätzt, dann vielleicht… In  dem Schreiben wird auch auf das Landesdenkmalamt verwiesen, dessen Mittelausstattung, wie wir wissen, denkbar minimal ist, sowie natürlich wieder: auf die Bezirke.

Was können wir tun?

Beide Briefe verweisen darauf, dass der gegenwärtige Zustand auf „politisch gewollte rechtliche, fiskalische und organisatorische Prinzipien“ beruhe (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) bzw. auf einen Beschluss des Berliner Angeordnetenhauses zurückzuführen sei (Senatsverwaltung für Finanzen).

Die Konsequenz für uns wird sein, dass wir auf Abgeordnete einwirken müssen, damit sie sich für entsprechende politische Weichenstellungen einsetzen. Unser Thema der Pflege von Parks, Plätzen und Gärten sowie das Erscheinungsbild der Stadt für Touristen  ist ein Querschnittsthema, das keiner politischen Partei eindeutig zugeschrieben werden kann. Wir bitten um Anregungen: welche Abgeordneten könnten wir ins Boot holen?

Und nun zur Werbung…

Auf dem Stadtteilfest hatten wir 7 laminierte Infotafeln aufgestellt, um Mitbürger für den Arnswalder Platz zu sensibilisieren, siehe nachfolgende Fotos. Spontan wurden wir beim Aufstellen von Nachbarn angesprochen, die nun mitmachen wollen. Wir freuen uns über Neuzugänge!

 IMG_6528IMG_6530 IMG_6531 IMG_6529  IMG_6532 IMG_6538 IMG_6533

 

 


Endlich, im Mai 2014: die kreative Seite des Gärtnerns!

Bei unzähligen Garteneinsätzen seit September 2012 hatte die GärtnerInitiative nur einmal die Gelegenheit gehabt, zu pflanzen, nämlich Mitte Juni 2013: Rosen im Beet unterhalb des Brunnenstube. Am 17. Mai dieses Jahres konnten wir erstmals wieder eine große Pflanzaktion durchführen. Ungefähr 440 Büsche, Stauden, Bodendecker und Ranker haben wir auf zwei Beeten an der Pasteurstraße und ergänzend im Rosenbeet unterhalb des Brunnens (zur Danziger Straße hin) eingepflanzt.  Es kamen ca. 30 Anwohnerinnen und Anwohner – die gutgelaunten und fleißigen Kinder nicht mitgerechnet!

Außerdem

  • entfernten wir Wildkräuter im Rosenbeet an der Brunnenstube
  • befreiten wir ein vom Bezirk Pankow im letzten Sommer an der Hans-Otto-Straße angelegtes Rosenbeet vom Unkraut und schnitten viel Totholz aus den Hundsrosen am Beet heraus
  • bereinigten unermüdliche Kinder und Jugendliche Wegekanten von Spontanvegetation
  • fegten und harkten Helfer/innen auf befestigten Wegen Laub und Dreck weg.

Nicht zuletzt hat die Aktion – bei bestem Wetter – viel Spaß gemacht, weil man sich ein wenig in städtischer Natur auspowern konnte und sich viele Gespräche mit Nachbarn aus dem Kiez ergaben.

Wir danken in diesem Zusammenhang Café Ballon, Bäckerei Lau und einzelnen Anwohnern für ihren Beitrag in Form von Kaffee und Kuchen! Und nicht zuletzt haben wir uns gefreut, dass der Kauf der Pflanzen, die Vorbereitung des Bodens, die Bewässerung und der Abtransport des Grünschnitts durch die Unterstützung des Bezirks-Stadtrates Jens-Holger Kirchner, des Pankower Bezirksamts-Leiters Jürgen Terlinden und Mitarbeiterinnen des bezirklichen Landschaftsplanungsamtes erst möglich wurde.

Hier einige Bilder von der Aktion am 17. Mai 2014.

IMG_6194 IMG_6195 IMG_6197 IMG_6200 IMG_6204 IMG_6205 IMG_6207a IMG_6208a IMG_6211

Putzaktion ein Jahr nach unserem ersten ‚Saubere Sache‘-Engagement

Am 15. September 2012 fand unsere erste Aktion ‚Saubere Sache‘ auf dem Arnswalder Platz statt, bei der wir mit Besen und allerlei Gartengerät dem verwahrlosten und verkrauteten Gartendenkmal zu neuem Glanz verhalfen. Seitdem haben wir mehrfach mit größerer oder kleinerer Beteiligung die Platzanlage gepflegt und schließlich auch neu gepflanzt, wo Unkraut zwischenzeitlich Stauden erstickt hatte.

IMG_4834bIMG_4847IMG_4848aAm 14. September 2013 rückten Anwohner des Bötzow-Kiezes im Rahmen der erneuten berlinweiten ‚Saubere Sache‘-Aktion auf dem ‚Arnsi‘ wieder dem unbändig wuchernden Grün zu Leibe. Der Tagesspiegel hatte diese Aktion wieder federführend organisiert, publizistisch begleitet und unsere GärtnerInitiative in einem  Artikel vorgestellt.

Um es deutlich zu machen: der Arnswalder Platz ist kein Urwald – auch wenn es zwischenzeitlich so aussah. Sondern ein Gartendenkmal, das auf der Idee von verantwortungsvollen Grünplanern beruht, das steinerne, baulich verdichtete Berlin durch gestaltete Grünplätze aufzuwerten. Zur Erholung und seelischen Erbauung der Bürger. Grünplätze zum Sich-Wohlfühlen. Orte der öffentlichen Kommunikation, der Entspannung und des Spiels. Näheres dazu lesen Sie unter unserer Rubrik ‚GESCHICHTE(N)‘ , wo sich jetzt auch eine CHRONIK unserer Gärtnerinitiative befindet. Weitere Fotos Gärtneraktionen finden Sie unter der Rubrik BILDER – oder über diesen Link.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Nachdem der Platz bis Mai 2010 zu zwei Dritteln saniert und der Bevölkerung feierlich übergeben worden war, wurde er vom Bezirk nicht mehr gepflegt, sondern sich selber überlassen. Und verkam in kurzer Zeit zur hässlichen Karikatur eines Gartendenkmals.

Doch seit unserer ‚Saubere Sache‘-Aktion vom 15. September 2012 unterstützte das Tiefbauamt des Bezirks Pankow unser Engagement. Innerhalb eines Jahres wurden deutliche Fortschritte erzielt: die Hecken wurden geschnitten, der Stierbrunnen und der kleine Froschbrunnen repariert, Vandalismusschäden beseitigt, Rosen neu gepflanzt und anschließend sogar gepflegt.

Unsere Gärtner-Initiative ist seit Beginn vor einem Jahr ein Erfolg, der besonders auf dem Engagement der beteiligten Bürgerinnen und Bürger des Bötzowviertels beruht. Die Aktionen am Platz machen Spaß, lassen uns Nachbarschaft neu erleben und stärken unsere Identifikation mit dem Kiez. Und, wie gesagt, das Bürgerengagement hat auch zu mehr Aktivitäten seitens des Bezirks beigetragen.

Am Ball bleiben: Bürger und Bezirk!

Ohne Bürgerengagement wird sich auch in Zukunft die Qualität des Arnswalder Platzes nicht weiter verbessern. Einige Areale sind immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Deshalb wird es auch weiterhin darauf ankommen, dass die Bewohner des Bötzowkiezes selbst Hand anlegen. Wir werden dabei auch zukünftig den Bezirk in die Pflicht nehmen und bauen auf die weitere konstruktive Unterstützung durch den grünen Bau-Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Ein Gespräch mit ihm ist in Vorbereitung. Es soll dabei um eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Bürgern und Bezirk gehen, in dem Spannungsfeld:

  • Erwartungen von – zum Großteil Steuern zahlenden – Bürgern an die öffentliche Verwaltung, Aufgaben zur Pflege des öffentlichen Raumes zu übernehmen, insbesondere von Orten, die der öffentlichen Erbauung und Erholung dienen, wie es bei Parks und Gärten der Fall ist
  • Bereitschaft von Bürgern, nicht ‚dem Staat‘ gegenüber in passiver Erwartungshaltung zu verharren, sondern sich gemeinsam für öffentliche Belange zu engagieren –auch zum eigenen Vorteil und Vergnügen, nämlich um Gemeinschaft zu erfahren und das eigene Lebensumfeld zu verbessern

‚Bötzowkiezler‘ nutzen diesen Platz

IMG_4731Es ist schön zu sehen, wie der ‚Arnsi‘ jetzt von den Anwohnern angenommen und viel stärker als früher genutzt wird! Ein Höhepunkt waren bislang zwei tolle Kiez-Sommerfeste unter dem Motto  ‚Stierisch gut‘ ausschließlich mit Künstlern und Ausstellern aus dem Bötzowviertel. Ihr Gelingen beruht auf der unermüdlichen Vorbereitung eines runden Dutzend Ehrenamtlicher.  Unsere Gärtnerinitiative war natürlich auch dabei, siehe Foto. Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf dem Menü oben unter SOMMERFEST.

IMG_4622aAber auch im Alltag ‚brummt‘ dieser Platz: Freunde spielen Boule, unterschiedlichste Leute sitzen entspannt auf den Bänken und schauen auf die Fontäne, Familien feiern oder picknicken. Kinder lieben es, in den kleinen Nebenbecken zu planschen und sich ein wenig abzukühlen. Ein Problem ist es allerdings, wenn sie anfangen, dort mit Kies, Steinen, Sand, Gras und Stöckchen Staudämme zu bauen. Das macht natürlich Spaß: Viele Kinder bauen gerne Dämme. Aber in diesem Fall hat es üble Folgen für die Brunnentechnik (Verstopfung durch Verunreinigungen) und die wassergebundene Oberfläche des Brunnenplateaus (sie weicht auf, wenn das gestaute Wasser sich dort seinen Weg bahnt). Doch jetzt hat der Bezirk den Froschbrunnen auf dem Spielplatz wieder in Gang gebraucht – das bedeutet endlich wieder: Matsch Fun für die Kleinen – ohne Schäden am denkmalgeschützten Stierbrunnen!

Politische Prioritäten

Der nach aufwändiger, teurer Sanierung vom Bezirk circa zwei Jahre lang vollständig vernachlässigte Arnswalder Platz ist in Berlin keine Ausnahme. Vielerorts befinden sich Parks und Gärten in einem erbarmungswürdigen Pflegezustand. Der Senat setzt offenbar andere Prioritäten, häufig auf Großprojekte – Großflughafen BER, Großbibliothek Tempelhofer Feld zulasten dezentraler Stadtbibliotheken, A 100-Ausbau und anderes. Die Niederungen der tagtäglich von Berlinern und Touristen erlebten Stadt geraten dabei zu oft aus dem Blickfeld. So sind Pflegemangel und Verwahrlosung in Parks und Gärten verbreitet, wo wir Städter – und die Besucher Berlins! – Entspannung und Freude finden sollten. Wir werden diese Prioritätensetzung im Auge behalten. Und immer wieder kritisch kommentieren, getreu unserem Motto: „Wir zeigen der Politik, was ’ne Harke ist!“

Vernachlässigte Grünanlagen sind arm und nicht ‘sexy’

Verdreckte und wuchernde Parks vertragen sich nicht mit dem Profil einer Stadt, für die Tourismus ein zentraler Wirtschafsfaktor ist. Für unsere viel ärmeren Vorväter war es eine Selbstverständlichkeit, Bürgern und Besuchern zu ihrer Entspannung und Erbauung gepflegte Grünanlagen zu bieten. Warum sollte sich das die Hauptstadt eines der wohlhabendsten Länder Europas nicht leisten können – zumal angesichts der Steuer-Mehreinnahmen durch den Tourismus?

Gute Zusammenarbeit

Allerdings: Die am 15.09.2012 gestellten kritisch-konstruktiven Fragen von 58 Anwohnern an die Politik anlässlich der Vernachlässigung des Gartendenkmals Arnswalder Platz sind bei Pankower Politikern und Behördenmitarbeitern auf fruchtbaren Boden gefallen. Das insgesamt gute Miteinander mit dem Bezirk motiviert uns nach wie vor zum Weitermachen:

Für den 8. März 2013 lud uns der Pankower Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner, zu einem Ortstermin auf dem Arnswalder Platz. Mit dabei waren auch zwei Mitarbeiterinnen des Landschaftsplanungsamtes, Bereich Pflegen und Unterhaltung (Frau Gralmann und Frau Benjamin) sowie der Landschaftsplaner Kolbe, der im Auftrag des Bezirks die Planung für die Sanierung des Gartendenkmals Arnswalder Platz übernommen hatte.

Nachdem im Auftrag des Bezirks drei vandalisierte Leuchten repariert und die Hainbuchenhecken auf das richtige Maß geschnitten wurden, gibt es nun weitere erfreuliche Signale für die nahe Zukunft. So besteht berechtigte Hoffnung, dass im Jahr 2014 das noch nicht sanierte Drittel des Platzes zur Danziger Straße hin ebenfalls wiederhergestellt wird. Hoffentlich mit einem entsprechenden Pflegeplan verbunden…

Wir werden einen von Baustadtrat Kirchner angebotenen Gesprächstermin dafür nutzen, um weiteres mit ihm, der Gartendenkmalpflege und Mitarbeitern des Tiefbauamtes zu besprechen.

Public-Private Partnership der bürgernahen Art

Wenn Bürger ergänzend zur Arbeit der finanziell klammen Bezirke einen Beitrag zur weiteren Aufwertung der Anlagen leisten sollen (und dazu sind viele bereit), bedarf es dafür vernünftiger Kooperations-Konzepte und einer ausreichenden Finanzierung. Es wäre eine Verschwendung von Ressourcen und Arbeitskraft, das den Bezirken alleine zu überlassen: Hier ist nicht zuletzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gefragt.

Aber vielleicht entsteht hier in Pankow ein Modellprojekt für die Kooperation Bürger/Bezirk bei der Pflege öffentlicher Plätze? Es wäre nicht das erste Mal, dass Pankow Vorreiter bei der Lösung kiezbezogener Probleme ist.

Zünftige  T-Shirts zu verkaufen! IMG_4710a

Wir haben noch einige T-Shirts mit unserem neuen Logo vorrätig. Für den Entwurf danken wir unserem Nachbarn, dem Grafiker Oliver Kleinschmidt! Wir geben die Gärtner-Shirts zum Selbstkostenpreis ab: € 17,50, ggf. plus Versandkosten. Bitte per Mail bestellen bei: arnswalderplatz@hotmail.de

 

 

Archiv

Hier archiviert  finden Sie Texte, die wir seit September 2012 eingestellt haben und die weiteren Aufschluss über die Anliegen unserer Initiative geben.

Hier gibt es ein paar Informationen zum Arnswalder Platz im Bötzowkiez.